Donald Trump: Putsch-Aufruf gegen Trump? Konservativer fordert Machtwechsel

Ein konservativer Vordenker stellt sich offen gegen Donald Trump und fordert ausgerechnet seinen Vize zum Machtwechsel auf. Der Auslöser: der eskalierende Iran-Krieg. Doch wie realistisch ist eine Absetzung Trumps wirklich?

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Darüber kann Donald gar nicht lachen: Ein konservativer Journalist fordert Vizepräsident J.D. Vance öffentlich auf, Trump per Verfassungszusatz aus dem Amt zu drängen – mitten im Iran-Krieg. (Foto) Suche
Darüber kann Donald gar nicht lachen: Ein konservativer Journalist fordert Vizepräsident J.D. Vance öffentlich auf, Trump per Verfassungszusatz aus dem Amt zu drängen – mitten im Iran-Krieg. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Konservativer Journalist fordert Trump-Absetzung über den 25. Verfassungszusatz
  • Journalist ruft Vizepräsident J.D. Vance dazu auf, Trump zu stürzen
  • So wahrscheinlich ist eine Absetzung Trumps
  • Kritik an Trump wächst – auch aus eigenen Reihen wegen Iran-Krieg

Der Druck auf Donald Trump wächst und kommt jetzt aus einer Richtung, die politisch brisanter kaum sein könnte: aus dem konservativen Lager selbst. Der Journalist Scott McConnell fordert Vizepräsident J.D. Vance öffentlich dazu auf, einen Machtwechsel einzuleiten – mithilfe des 25. Verfassungszusatzes, wie beim Onlineportal "Newsweek" zu lesen ist.

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Soll Vance Trump stürzen? Knallharte Forderung aus dem konservativen Lager

Sein Appell ist eindeutig. Auf der Plattform X schrieb McConnell am Sonntag: "Mein Rat an Vance: Kündigen Sie Ihre Unterstützung für einen Übergang nach dem 25. Verfassungszusatz an". Der Vizepräsident solle seine Position und seinen Medienzugang nutzen, um zu erklären, warum dieser Schritt notwendig sei. Gleichzeitig solle Vance ankündigen, 2028 nicht als Präsidentschaftskandidat anzutreten. Eine politische Explosion mit Ansage?

Was der 25. Verfassungszusatz ermöglicht

Der 25. Verfassungszusatz aus dem Jahr 1967 regelt, was passiert, wenn ein US-Präsident sein Amt nicht mehr ausüben kann. Besonders heikel ist Abschnitt 4:

  • Der Vizepräsident kann gemeinsam mit der Mehrheit des Kabinetts den Präsidenten für amtsunfähig erklären.
  • Er würde sofort die Amtsgeschäfte übernehmen.

Doch die Hürden sind extrem hoch: Sollte der Präsident widersprechen, müsste der Kongress mit Zweidrittelmehrheit entscheiden. Genau deshalb wurde dieser Mechanismus bisher noch nie erfolgreich zur dauerhaften Absetzung genutzt.

Iran-Krieg als Brandbeschleuniger der Kritik: Zweifel an Trumps Amtsfähigkeit nehmen zu

Auslöser der aktuellen Debatte ist der eskalierende Iran-Krieg, erklärt Newsweek. Seit Beginn des Konflikts mehren sich Zweifel an Trumps Führungsfähigkeit – inzwischen auch bei konservativen Stimmen. Besonders brisant: Während eines militärischen Schlagabtauschs wurde Trump dafür kritisiert, Golf zu spielen. Ein Bild, das politisch verheerend wirkt.

Prognosemärkte bleiben skeptisch: So wahrscheinlich ist eine Absetzung Trumps

Trotz der wachsenden Forderungen halten Wettmärkte eine Absetzung Trumps für unwahrscheinlich, erklärt "Newsweek". Auf der Plattform Kalshi liegt die Wahrscheinlichkeit, dass der 25. Verfassungszusatz während Trumps Amtszeit angewendet wird, bei 33 Prozent. Zu Jahresbeginn waren es noch 15 Prozent.

Der Konkurrent Polymarket sieht die Chancen noch geringer: Nur 8 Prozent Wahrscheinlichkeit werden für eine Absetzung vor Ende 2027 angegeben. Bemerkenswert war ein kurzzeitiger Ausschlag am 8. März, als die Wahrscheinlichkeit auf über 40 Prozent schnellte. An diesem Tag hatten gemeinsame amerikanisch-israelische Luftangriffe Treibstoffdepots in Teheran getroffen – eine deutliche Eskalation des Konflikts. 

Kritik von rechts UND links: Der Druck auf Trump wächst

Die Forderungen nach Anwendung des 25. Verfassungszusatzes kommen längst nicht mehr nur von Demokraten. Stattdessen ist die Kritik an Trump längst parteiübergreifend:

  • David Stockman schrieb: "Trump hat völlig den Verstand verloren"
  • Ed Markey forderte bereits im Januar seine Absetzung
  • Melanie D'Arrigo betonte, es gehe darum, "das Land über die Partei zu stellen"
  • Majid M. Padellan warnte: Verantwortliche hätten "keine Ahnung haben, was sie tun"

Die Tonlage verschärft sich – und das öffentlich.

Vance bleibt loyal – kein Zeichen für Revolte

Trotz der wachsenden Kritik bleibt J.D .Vance bislang auf Linie. Der Vizepräsident gilt als loyaler Unterstützer Trumps. Hinweise auf einen Kurswechsel? Fehlanzeige. Auch im republikanischen Kongress fehlt jede Dynamik für einen solchen Schritt. Selbst interne Kritiker scheuen offenbar die politische Sprengkraft.

Die Diskussion um den 25. Verfassungszusatz ist nicht neu. Bereits während Trumps erster Amtszeit wurde darüber spekuliert – unter anderem nach einem anonymen Beitrag in der "New York Times". Doch wie heute blieb es auch damals bei Worten. Konkrete Schritte? Keine.

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