Erfurt: Kita-Bedarf: Allianz fordert fachliche Empfehlungen
Das Kindergartengesetz könnte noch vor der Sommerpause geändert werden. Warum eine Allianz aus Verbänden und Gewerkschaften vor neuen Bürokratie-Hürden bei Elternbeiträgen warnt.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Eine Allianz aus Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden und der Landeselternvertretung fordert für die Kindergartenplanung eine fachliche Empfehlung für die Landkreise. Es gehe vor allem um die Herausforderungen des demografischen Wandels, teilten die Bildungsgewerkschaft GEW, Verdi, Liga-Wohlfahrtsverbände und die Landeselternvertretung in einem Appell "für eine sichere und vielfältige Kindergartenlandschaft in Thüringen" mit.
Novelle noch vor der Sommerpause
Die Allianz hatte sich 2024 zusammengeschlossen, um sich für bessere Personalschlüssel in Kindergärten einzusetzen. Hintergrund waren bereits damals sinkende Kinderzahlen in den Einrichtungen. Durch die Verbesserung sollten auch Jobs von Erzieherinnen gerettet werden. Die Lage spitzt sich in Thüringen zu - einige Kindergärten mussten bereits schließen oder stehen kurz davor.
Inzwischen steht erneut eine Novelle des Kindergartengesetzes an. Diesmal soll kleineren Kindergärten finanziell unter die Arme gegriffen werden. Einem Bericht der "Thüringer Allgemeinen" zufolge soll die Hilfe nicht nur ein Jahr, sondern zwei Jahre zur Verfügung stehen.
Thüringens GEW-Landesvorsitzende Kathrin Vitzthum sagte, man habe die Allianz wieder neu ins Leben gerufen, weil man die Debatte über die neue Novellierung des Kindergartengesetzes mit Sorge verfolge. Die Allianz forderte, die Novelle noch vor der Sommerpause im Landtag zu verabschieden. Die Linke-Fraktion signalisierte, dass die Gespräche zum Kindergartengesetz auf einem guten Weg seien.
Elternbeiträge nach Halb- oder Ganztag berechnen
Zugleich warnte das Bündnis vor der Einführung einer Staffelung von Elternbeiträgen nach Stunden oder Zeitkorridoren. Das wäre ein Bürokratieaufbau. Die Mitarbeitenden in den Kitas wären damit beschäftigt, Betreuungsminuten zu zählen, sagte Tino Grübel, Geschäftsführer der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Thüringen. Das bedeute, dass Zeit für Bürokratie und nicht für Bildung aufgewendet würde.
Laut einer Mitteilung der Allianz ist für viele Thüringer Kindergärten die Berechnung der Elternbeiträge nach Halb- und Ganztagsplätzen gelebte Praxis. "Die Allianz spricht sich für die Beibehaltung bewährter Pauschalmodelle (z.B. Halbtags-/Ganztagsplatz) aus, um die Stabilität und somit die ganztägige Qualität des Systems zu gewährleisten."
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