Kiel/Kopenhagen: Dirk Schrödter erhält dänischen digitalen Friedenspreis
Für seinen Einsatz für digitale Souveränität wird Digitalisierungsminister Schrödter mit dem Libre Preis ausgezeichnet. Dieser treibt die Nutzung offener Software in der Verwaltung voran.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter hat den dänischen Digitalen Friedenspreis, auch Libre Preis genannt, erhalten. Das teilte die Staatskanzlei in Kiel mit. Der CDU-Politiker bekam die Auszeichnung für seinen Einsatz für digitale Souveränität, offene Technologien und das Recht, frei über digitale Lösungen zu entscheiden. Verliehen wurde ihm der Preis am vergangenen Freitag in Kopenhagen.
"Dirk Schrödter zeigt, dass digitale Souveränität nicht nur ein Thema für große Reden ist", sagte Lisbeth Bech-Nielsen, Vorsitzende des Jurykomitees des Preises und Mitglied im dänsichen Parlament. "Sie lässt sich praktisch umsetzen." Er habe damit gezeigt, dass sich öffentliche Verwaltungen für offene Lösungen entscheiden können. Der Minister habe in Schleswig-Holstein einen Systemwechsel eingeleitet – weg von geschlossenen Lösungen großer Technologiekonzerne, hin zu offenen und freien Alternativen im öffentlichen Sektor.
"Der Libre Preis ist für mich eine große Freude und Ehre", erklärte Digitalisierungsminister Schrödter. "Er ist zugleich eine sichtbare Anerkennung für das große Engagement, den Mut und die Beharrlichkeit aller Mitarbeitenden in unserer Landesverwaltung, bei unserem IT-Landesdienstleister, den Herstellern der Open-Source-Lösungen bis hin zu den Partnern in ganz Europa, digitale Souveränität erfolgreich umzusetzen." Die Auszeichnung bestärke ihn darin, den bereits eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.
Der Libre Preis ist den Angaben nach auf 10.000 dänische Kronen dotiert, die das Komitee an den Entwickler der offenen Bürosoftware LibreOffice - The Document Foundation - spendet. Zwischen dem Preis und der Organisation bestehe trotz des Namens keine Verbindung. Verliehen wird der Preis seit 2020. Alle Nominierten eine ihr Einsatz für eine freiere, sicherere und demokratischere digitale Gesellschaft. Bisherige Preisträger waren etwa Meta Whistleblowerin Frances Haugen oder die ehemalige EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.
Umstellung der Verwaltung im nördlichsten Bundesland
Die Verwaltung in Schleswig-Holstein wird schrittweise auf Open-Source-Lösungen umgestellt. So begann das nördlichste Bundesland bereits 2024 mit der Einführung von LibreOffice als Standard-Bürosoftware, und Anfang Oktober 2025 wurde das Mailsystem der Landesverwaltung vollständig umgestellt.
Bei Open-Source-Lösungen ist der Quellcode öffentlich und kann den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Nach Angaben der Staatskanzlei vom Januar umfasst die Open Source Strategie des Landes auch weitere Bereiche der Landes-IT.
So soll etwa die Software Nextcloud Schritt für Schritt Microsoft SharePoint als zentrale Plattform für Zusammenarbeit ablösen. Diese werde bereits in zahlreichen Verwaltungen genutzt. Auch werde etwa der Einsatz des Betriebssystems Linux als Alternative zu Windows erprobt.
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