Donald Trump: Er huldigt Lukaschenko - Entsetzen nach Trump-Deal mit Diktator in Europa
Mehr als 250 politische Gefangene kommen in Belarus frei und Donald Trump sorgt mit einer Nachricht für neuen Wirbel. Denn der US-Präsident bedankt sich öffentlich bei Alexander Lukaschenko und schwärmt sogar von dem autoritären Machthaber.
Von news.de-Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Belarus hat nach Gesprächen mit den USA 250 weitere politische Häftlinge freigelassen
- Im Gegenzug lockerte Washington mehrere Wirtschaftssanktionen gegen das Land
- Für sein öffentliches Lob an Lukaschenko kassiert Donald Trump nun scharfe Kritik aus Europa
Es ist ein Deal mit Sprengkraft: Nach Gesprächen zwischen Washington und Minsk sind in Belarus 250 weitere politische Häftlinge freigekommen. Doch während die Freilassung international zunächst wie ein diplomatischer Erfolg wirkt, sorgt vor allem die Reaktion von Donald Trump für Aufsehen. Denn der US-Präsident verkündete die Nachricht nicht nur persönlich auf seiner Plattform Truth Social, er überhäufte den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko dabei auch mit ungewöhnlich warmen Worten. Und genau das sorgt für reichlich Kritik.
Alexander Lukaschenko lässt 250 politische Gefangene frei - Donald Trump verkündet Belarus-Deal
Nach Angaben Trumps fanden die Gespräche zwischen dem US-Sondergesandten John Coale und Lukaschenko in der vergangenen Woche statt. Ergebnis: 250 weitere politische Gefangene wurden aus belarussischen Haftanstalten entlassen. Damit steigt die Zahl der seit Mai vergangenen Jahres freigekommenen politischen Häftlinge auf mehr als 500. Die jüngste Freilassung soll Lukaschenko bereits am Donnerstag im Rahmen einer Vereinbarung mit Washington angeordnet haben. Im Gegenzug machten die USA bei den Sanktionen Zugeständnisse.
Donald Trump nennt Lukaschenko "hochrespektiert" und kündigt Treffen an
Besonders brisant: Trump beließ es nicht bei einer nüchternen Erfolgsmeldung. In seinem Beitrag auf Truth Social lobte er Lukaschenko auffällig überschwänglich. Er bezeichnete den belarussischen Präsidenten als "hochrespektiert" und sprach ihm seinen "wärmsten Dank" für die Freilassungen aus. Die Gefangenen seien "gnädig" entlassen worden, schrieb der US-Präsident. Gerade diese Formulierungen sorgen nun für heftige Reaktionen. Denn Lukaschenko gilt international seit Jahren als autoritärer Machthaber und enger Verbündeter des Kremls.
Noch weiter ging Trump mit einem weiteren Satz, der ebenfalls aufhorchen ließ: Der US-Präsident kündigte sogar ein persönliches Treffen mit Lukaschenko an. "Ich freue mich darauf, beim nächsten Board of Peace-Treffen bei ihm zu sein", schrieb er. Dass Trump öffentlich einen solchen Ton gegenüber dem belarussischen Staatschef anschlägt, wird in diplomatischen Kreisen als hochsensibel gewertet – vor allem mit Blick auf Europas Haltung gegenüber Minsk.
Scharfe Kritik aus Europa: "Kein hochrespektierter Führer"
Vor allem in Europa stößt Trumps Rhetorik auf massive Ablehnung. Besonders deutlich wurde der estnische Politiker Marko Mihkelson, der auf der Plattform X scharf gegen den US-Präsidenten austeilte. "Der belarussische Diktator ist kein 'hochrespektierter' Führer, sondern ein Kriegsverbrecher, der Russland bei seiner Aggression unterstützt", schrieb er. Mihkelson legte noch nach und warf Lukaschenko vor, die eigenen Bürger als politische Geiseln zu missbrauchen. Er beschuldigte den Machthaber, damit sein "terroristisches Regime" zu sichern. Zugleich stellte er Trumps Rolle in dem Deal in ein deutlich kritisches Licht: Der US-Präsident helfe mit seinem Vorgehen letztlich einem engen Verbündeten Moskaus.
Politischer Erfolg oder gefährliches Signal?
Die Freilassung von politischen Gefangenen ist ohne Frage ein bedeutendes Signal. Doch die Art und Weise, wie Trump den Deal öffentlich verkauft, verändert die Wahrnehmung spürbar. Denn aus einem diplomatischen Erfolg wird plötzlich auch eine Grundsatzfrage: Wie weit darf man autoritären Herrschern politisch entgegenkommen, wenn im Gegenzug Menschen freikommen?
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