Wladimir Putin: Kremlchef schottet sich immer weiter ab - Reisen gestrichen
Seit knapp 200 Tagen hat Wladimir Putin keine russische Region mehr besucht - eine Isolation, die selbst seine strengste Abschottung während der Corona-Pandemie übertrifft. Beobachter vermuten Sicherheitsbedenken beim Kremlchef.
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster - Uhr
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- Wladimir Putin schottet sich ab: Keine Reise in russische Regionen
- Wladimir Putin: Noch nie dagewesene Isolation des Kremlchefs
- Putin zelebriert Gedenkfeier erstmals ohne Zuschauer
- Angeblicher Putin-Anschlag lässt Zweifel aufkommen
Der russische Präsident Wladimir Putin hält sich seit Monaten von Besuchen in den russischen Regionen fern. Sein letzter Aufenthalt außerhalb der Gebiete seiner Hauptresidenzen führte ihn am 6. November 2025 nach Samara. Seitdem sind 196 Tage vergangen, berichtet das unabhängige russische Investigativ-Portal "Agentstvo" (Агентство). Für die Journalisten ist klar: Der Kremlchef schottet sich immer weiter ab.
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Wladimir Putin schottet sich ab: Keine Reise in russische Regionen
Diese Pause stellt dem Bericht zufolge einen neuen Rekord dar. Selbst während der COVID-19-Pandemie blieb der Kremlchef nicht so lange den Regionen fern. Journalisten sprechen von einer historisch einmaligen Zeitspanne. Die ungewöhnlich lange Abwesenheit von Regionalreisen wirft Fragen nach den Beweggründen auf.
Seit Beginn des Jahres 2026 zeigt sich Putin ausschließlich im Großraum der beiden russischen Metropolen. Der Kreml, die Residenz Nowo-Ogarjowo sowie verschiedene Orte in Moskau und St. Petersburg bilden den engen Radius seiner Aktivitäten. Darüber hinaus wagt sich der Präsident nicht mehr.
Wladimir Putin: Noch nie dagewesene Isolation des Kremlchefs
In der Pandemiezeit lag die maximale Unterbrechung bei 132 Tagen. Damit übersteigt die derzeitige Zeitspanne den bisherigen Höchstwert um fast zwei Monate.
- Vor Beginn des umfassenden Krieges gegen die Ukraine gestaltete sich Putins Reiseaktivität völlig anders.
- Damals lagen zwischen seinen Besuchen in russischen Regionen üblicherweise nicht mehr als 45 Tage.
- Die Intervalle waren also viermal kürzer als die gegenwärtige Pause.
Der Vergleich verdeutlicht eine drastische Veränderung im Auftrittsmuster des russischen Staatschefs. Was früher zur Routine gehörte, scheint heute zur Ausnahme geworden zu sein.
Wladimir Putin zelebriert Gedenkfeier erstmals ohne Zuschauer
Zu Putins ersten öffentlichen Terminen des Jahres zählte ein geschlossener Besuch eines Weihnachtsgottesdienstes. Dieser fand in einer Kirche auf dem Gelände der GRU-Basis Senezh im Moskauer Gebiet statt. Auch Studenten des Moskauer Instituts für Physik und Technologie in Dolgoprudny empfing er zu einem Treffen.
Besonders auffällig gestaltete sich seine Teilnahme an den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Aufhebung der Leningrader Blockade. Die Zeremonie in St. Petersburg wurde zum ersten Mal in ihrer Geschichte ohne Publikum abgehalten. Diese ungewöhnliche Maßnahme unterstreicht die veränderten Sicherheitsvorkehrungen.
Angeblicher Putin-Anschlag lässt Zweifel aufkommen
Journalisten vermuten Sicherheitsbedenken hinter der außergewöhnlichen Zurückhaltung des russischen Präsidenten. Als möglicher Auslöser gilt ein Vorfall, den russische Behörden Ende 2025 publik machten.
- Sie behaupteten, es habe einen Angriffsversuch auf Putins Anwesen am Waldai-See gegeben.
- Die Darstellung der russischen Autoritäten stieß jedoch auf erhebliche Skepsis. Westliche Staatschefs, darunter auch Donald Trump, äußerten deutliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser Behauptungen.
- Ob tatsächlich ein Sicherheitsvorfall stattfand oder andere Gründe für die Reisezurückhaltung verantwortlich sind, bleibt unklar.
- Fest steht nur, dass Putin seine Bewegungsfreiheit drastisch eingeschränkt hat.
Die Abwesenheit von den russischen Regionen dürfte in jedem Fall das Verhältnis zur Bevölkerung außerhalb der Hauptstädte beeinflussen.
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rut/news.de
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