Donald Trump: Wutausbruch mitten in der Nacht - hier machte er seinem Ärger Luft

Dieser Bericht ließ Donald Trump offenbar nicht schlafen. Der US-Präsident sah sich genötigt, seinem Ärger mitten in der Nacht Luft zu machen. Auslöser für den Wutausbruch zu später Stunde war die "New York Times".

Von news.de-Redakteur - Uhr

Ein Bericht der "New York Times" brachte Donald Trump zur Weißglut. (Foto) Suche
Ein Bericht der "New York Times" brachte Donald Trump zur Weißglut. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trump knöpft sich Wahrzeichen in Washington vor
  • Trump-Ministerium verteidigt Kosten-Explosion für patriotisches Tempo
  • Trumps Wutantwort im Netz - Bericht lässt "The Don" in der Nacht explodieren
  • Donald Trump widerspricht sich laut Bericht selbst

Diesen Ärger musste Donald Trump ganz offenbar loswerden. Zu nächtlicher Stunde (Ortszeit 1.12 Uhr morgens) platzte dem US-Präsidenten bei Truth Social einmal mehr der Kragen. Auslöser war ein Bericht der "New York Times" über Trumps Renovierung des Lincoln Memorial Reflecting Pool und die damit angeblich verbundene Kosten-Explosion.

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Donald Trump knöpft sich Wahrzeichen in Washington vor

Was als kostengünstiges Schnellprojekt angepriesen wurde, soll dem Bericht zufolge finanziell eskalieren: Die Reparatur des Lincoln Memorial Reflecting Pool wird laut "New York Times" 13,1 Millionen Dollar kosten. US-Präsident Trump hatte ursprünglich verkündet, sein ausgewählter Auftragnehmer würde die Arbeiten für lediglich 1,8 Millionen Dollar durchführen.

Die tatsächlichen Kosten liegen damit mehr als siebenfach über der anfänglichen Ankündigung.

Den Auftrag erhielt die Firma Atlantic Industrial Coatings aus Virginia. Das Unternehmen soll undichte Fugen zwischen den Betonplatten des Pools reparieren, den Boden wasserdicht machen und das historische Wasserbecken in einem Farbton namens "American flag blue" streichen. Das zwischen Washington Monument und Lincoln Memorial gelegene Becken leidet seit Jahrzehnten unter Lecks und Algenwachstum, das das Wasser grün verfärbt.

Trump-Ministerium verteidigt Kosten-Explosion für patriotisches Tempo

Das Innenministerium begründete die Aufstockung mit der Notwendigkeit, das Projekt zu beschleunigen. Sprecherin Katie Martin erklärte, der erhöhte Preis spiegle den Aufwand wider, der für eine schnellere Fertigstellung erforderlich sei - zusätzliches Personal, mehr Material, zusätzliche Ausrüstung und verlängerte Arbeitszeiten vor dem 250. Geburtstag des Landes am 4. Juli.

Aus von der "New York Times" eingesehenen Regierungsdokumenten geht jedoch hervor, dass der nun festgelegte Vertragswert auf den Dollar genau einem Angebot entspricht, das Atlantic Industrial Coatings Mitte April eingereicht hatte. Dieses Angebot kalkulierte bereits eine Gewinnspanne von 20 Prozent ein.

  • Die Vergabe des Auftrags erfolgte im vergangenen Monat ohne Wettbewerbsverfahren. Die Regierung umging dabei die normalerweise geltende Pflicht, konkurrierende Angebote einzuholen, mit der Begründung, die Lage sei derart dringlich, dass jede Verzögerung der Regierung "ernsthafte Schäden" zufügen würde.
  • Was diese Schäden konkret sein sollten, teilte die Regierung nie öffentlich mit.

Trumps Wutantwort im Netz - Bericht lässt "The Don" in der Nacht explodieren

In einer Tirade auf Truth Social ging Donald Trump schließlich zum Gegenangriff über. Die "New York Times" bezeichnete der 79-Jährige als eine der schlechtesten Zeitungen der Welt, die stündlich Abonnenten verliere. Er warf der Zeitung vor, die Vorgängerregierungen verteidigen zu wollen, die beim Reflecting Pool versagt hätten.

Trump behauptete, die Administrationen von Obama und Biden hätten mindestens 55 Millionen Dollar verschwendet und das Becken jahrelang geschlossen gelassen. Er habe nun mehr als 390 Millionen Dollar eingespart und könne das Projekt in zwei Wochen statt in vier Jahren abschließen - für lediglich fünf bis sechs Millionen Dollar statt der angeblich geplanten 400 Millionen.

Donald Trump widerspricht sich laut Bericht selbst

Am Ende seines Truth-Social-Beitrags findet sich jedoch eine Behauptung, die im direkten Widerspruch zu dokumentierten Tatsachen steht.

  • "Ich habe den Vertrag nicht vergeben, das Innenministerium hat es getan, an einen Auftragnehmer, den ich nicht kannte und nie zuvor eingesetzt habe", schrieb Trump.

Die Realität sieht offenbar anders aus: Laut den Recherchen der "New York Times" erklärte Präsident Trump, er habe Atlantic Industrial Coatings selbstfür die Reparatur des historischen Wahrzeichens ausgewählt. Seine Begründung: Die Firma habe bereits an den Schwimmbecken seines Golfclubs in Sterling, Virginia, gearbeitet.

  • Zuletzt reichte die Cultural Landscape Foundation, eine gemeinnützige Organisation für Landschaftsarchitektur, Klage beim Bundesbezirksgericht in Washington ein.
  • Die Stiftung will den Anstrich stoppen und wirft der Trump-Administration vor, gesetzliche Vorschriften ignoriert zu haben, die eine vorherige Prüfung von Projekten an historischen Wahrzeichen vorsehen.

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