Friedrich Merz: Eiskalte Trump-Absage im Iran-Krieg - Bundeskanzler sorgt für Diskussionen

Friedrich Merz kritisierte Donald Trumps Forderung nach Unterstützung im Iran-Krieg scharf. Der Konflikt sei keine Angelegenheit der NATO. Deutschland werde nicht mit militärischen Mitteln reagieren. Für seine Haltung erhält der Bundeskanzler nicht nur Zuspruch.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Bundeskanzler Friedrich Merz widersetzt sich Trumps Hilferuf im Iran-Krieg. (Foto) Suche
Bundeskanzler Friedrich Merz widersetzt sich Trumps Hilferuf im Iran-Krieg. Bild: picture alliance/dpa/NTB | Lise Åserud
  • Friedrich Merz widersetzt sich Donald Trump: Deutschland beteiligt sich nicht militärisch daran, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu ermöglichen.
  • Deutschland wird sich am Iran-Krieg nicht beteiligen, erklärt der Bundeskanzler.
  • Merz will keinen "ewigen Krieg", aber einen Regimewechsel.
  • Trump-Ansage spaltet die Netzgemeinde.

Der Konflikt im Iran schwelt weiter. Nach den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf das Land rückte unter anderem die für den Ölhandel wichtige Straße von Hormus in den Fokus. Nach der Blockade der Meerenge forderte US-Präsident Donald Trump Unterstützung von den NATO-Partnern an, Tanker zu schützen. Aus Deutschland erhielt der Republikaner eine eindeutige Absage aus Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz schließt einen NATO-Einsatz entschieden aus.

Friedrich Merz erteilt Donald Trump eine harte Absage im Iran-Krieg

Friedrich Merz äußerte sich bei einem Treffen mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten im Kanzleramt in Berlin mit scharfen Worten über das Hilfegesuch des US-Präsidenten. Die NATO sei ein Verteidigungsbündnis und kein Interventionsbündnis, sagte der CDU-Vorsitzende. "Deswegen wünsche ich mir, dass wir auch mit dem notwendigen Respekt im Bündnis hier miteinander umgehen." Der Iran-Krieg sei keine Angelegenheit der NATO sagte Merz, solange der Krieg andauere, werde sich Deutschland nicht daran beteiligen, in der Straße von Hormus mit militärischen Mitteln eine freie Schifffahrt zu gewährleisten. "Bis heute ist uns auch kein Konzept bekannt, wie eine solche Operation überhaupt gelingen könnte."

Bundeskanzler betont: Deutschland wird sich nicht "militärisch einbringen"

Auf der Plattform X und Instagram verdeutlichte der Bundeskanzler seine Aussage. "Wir werden uns nicht daran beteiligen, in der Straße von Hormus mit militärischen Mitteln eine freie Schifffahrt zu gewährleisten. Der Krieg im Nahen Osten ist nicht Angelegenheit der NATO. Deshalb wird sich Deutschland auch nicht militärisch einbringen", schreibt er auf X. Zuletzt betonte Merz in einem Reaktionsvideo auf dem Foto- und Videonetzwerk Instagram, dass sich Deutschland in den Konflikt nicht einbringen wird.

Friedrich Merz mit deutlicher Ansage: Iran darf nicht in "ewigen Krieg" geraten

Merz machte in Berlin deutlich, dass die Region nicht in einen "ewigen Krieg" mit unklaren Zielen hineinschlittern. "Eine weitere Ausweitung der Kampfhandlungen brächte große Risiken für unsere Partner im Nahen Osten und in der gesamten Golfregion." Gleiches gelte bei einem Zusammenbruch der iranischen staatlichen Ordnung, der territorialen Integrität, der Staatlichkeit und der iranischen Wirtschaft. "Dieser Krieg muss deshalb schnellstmöglich und mit einem klaren Plan, mit einer Strategie, zu Ende gebracht werden." Danach soll es eine neue demokratische und legitime Regierung geben. "Aber das herbeizubomben, wird nach allen Erfahrungen, die wir auch in früheren Jahren und Jahrzehnten gemacht haben, aller Voraussicht nach nicht gelingen." Damit spricht er die Angriffe des US-Militärs auf den Iran an, die seit Ende Februar anhalten.

Merz sorgt mit Trump-Kritik für hitzige Diskussionen

Merz' Seitenhieb gegen Trumps Agieren im Iran-Krieg spaltet die Menschen im Netz. Einige Nutzer sehen seine Reaktion positiv. "Danke für Ihre Worte, Herr Bundeskanzler", schreibt ein User bei Instagram. "Die erste richtige Entscheidung, die Merz trifft", meint ein anderer mit leichtem kritischen Unterton. "Mal abgesehen davon, dass die deutsche Marine nicht imstande ist, in dieser Angelegenheit eine sonderlich große Rolle zu spielen, ist das eine gute Entscheidung. Dieser Konflikt ist Hybris, hirnverbrannt und Deutschland hat kein Interesse daran, Teil davon zu werden", meint ein User auf X.

Viele Follower finden keine warmen Worte, sondern üben Kritik. "Sie müssen sich beherrschen! In wenigen Tagen ein Mal Präsident Trump loben und sagen, wir unterstützen unsere Partner und dann 180 Grad anders! Herr Merz bisschen stabil bitte gegen den Wind", behauptet ein User. Dabei ärgern sich einige über die Unterstützung für die Ukraine und die Waffenlieferungen an Israel. Die Bundesregierung hat die wegen des Gaza-Kriegs verhängten Beschränkungen für Rüstungsexporte nach Israel im November 2025 wieder aufgehoben. 

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/sfx/news.de/dpa

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