Donald Trump: Trumps brisante Börsenwetten sorgen für Alarmstimmung 

Ein Präsident als Großinvestor: Neue Zahlen zu den Aktiengeschäften von Donald Trump sorgen für Aufsehen an der Wall Street – und für scharfe Kritik von Finanzexperten. Es geht um Tausende Trades, Hunderte Millionen Dollar – und Unternehmen mit direktem Regierungskontakt.

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220 Millionen Dollar bewegt: Was steckt hinter Trumps Aktien-Explosion? Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Donald Trump soll in nur drei Monaten rund 3.700 Börsengeschäfte mit einem Volumen von mindestens 220 Millionen Dollar getätigt haben
  • Besonders umstritten sind Investments in Firmen mit Regierungsbezug
  • Experten und Öffentlichkeit reagieren alarmiert 

Donald Trump hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres 3.700 Börsengeschäfte abgewickelt – mit einem Gesamtvolumen von mindestens 220 Millionen Dollar. Die Transaktionen betreffen Unternehmen, die direkte Verbindungen zu seiner Regierung unterhalten.

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Donald Trump: Seine Börsengeschäfte sorgen bei Finanzexperten für Fassungslosigkeit

Finanzexperten reagieren fassungslos auf das Ausmaß der Handelsaktivitäten. "Das ist eine wahnsinnige Anzahl an Trades", erklärte Matthew Tuttle, Geschäftsführer von Tuttle Capital Management, gegenüber "Bloomberg", wie auch "The Daily Beast" berichtet. Eric Diton, Präsident der Investmentberatung The Wealth Alliance, zeigte sich ebenfalls verblüfft: "In meinen über 40 Jahren an der Wall Street ist das ein ungewöhnliches Handelsvolumen nach allen Maßstäben."

Nvidia-Chef als Reisebegleiter nach Peking

Besonders brisant erscheinen Trumps Investitionen in den Chiphersteller Nvidia. Der Präsident erwarb Aktien im Wert von mindestens einer Million Dollar – während das Unternehmen vergangenes Jahr eine Vereinbarung mit dem Weißen Haus über den Aufbau von KI-Infrastruktur in den USA abschloss.

Die Verflechtungen gehen noch weiter: Nvidia-Chef Jensen Huang begleitete Trump erst vergangene Woche zu seinem Gipfeltreffen mit Präsident Xi Jinping nach Peking. "All das wirft Fragen auf, die man als Präsident lieber nicht aufwerfen möchte", kommentierte Tuttle. "Wenn man Präsident ist, weiß man alles – bei jeder Aktie, die man kauft, steht daher ein riesiges Fragezeichen."

Millionen in Oracle, Microsoft und Boeing

Nvidia ist jedoch nur eines von mehreren Unternehmen in Trumps Portfolio mit Regierungsbezügen. Der Präsident investierte jeweils mindestens eine Million Dollar in Aktien von Oracle, Microsoft, Boeing und Costco.

Hinzu kommen Versäumnisse bei der vorgeschriebenen Offenlegung seiner Geschäfte. Laut einer Analyse der "Washington Post" wurde Trump sowohl im März als auch im August mit Geldstrafen von jeweils 200 Dollar belegt, weil er Aktientransaktionen nicht fristgerecht gemeldet hatte. Das Weiße Haus äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Amerikaner lehnen Aktienhandel von Politikern ab

Trumps Börsenaktivitäten stoßen auf breite Ablehnung in der Bevölkerung. Umfragen zufolge sprechen sich 88 Prozent der Amerikaner dagegen aus, dass Amtsträger während ihrer Zeit im öffentlichen Dienst mit Aktien handeln. Von Präsidenten wird erwartet, dass sie jeden Anschein vermeiden, persönlich von Insiderwissen oder Regierungsentscheidungen zu profitieren.

Derweil hat sich das Vermögen der Trump-Familie seit 2024 verdoppelt. Im September bezifferte "Forbes" den Gesamtwert auf rund 10 Milliarden Dollar – darunter Melania und Schwiegersohn Jared Kushner. Trump selbst verzeichnete sein bisher lukrativstes Jahr und steigerte sein Vermögen um 3 Milliarden Dollar.

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