Elon Musk: Musk tobt nach ZDF-Beitrag - Tech-Milliardär reagiert mit Klagedrohung

Der Streit zwischen Elon Musk und dem ZDF spitzt sich dramatisch zu: Nachdem der öffentlich-rechtliche Sender den Tech-Milliardär in einem Beitrag über die Ausschreitungen in Nordirland mit einem Aufruf zur "Jagd auf Migranten" in Verbindung gebracht hatte, kündigte Musk rechtliche Schritte an.

Erstellt von - Uhr

Das ZDF nannte ihn einen Anstifter zur Migrantenjagd – jetzt holt Elon Musk zum Gegenschlag aus. (Foto) Suche
Das ZDF nannte ihn einen Anstifter zur Migrantenjagd – jetzt holt Elon Musk zum Gegenschlag aus. Bild: picture alliance/dpa/AP | Godofredo A. Vásquez
  • Elon Musk kündigt juristische Schritte gegen das ZDF wegen angeblicher Falschdarstellungen an
  • Auslöser ist ein Beitrag, der Musk mit Aufrufen zur "Jagd auf Migranten" in Nordirland in Verbindung brachte
  • So reagiert der Sender ZDF auf die Kritik

Der Tech-Milliardär Elon Musk hat juristische Maßnahmen gegen das ZDF angekündigt. "Rechtsmaßnahmen werden gegen ZDF wegen ihrer skandalösen Lügen ergriffen", schrieb der SpaceX-Chef am Montagabend auf seiner Plattform X.

Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende des Artikels.

Elon Musk droht dem ZDF mit rechtlichen Schritten: Streit um Nordirland-Bericht eskaliert

Auslöser ist eine Sendung des öffentlich-rechtlichen Senders, in der behauptet wurde, Musk habe im Zusammenhang mit den gewaltsamen Ausschreitungen in Nordirland zu einer "Jagd auf Migranten" aufgerufen. Der 54-Jährige betrachtet diese Darstellung offenbar nicht als bloßes Versehen – ob bereits eine Klage eingereicht wurde, ließ er allerdings offen.

Was das ZDF tatsächlich sendete

In der Ausgabe von "ZDF heute live" am 12. Juni leitete die Moderatorin einen Beitrag über die Unruhen in Belfast mit deutlichen Worten ein: Ein brutaler Mordversuch sei gefilmt und viral gegangen, woraufhin ein "rassistischer Mob" Jagd auf Migranten gemacht habe. "Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk", hieß es wörtlich.

Die rund halbstündige Sendung widmete sich der Frage, welche Rolle Musks Beiträge bei den Protesten spielten. Konkrete Belege für einen direkten Aufruf zur "Jagd auf Migranten" präsentierte der Sender jedoch nicht. Gezeigt wurde lediglich ein Post, in dem Musk zu wiederholtem und lautem Widerstand aufrief.

ZDF räumt missverständliche Formulierung ein

Auf Nachfrage des Online-Portals "Nius" räumte ein Sprecher des Senders die problematische Wortwahl ein. Die Moderation habe die Gemengelage aus gewaltsamen Protesten und vorherigen Aufrufen auf X "pointiert zusammenfassen" sollen. "Die gewählte Formulierung war aber unpräzise und dadurch missverständlich", so die Erklärung.

Reichelt attackiert ZDF – Musk reagiert sofort

Zuvor hatte "Nius"-Chefredakteur Julian Reichelt die Berichterstattung auf X scharf attackiert und das ZDF als "Festung der Lügen" bezeichnet. Der frühere "Bild"-Chef sprach von "Propaganda-Lügen" und "blanken Lügen" – und forderte gar, den öffentlich-rechtlichen Sender zu "zerschlagen". Musk reagierte direkt auf Reichelts Beitrag mit seiner Ankündigung rechtlicher Schritte.

Welche Rolle spielte Musk tatsächlich bei den Belfast-Protesten?

Der X-Eigentümer hatte in der vergangenen Woche Beiträge des rechtsextremen britischen Aktivisten Tommy Robinson sowie des Vorsitzenden der rechtsextremen Partei Restore UK weiterverbreitet. An seine 240 Millionen Follower schrieb er: "Nur wenn wir wiederholt und laut protestieren, wird sich etwas ändern."

Die medienkritische Organisation "Center for Countering Digital Hate" aus London bezifferte die durch Musks Weiterverbreitung generierten Aufrufe auf 64 Millionen. Nach Einschätzung der Forscher war dies entscheidend, um die Proteste in Belfast und anderen nordirischen Städten anzufachen. Auslöser der Ausschreitungen war ein Video eines brutalen Messerangriffs, für den ein sudanesischer Migrant verantwortlich gemacht wurde.

Auch diese Nachrichten könnten Sie interessieren:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.