Donald Trump: Militär-Alarm in Grönland - US-Präsident macht Ernst in der Arktis
Nach Trumps Annexionsdrohungen gegen den Nato-Verbündeten Dänemark verhandelt das Pentagon nun über drei neue Militärstützpunkte in Grönland – darunter Basen aus dem Kalten Krieg, die Washington zurückhaben will.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Das Pentagon verhandelt mit Dänemark über drei weitere Militärstandorte in Grönland
- Washington will offenbar dauerhaft mehr Soldaten, Spezialkräfte und Marine-Kapazitäten in der Arktis
- Brisant: Donald Trump hatte zuvor sogar mit einer gewaltsamen Übernahme Grönlands gedroht
Donald Trump treibt sein nächstes geopolitisches Machtprojekt voran: Die USA wollen ihre militärische Präsenz in Grönland massiv ausbauen. Während der US-Präsident zuletzt noch mit einer Übernahme der Insel drohte, verhandelt das Pentagon nun bereits konkret mit Dänemark über den Zugang zu drei weiteren Stützpunkten. Damit wird aus Trumps umstrittener Grönland-Fixierung plötzlich strategischer Ernst. Die Arktis wird immer stärker zur Bühne globaler Machtpolitik und Washington will dort offenbar nicht nur mitreden, sondern dominieren.
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USA planen offenbar dauerhafte Präsenz in Grönland
Wie der "Daily Star" berichtet, streben die Vereinigten Staaten eine dauerhafte Stationierung an den Standorten Narsarsuaq und Kangerlussuaq an. Narsarsuaq im Süden Grönlands ist wegen seines Tiefwasserhafens strategisch interessant. Kangerlussuaq im Südwesten verfügt über eine Landebahn, die auch große US-Militärflugzeuge aufnehmen kann. Ein dritter möglicher Standort wurde bislang nicht öffentlich genannt. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auf einem guten Weg sind", so ein Vertreter des Weißen Hauses.
Hinter dem Vorstoß steht ein klarer militärischer Plan: mehr Zugriff, mehr Beweglichkeit, mehr Optionen. General Gregory Guillot, Befehlshaber des US Northern Command, erklärte vor dem Kongress, dass die Gespräche mit Dänemark "vorankommen". Bislang beschränkt sich die amerikanische Militärpräsenz auf die Pituffik Space Base im Norden Grönlands, wo bereits einige hundert Soldaten stationiert sind. Doch aus Sicht des Pentagons reicht das längst nicht mehr. Guillot machte deutlich, was Washington fehlt: "Wir haben keine permanente Stationierung für Spezialeinheiten und auch keine dauerhafte Präsenz für einige der maritimen Fähigkeiten, die ich benötige." Mit Blick auf die wachsenden Spannungen in der Weltlage sagte der General weiter, er arbeite daran, "mehr Häfen, mehr Flugplätze" zu erschließen, um dem Verteidigungsminister und dem Präsidenten zusätzliche militärische Handlungsoptionen in der Arktis zu verschaffen.
Grönland wird für Trump zur strategischen Machtfrage
Dass ausgerechnet Grönland plötzlich so wichtig wird, ist kein Zufall. Die Insel liegt geostrategisch zwischen Nordamerika, Europa und der Arktis – also in einem Raum, der militärisch und wirtschaftlich immer härter umkämpft wird. Für Washington geht es dabei nicht nur um Verteidigung, sondern auch um Machtprojektion, Zugriffswege und die Kontrolle über eine Region, die mit Blick auf Russland und China zunehmend an Bedeutung gewinnt. Trump hatte diesen Kurs schon zuvor politisch vorbereitet – allerdings auf seine eigene, maximal konfrontative Art. Besonders brisant: Die beiden nun ins Spiel gebrachten Orte sind für die USA kein Neuland.
Sowohl Narsarsuaq als auch Kangerlussuaq wurden bereits im Zweiten Weltkrieg und später im Kalten Krieg als amerikanische Militärbasen genutzt. Nach dem Rückzug der US-Streitkräfte gingen die Standorte wieder an die lokalen Behörden zurück. Jetzt rücken sie erneut ins Zentrum amerikanischer Arktis-Strategie.
USA berufen sich auf altes Verteidigungsabkommen mit Dänemark
Juristisch sehen sich die Vereinigten Staaten offenbar auf sicherem Terrain. Grundlage ist ein Verteidigungsabkommen von 1951 zwischen Dänemark und den USA, das Washington weitreichende Rechte in Grönland einräumt. General Guillot sagte dazu vor dem Kongress: "Wir brauchen keinen neuen Vertrag. Er ist sehr umfassend und ehrlich gesagt sehr günstig für unsere Operationen oder mögliche Operationen in Grönland." Das ist eine bemerkenswert offene Ansage: Aus Sicht des US-Militärs sind die rechtlichen Voraussetzungen für einen Ausbau offenbar längst vorhanden.
Politisch wird die Sache allerdings deutlich heikler. Denn parallel zu den diplomatischen Gesprächen hatte Trump den Ton zuletzt massiv verschärft. Der US-Präsident drohte zuvor offen mit einer gewaltsamen Übernahme Grönlands und argumentierte, "Dänemark dieses Land nicht vor Russland oder China schützen kann". Zudem behauptete er, russische und chinesische Schiffe würden regelmäßig vor der grönländischen Küste patrouillieren. Damit stellte Trump ausgerechnet einen NATO-Verbündeten öffentlich infrage – und verschärfte die Spannungen innerhalb des westlichen Bündnisses.
Nato unter Druck: Trump bringt sogar Austritt ins Spiel
Noch explosiver wird die Lage durch Trumps jüngste Attacken auf die Nato. Erst am Mittwoch erwog der Präsident laut Bericht sogar einen Austritt der USA aus dem Verteidigungsbündnis. Als Begründung soll Trump mangelnde Unterstützung für seinen Konflikt mit dem Iran genannt haben. Sollte der Präsident diesen Kurs weiter verschärfen, würde das nicht nur Dänemark, sondern die gesamte westliche Sicherheitsarchitektur unter Druck setzen. Gerade deshalb wirkt der Ausbau der US-Militärpräsenz in Grönland wie mehr als nur ein logistisches Projekt: Er ist Teil eines größeren Machtpokers, in dem Trump Bündnisse, Drohungen und militärische Präsenz gleichzeitig als Druckmittel einsetzt.
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