JD Vance: Genervt vom ständigen "Gejammer" - Trump-Vize teilt vor laufender Kamera aus

JD Vance ging bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus in die Offensive: Er verteidigte Donald Trumps Aktiengeschäfte gegen Korruptionsvorwürfe und forderte gleichzeitig europäische Journalisten auf, mit ihrem "Gejammer" aufzuhören.

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JD Vance sorgt mit einer Attacke gegen Europa für Schlagzeilen. (Foto) Suche
JD Vance sorgt mit einer Attacke gegen Europa für Schlagzeilen. Bild: picture alliance/dpa/Pool The New York Times/AP | Tierney L. Cross
  • JD Vance geht wegen Frage auf Reporter los
  • JD Vance verteidigt Donald Trumps Aktiendeals
  • Trump-Vize teilt gegen Europa aus
  • Trump-Truppenabzug irritiert selbst eigene Leute

Mit scharfen Attacken gegen Journalisten auf beiden Seiten des Atlantiks sorgte US-Vizepräsident JD Vance bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus für Aufsehen.

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JD Vance geht wegen Frage auf Reporter los

Der Reporter Andrew Feinberg konfrontierte Vance mit einer mehrteiligen Frage zu Trumps Investitionen, die laut aktuellen Umfragen bei Amerikanern zunehmend den Eindruck von Korruption erweckten. Bereits beim Einstieg in die Frage unterbrach der Vizepräsident mit ironischem Unterton.

Als Feinberg darauf hinwies, dass Vance früher selbst gefordert hatte, Amtsträgern den Handel mit Einzelaktien zu verbieten, wurde dieser ungeduldig. "Was ist die Frage?", warf er ein. Der Journalist wollte wissen, wie die Regierung ihre Anti-Korruptionsagenda glaubwürdig vertreten könne, während der Präsident offenbar Aktien besitze, öffentlich bewerbe, verkaufe und sich dabei bereichere.

Vances Antwort fiel schroff aus. Es gebe verschiedene Arten, Fragen zu stellen, belehrte er den Reporter. Dieser habe jedoch eine Rede gehalten und impliziert: "Sie sind ein schrecklicher Mensch." Mehr Objektivität bei der Fragestellung sei angebracht, forderte der Vizepräsident. Dann verteidigte er Trump:

  • Der Präsident sitze nicht im Oval Office vor seinem Computer und handle Aktien. Stattdessen verfüge er über unabhängige Vermögensberater, die sein Geld verwalteten.

JD Vance verteidigt Donald Trumps Aktiendeals mit brisantem Timing

Die Finanzoffenlegungen des Präsidenten werfen tatsächlich Fragen auf.

  • Trump erwarb Anteile an Palantir, dem Softwareunternehmen des einflussreichen Investors Peter Thiel, der als Spender von Vances Wahlkampf bekannt ist. Erst danach pries der Präsident die Aktie öffentlich auf seiner Plattform Truth Social an.
  • Am 10. Februar veräußerte Trump Palantir-Anteile im Wert von bis zu fünf Millionen Dollar und tätigte weitere Verkäufe. Zusätzlich investierte er in den ersten drei Monaten 2026 in Nvidia, Apple und Amazon - allesamt Unternehmen, die er öffentlich lobend erwähnte und deren Eigentümer zu seinen Verbündeten zählen.
  • Besonders auffällig: Wie "The Daily Beast" berichtete, vollzog Trump eine Serie von Transaktionen mit dem Technologiekonzern CoreWeave zeitgleich mit der Bekanntgabe eines bedeutenden Regierungsvertrags mit ebendiesem Unternehmen.

Laut aktuellen Umfragewerten nehmen immer mehr Amerikaner den Präsidenten als korrupt wahr - ein politisch heikles Thema für die Regierung.

Trump-Vize Vance teilt gegen Europa aus

Noch schärfer fiel Vances Kritik an europäischen Medien aus. Anlass war die Frage eines Reporters, ob die Absage der geplanten Stationierung von 4000 US-Soldaten in Polen als Zugeständnis an Kreml-Chef Wladimir Putin zu verstehen sei - eine besonders sensible Angelegenheit an der Nato-Ostflanke.

Der Vizepräsident konterte mit einer grundsätzlichen Medienschelte.

  • Sein gesamtes Leben habe er sich das "Gejammer" europäischer Journalisten anhören müssen, wetterte er.
  • Ständig würden diese bemängeln, was in den USA angeblich schiefliefe - etwa zu geringe Ausgaben für die Gesundheitsversorgung.
  • Dabei übersähen die Kritiker den eigentlichen Punkt, so Vance: Washington müsse immense Summen in Verteidigung investieren, eben weil seit Jahrzehnten Zehntausende amerikanische Soldaten in Europa stationiert seien.

"Wenn die europäischen Medien die Vereinigten Staaten angreifen wollen, dann sollten sie anfangen, in den Spiegel zu schauen", sagte Vance laut "Bild".

Seine Kernbotschaft: Europa müsse deutlich mehr Verantwortung für die eigene kontinentale Sicherheit übernehmen.

Trump-Entscheidung irritiert selbst eigene Leute

Die Stornierung der Truppenverlegung löste besonders in Polen Besorgnis aus. Das Pentagon stoppte die geplante Entsendung einer Panzerbrigade vom texanischen Stützpunkt FortCavazos an die Nato-Ostflanke. Doch die Kritik kam nicht nur aus Warschau - auch innerhalb von Trumps eigener Partei wuchs der Unmut.

  • Der republikanische Abgeordnete Don Bacon bezeichnete die Entscheidung als "verwerflich" und warnte vor falschen Signalen sowohl gegenüber Polen als auch gegenüber Moskau.

Die gestoppte Verlegung fügt sich in ein größeres Muster: Washington strebt offenbar eine generelle Reduzierung der amerikanischen Militärpräsenz in Europa an.

  • Kürzlich machte bereits der Abzug von 5000 US-Soldaten aus Deutschland Schlagzeilen. Diese Truppenreduktionen könnten mit Trumps anhaltender Verärgerung über Europa zusammenhängen.
  • Der Präsident wirft Nato-Verbündeten seit Jahren zu geringe Verteidigungsausgaben vor.
  • Im laufenden Iran-Konflikt verstärkt sich sein Frust wegen der größtenteils ausbleibenden europäischen Unterstützung.

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