Donald Trump: Trump-Wut nicht zu übersehen - er überspannt den Bogen maximal

Über 99 Prozent der Bürger lehnten Donald Trumps geplanten Triumphbogen in Washington ab, doch die ausschließlich vom Präsidenten ernannten Mitglieder einer Kommission genehmigten das Monument dennoch.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Donald Trump bekommt offenbar seinen Willen. (Foto) Suche
Donald Trump bekommt offenbar seinen Willen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Trump-Wut beiseite geschoben: Triumphbogen soll kommen
  • Donald Trump will Washington umbauen - ohne Erlaubnis des Kongresses
  • Donald Trump: Wer zahlt für seinen Triumphbogen?
  • Standort von Trump-Triumphbogen sorgt für Ärger

Die Commission of Fine Arts hat erneut grünes Licht für Donald Trumps monumentales Triumphbogen-Projekt in Washington gegeben - trotz beispielloser öffentlicher Ablehnung. Laut dem Sekretär der Kommission sprachen sich mehr als 99 Prozent der rund 600 Eingaben vor der Mai-Sitzung gegen das Vorhaben aus. Bereits vor der April-Versammlung waren sämtliche 1.000 eingegangenen Stellungnahmen ablehnend gewesen. Der Bogen soll dennoch kommen - obwohl die Trump-Wut nicht zu übersehen ist.

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Trump-Wut beiseite geschoben: Triumphbogen soll kommen

Die Ablehnung der Bevölkerung wurde einfach beiseite geschoben - Donald Trump überspannt den Bogen für viele Bewohner von Washington maximal, um im Bild zu bleiben. Besonders pikant: Sämtliche Mitglieder der Kommission wurden Anfang 2026 von Trump persönlich ernannt. Sie bewerteten das Projekt positiv, da es an frühere Pläne für Gedenkstätten am Memorial Circle anknüpfe.

Das Bauwerk soll eine 18 Meter hohe vergoldete Freiheitsstatue tragen, die von Adlern flankiert wird. Ein Kommissionsmitglied hatte im April Bedenken bezüglich dieser Statue geäußert. Der vom Präsidenten beauftragte Architekt Nicolas Charbonneau teilte dem Gremium jedoch mit, dass Donald Trump alternative Vorschläge geprüft, aber verworfen habe. Der geplante Triumphbogen würde eine Gesamthöhe von 76 Metern erreichen,

Donald Trump will Washington umbauen - ohne Erlaubnis des Kongresses

Das Bauvorhaben am Memorial Circle auf der Virginia-Seite der Memorial Bridge ist Teil einer Serie von Umgestaltungsprojekten, die Trump für die Hauptstadt angeordnet hat. Zu den weiteren Vorhaben zählen Umbauten im Lafayette Park, ein geplanter "Heldengarten" sowie Reparaturen am Reflecting Pool vor dem Lincoln Memorial.

Laut "Politico" haben demokratische Abgeordnete Kritik geäußert und infrage gestellt, ob die Regierung die üblichen Prüfverfahren für solche Projekte umgeht.

  • Elizabeth Merritt, stellvertretende Rechtsberaterin beim National Trust for Historic Preservation, machte auf gravierende Rechtsverstöße aufmerksam.
  • Der Commemorative Works Act verlange zwingend eine Autorisierung durch den Kongress für solche Projekte. Zudem hätte eine nach dem National Historic Preservation Act vorgeschriebene Überprüfung längst abgeschlossen sein müssen.
  • Eine Vereinigung von Veteranen hat die Regierung bereits verklagt. Die Kläger argumentieren, dass das Vorhaben ohne parlamentarische Zustimmung nicht umgesetzt werden dürfe.
  • Bundesrichterin Tanya Chutkan erließ im April eine einstweilige Verfügung: Der National Park Service darf die Bauarbeiten nicht aufnehmen, ohne dies zuvor anzukündigen.

Das Projekt benötigt noch eine Genehmigung der National Capital Planning Commission.

  • Diese Behörde wird das Vorhaben am 4. Juni auf ihrer Tagesordnung haben. Die Commission of Fine Arts bat zudem um weitere Prüfung möglicher zusätzlicher Statuen, die in Nischen der Fassade eingefügt werden könnten.

Donald Trump: Wer zahlt für seinen Triumphbogen?

Die Finanzierung des kostspieligen Triumphbogen-Projekts ist bislang nicht geklärt. Der Präsident hat erklärt, dass überschüssige private Spenden verwendet werden könnten, die ursprünglich für seinen 400-Millionen-Dollar-Ballsaal gedacht waren. Diese Mittel würden nun möglicherweise für den Bau des Monuments umgewidmet.

Die National Endowment for the Humanities hat signalisiert, Gelder für das Vorhaben bereitzustellen. Diese Bundesmittel sollen offenbar für den Bogen umgeleitet werden. Wie genau die Gesamtkosten gedeckt werden sollen, bleibt jedoch offen.

Standort von Trump-Triumphbogen sorgt für Ärger

Der gewählte Standort des Triumphbogens wirft erhebliche symbolische und historische Probleme auf. Elizabeth Merritt vom National Trust for Historic Preservation kritisierte, dass das Monument die bedeutsame Sichtachse zwischen dem Lincoln Memorial und Arlington House zerstören würde. Das ehemalige Anwesen des Konföderierten-Generals Robert E. Lee sollte nach dem Bürgerkrieg die Wiedervereinigung von Nord- und Südstaaten verkörpern.

Die unmittelbare Nähe zum Arlington National Cemetery verschärft die Bedenken. Merritt warnte, dass der geplante Bogen den Nationalfriedhof dominieren und dessen "ernsten und geheiligten Charakter" beeinträchtigen würde. Der Standort gilt als symbolischer Ort der nationalen Versöhnung.

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