Donald Trump: "Er leugnet die Realität" - Trump-Biograf zerlegt den US-Präsidenten
Donald Trump feiert sich als Sieger im Iran-Konflikt – doch ausgerechnet ein vertraulicher Geheimdienstbericht stellt seine Darstellung massiv infrage. Jetzt erhebt Trump-Biograf Michael Wolff schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten und spricht von systematischer Realitätsverweigerung.
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster - Uhr
Suche
- Trump-Biograf Michael Wolff wirft dem US-Präsidenten Realitätsverweigerung im Iran-Konflikt vor
- CIA-Bericht widerspricht Trumps Aussagen über zerstörte iranische Raketen massiv
- Das Weiße Haus reagiert mit persönlichen Attacken auf Wolff
Der Trump-Biograf Michael Wolff erhebt schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten: Dieser leugne systematisch die Realität – besonders deutlich zeige sich das beim Iran-Konflikt. Im Podcast "Inside Trump's Head" des "Daily Beast"erklärte Wolff, Trump verkünde den Krieg als gewonnen, obwohl das iranische Regime weiterhin an der Macht sei.
Weitere Nachrichten zu Donald Trump finden Sie am Ende des Artikels.
Trump-Biograf Wolff attackiert US-Präsidenten scharf nach falscher Siegesmeldung
Die neue Führung in Teheran gilt manchen Beobachtern sogar als noch kompromissloser als ihre Vorgänger. Zudem behalte der Iran die "grundlegende Kontrolle" über die Straße von Hormus. Trump selbst behauptete am Mittwoch fälschlicherweise, der Konflikt dauere erst sechs Wochen – tatsächlich sind es neun.
Michael Wolff sieht bekanntes Muster bei Trump
Wolff, der vier Bücher über Trump verfasst hat, sieht im aktuellen Verhalten ein bekanntes Muster. "Die Wahrheit ist, dass Donald Trumps gesamte politische Karriere und vielleicht auch seine längere Karriere eine Serie dieser Zwangslagen war – viele davon selbst verschuldet – mit denen er nicht umgehen, sie nicht bewältigen oder aus denen er nicht herauskommen konnte", erklärte der Biograf.
Er habe Trump bereits während der Russland-Ermittlungen erlebt, nach der Entlassung von FBI-Chef Comey, mitten in der Corona-Pandemie und als dieser glaubte, die Wahl sei ihm gestohlen worden. Das Erstaunliche: Irgendwie habe sich Trump jedes Mal herausgewunden. Sein Geheimnis sei eine "bemerkenswerte Fähigkeit, die Realität zu leugnen" – besser als jeder andere.
Geheimdienstbericht widerspricht Trumps Iran-Darstellung
Während Trump verkündet, Irans ballistische Raketen seien "größtenteils zerstört", zeichnet eine vertrauliche CIA-Analyse ein völlig anderes Bild. Dem Bericht zufolge, den Regierungsvertreter diese Woche einsehen konnten, verfügt das Land noch über rund 70 Prozent seines Raketenbestands aus der Zeit vor dem Krieg.
Auch die von Trump als "unglaublich" gepriesene US-Blockade der Straße von Hormus scheint weniger wirkungsvoll als dargestellt. Laut der Geheimdiensteinschätzung könnte der Iran eine solche Seeblockade drei bis vier Monate lang durchhalten. Die Diskrepanz zwischen präsidialer Rhetorik und nachrichtendienstlicher Realität könnte kaum größer sein.
Weißes Haus reagiert mit heftigen Beschimpfungen
Die Reaktion aus Washington fiel erwartungsgemäß heftig aus. Kommunikationsdirektor Steven Cheung bezeichnete Wolff als "verlogenen Mistkerl" und "Betrüger". Der Biograf fabriziere regelmäßig Geschichten aus seiner "kranken und verdrehten Fantasie", was nur möglich sei, weil er an einem "schweren und lähmenden Fall von Trump Derangement Syndrome" leide, das sein "erbsengroßes Gehirn" zersetzt habe.
Während das Weiße Haus verbal austeilt, laufen parallel diplomatische Gespräche. Am Donnerstag verhandelte der Iran mit den USA über einen Vorschlag: Die Straße von Hormus soll wieder geöffnet, die Blockade aufgehoben und die Kampfhandlungen für 30 Tage eingestellt werden. Teherans Hauptsorge bleibt laut "New York Times" das iranische Atomanreicherungsprogramm.
Auch diese Trump-News sind einen Blick wert:
- Iran-Krieg dauerte nur "sechs Tage" - neue Trump-Lüge sorgt für Entsetzen
- Trump-Vize erlebt peinlichen Auftritt vor eigenen Anhängern
- Irritation im Weißen Haus - plötzlich spricht Trump von einer dritten Amtszeit
- Trump irritiert mit Gedächtnis-Panne – Video dokumentiert Vorfall
- Augen zu im Oval Office - "Dozy Don" nickt vor Minister ein
sba/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.