Sergej Lawrow: "Europa bereitet Angriff auf Russland vor!" Putin-Minister provoziert mit Nazi-Vorwurf

Mit drastischen Aussagen sorgt Russlands Außenminister Sergej Lawrow für Aufsehen. In einem Interview wirft er Europa vor, eine militärische Angriffsfront gegen Russland aufzubauen, und zieht dabei sogar Vergleiche mit Adolf Hitler und Nazi-Deutschland.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Der russische Außenminister Sergej Lawrow (Foto) Suche
Der russische Außenminister Sergej Lawrow Bild: picture alliance/dpa/Pool Reuters | Ramil Sitdikov
  • Sergej Lawrow wirft Europa militärische Angriffspläne gegen Russland vor
  • Der Kreml-Minister zieht dabei drastische Vergleiche mit Nazi-Deutschland
  • Besonders scharfe Worte richtet Lawrow gegen Wolodymyr Selenskyj

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat mit drastischen Aussagen zur europäischen Sicherheitslage für internationale Aufregung gesorgt. In einem Interview mit dem Online-Portal "Detskaja Redakzija" erhob der Chefdiplomat schwere Vorwürfe gegen Europa und die Ukraine. Unter den Bannern von Neonazismus und Revanchismus werde derzeit eine gesamteuropäische Angriffsformation gegen Russland aufgebaut, behauptete Lawrow. Besonders brisant: Der Außenminister zog dabei direkte Vergleiche mit Nazi-Deutschland und Adolf Hitler.

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Sergei Lawrow sicher:Westen plant gemeinsamen Russland-Angriff

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An der Spitze dieser angeblichen Bedrohung stehe der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj "mit seinen nazistischen Parolen", so Lawrow wörtlich. Die europäischen Staaten planten nicht nur hybride Attacken, sondern denken bereits über einen direkten militärischen Angriff auf Russland nach. Lawrow zog zudem eine direkte Parallele zur Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Der vor mehr als 80 Jahren besiegte Feind versuche nun, in derselben Form des Nazismus wiederaufzuerstehen, erklärte der Minister. Damals habe Adolf Hitler unter nationalsozialistischen Fahnen und Losungen nahezu den gesamten europäischen Kontinent geeint und unter sein militärisches Kommando gestellt.

Genau dieses Muster wiederhole sich gegenwärtig, so Lawrows Darstellung. Der einzige Unterschied: "An der Spitze dieser Gruppe steht nicht Hitler – den gibt es einfach nicht mehr – sondern Selenskyj." Der ukrainische Präsident führe die vermeintliche antirussische Koalition mit seinen "nazistischen Parolen" an. Diese geschichtliche Einordnung fügt sich in Moskaus langjährige Strategie ein, den Krieg gegen die Ukraine als Fortsetzung des Kampfes gegen den Faschismus darzustellen.

Kampf gegen Neonazismus als außenpolitische Priorität

Der Außenminister ordnete seine Aussagen in einen größeren politischen Rahmen ein. Die Verhinderung einer Wiederbelebung des Nationalsozialismus sei mittlerweile eine der zentralen Aufgaben der russischen Außenpolitik, betonte Lawrow. Präsident Putin habe entsprechende Initiativen bereits gebilligt.

Als Beleg für diese neue Schwerpunktsetzung verwies er auf den 19. April 2026, an dem Russland erstmals den "Tag der Erinnerung an die Opfer des Genozids am sowjetischen Volk" begangen habe. Dieser Gedenktag werde künftig jährlich stattfinden und sei bereits in den Strukturen der OVKS und der GUS verankert worden. Auch Deutschland geriet ins Visier des Ministers. Dass Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt habe, Deutschland müsse "wieder zur führenden Militärmacht Europas werden", bezeichnete Lawrow als langfristige historische Aufgabe – ein Hinweis auf die aus Moskauer Sicht bedrohliche Entwicklung.

Scharfe Kritik an Lawrow in sozialen Medien

Die Äußerungen des russischen Außenministers lösten auf der Plattform X heftige Reaktionen aus. "Was ich höre, ist der russische Außenminister, der unter dem Deckmantel des Nazismus einen öffentlichen Fall für die Invasion europäischer Nationen konstruiert", kommentierte ein Nutzer die Aussagen. Andere Stimmen warnten vor den möglichen Konsequenzen dieser Rhetorik. "So wird Russland Angriffe auf die kleinen Länder um die Ukraine herum und dann auf Polen und darüber hinaus rechtfertigen – genau wie Putin es angekündigt hat", schrieb ein weiterer Nutzer. Die Ironie, dass ausgerechnet Moskau anderen Revanchismus vorwerfe, entging den Kommentatoren nicht: "Der Typ, der die Sowjetunion zurückbringen will, beklagt Revanchismus", merkte ein X-Nutzer an.

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