Donald Trump: Wahre Pläne hinter Trump-"Bibliothek" enthüllt - Luxusprojekt schürt Korruptionsverdacht
Donald Trump nannte es zunächst Präsidentenbibliothek, doch jetzt spricht er offen von einem Hotel. In Miami soll ein Prestige-Projekt mit Gratis-Baugrund, Millionen-Zahlungen und kommerziellem Potenzial entstehen. Kritiker sehen darin ein weiteres Beispiel dafür, wie eng bei Trump Amt und Geschäft inzwischen verflochten sind.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Trump räumt ein: Seine geplante "Präsidentenbibliothek" in Miami soll wohl eher ein Luxushotel werden.
- Brisant: Das Grundstück in Top-Lage wurde der Trump-nahen Stiftung kostenlos überlassen.
- Neue Kritik: Das Projekt verstärkt den Eindruck, dass bei Trump Politik und Profit immer stärker verschwimmen.
Mehr Gold als Bücher, mehr Prestige als Archiv und womöglich vor allem ein neues Geschäft.
Donald Trump hat selbst eingeräumt, dass seine geplante "Präsidentenbibliothek" in Miami offenbar deutlich kommerzieller ausfallen soll als bislang dargestellt. "Es wird höchstwahrscheinlich ein Hotel, mit einem wunderschönen Gebäude darunter und einer 747 Air Force One in der Lobby", sagte der US-Präsident am Dienstag (31.03.2026) ganz unverhohlen im Oval Office. Damit bestätigt Trump genau den Verdacht, der das Projekt seit Tagen begleitet: Hinter dem Etikett einer Präsidentenbibliothek könnte in Wahrheit vor allem ein luxuriöses Prestige- und Einnahmeprojekt stehen.
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Lüge um Trump-Bibliothek in Miami aufgeflogen: Luxusprojekt statt klassischer Präsidentenbibliothek?
Das geplante Areal liegt in bester Lage in Downtown Miami – und sorgt nicht nur wegen seiner prominenten Adresse für Aufsehen. Das Grundstück wurde der von Trump kontrollierten Stiftung kostenlos überlassen. Trump selbst machte aus seiner Begeisterung keinen Hehl. "Man sagt, es sei der beste Block in Miami, und der Staat hat mit uns zusammengearbeitet", erklärte er. Schon der erste Entwurf, den die Trump-Familie am Montag vorgestellt hatte, ließ Zweifel an einem klassischen Bibliothekskonzept aufkommen: goldene Statuen, ein Air Force One-Jet – aber auffällig wenig Bücher.
Gratis-Grundstück für Trump-Projekt: Wie der Deal in Florida zustande kam
Besonders brisant ist der Weg, über den das Grundstück den Besitzer wechselte. Die Übertragung erfolgte durch eine Vereinbarung zwischen dem Bundesstaat Florida und dem Miami Dade College. Ohne Kosten ging das Areal an die von Trump kontrollierte Stiftung über – ein staatlich unterstützter Deal, der nun Fragen nach politischer Begünstigung aufwirft. Geplant ist ein Wolkenkratzer, der in den oberen Etagen Hotelzimmer beherbergen soll. Damit wäre das Projekt nicht nur ein politisches Denkmal, sondern auch eine potenziell dauerhafte Einnahmequelle. Trump betonte zwar, dass mit dem Bau erst nach seinem Ausscheiden aus dem Amt begonnen werden solle. Doch die Pläne scheinen bereits weit fortgeschritten. Zwar stehen offenbar auch Büroflächen im Raum. Trump machte bereits deutlich, welche Variante er bevorzugt.
Auch die Finanzierung der geplanten "Bibliothek" sorgt für Kritik. Denn das Projekt ist bereits mit Millionenzahlungen aus rechtlichen Vergleichen mit großen Medien- und Technologieunternehmen verbunden. Dabei geht es um Gelder, die nach Ansicht von Kritikern ohne Trumps Präsidentenamt kaum zustande gekommen wären. Diese Summen fließen in den Donald J. Trump Presidential Library Fund, eine als gemeinnützig eingetragene Stiftung. Genau hier liegt für Beobachter das Problem: Für die Verwendung der Mittel gelten vergleichsweise wenige Einschränkungen.
So entsteht der Eindruck einer Konstruktion, bei der Geld, das aus Trumps politischer Machtstellung resultiert, in eine Organisation fließt, die seiner Kontrolle unterliegt – während das Projekt nach außen wie eine öffentliche Institution wirkt, intern aber offenbar stark auf kommerzielle Nutzung ausgerichtet ist.
Kritiker sehen immer stärkere Vermischung von Amt und Geschäft
Das Miami-Projekt fügt sich in ein größeres Bild ein. Schon seit Monaten wächst die Kritik daran, dass in Trumps zweiter Amtszeit die Grenzen zwischen seiner öffentlichen Rolle und den privaten Geschäftsinteressen seiner Familie zunehmend verschwimmen. Eine detaillierte Analyse des New Yorker vom August vergangenen Jahres zeichnete bereits das Bild eines weitverzweigten Netzwerks aus Geschäften und Deals – von Kryptowährungsprojekten bis zu Lizenzvereinbarungen im Ausland. Seitdem scheint sich dieses System weiter beschleunigt zu haben.
Mit Trump verbundene Projekte erzielten durch digitale Token, die direkt seinen Namen tragen, Hunderte Millionen. Trump Media sammelte Milliarden ein – getragen auch von seinem anhaltenden politischen Einfluss. Dazu kommen lukrative Geschäfte der Trump Organization in der Golfregion sowie ein Resort-Projekt in Vietnam, das laut Berichten von Behörden unter Hinweis auf Trumps Beteiligung beschleunigt genehmigt wurde.
Was offiziell als Präsidentenbibliothek verkauft wird, wirkt damit immer stärker wie ein Projekt, das vor allem einem anderen Trump-Prinzip folgt: Marke, Macht und Monetarisierung. Oder anders gesagt: Weniger Lesesaal, mehr Luxus-Lobby.
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