Eskalation mit Israel: Libanon schlägt direkte Verhandlungen mit Israel vor
Mit der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah steht die Regierung in Beirut ein weiteres Mal unter Druck. Präsident Aoun legt nun einen Plan zur Deeskalation vor.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Libanons Präsident Joseph Aoun schlägt angesichts der zugespitzten Lage zwischen seinem Land und Israel direkte Verhandlungen mit dem Nachbarland vor. Aoun habe in einer Videokonferenz mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa eine entsprechende Initiative vorgestellt, hieß es in einer Regierungsmitteilung. Sie basiere auf vier Punkten: ein vollständiger Waffenstillstand, eine sofortige Bereitstellung logistischer Unterstützung für die libanesischen Streitkräfte, eine vollständige Entwaffnung der Hisbollah und direkte Verhandlungen zwischen Libanon und Israel unter internationaler Schirmherrschaft.
An der Videokonferenz nahmen noch weitere Staats- und Regierungschefs aus der Region teil, darunter Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi oder Iraks Ministerpräsident Mohammed al-Sudani.
Hunderttausende Vertriebene durch jüngste Eskalation
Mehr als 600.000 Menschen seien im Libanon im Zuge der jüngsten Eskalation bereits vertrieben worden, betonte Aoun. "Einige von ihnen irren auf den Straßen umher, ohne Obdach und ohne die grundlegendsten Lebensnotwendigkeiten", sagte er.
Als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei hatte die mit Teheran verbündete Hisbollah vor gut einer Woche wieder Raketen auf Israel abgefeuert. Seitdem greift das israelische Militär wieder im größeren Umfang im Libanon an. Die Hisbollah hat im Libanon eine Art Staat im Staate aufgebaut. Sie sieht sich als einzig wahre Widerstandskraft gegen den Erzfeind Israel. Auch der libanesische Staat ist offiziell im Kriegszustand mit Israel.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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