Militärische Eskalation: Iran-Krieg: Wer greift wo an und warum?

Seit einer Woche herrscht Krieg im Nahen und Mittleren Osten. Nach den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran schlagen die Streitkräfte der Islamischen Republik zurück. Ein Überblick.

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Täglich bestens informiert mit den aktuellen Politik-Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / Семен Саливанчук

Die Angriffe Israels und der USA lösen eine Kettenreaktion im Nahen Osten aus. Iran hat zu Gegenangriffen ausgeholt, die nicht nur Israel treffen. Inzwischen hat sich der Krieg auf die ganze Region ausgeweitet. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Wer greift wo an und warum? Ein Überblick - ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

USA und Israel greifen Iran an

Seit Samstag hat Israel eigenen Angaben nach mehr als 2.500 Kampfeinsätze geflogen.

Ziele sind militärische Infrastruktur wie Raketenabschussrampen und Flugabwehrstellungen, Hauptquartiere der Militärführung, Stützpunkte sowie die politische Führung.

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei und mehrere führende Militärvertreter wurden getötet.

Die Hauptstadt Teheran mit ihren rund 15 Millionen Einwohnern ist seit Kriegsbeginn Schauplatz schwerer Bombardierungen.

Mehr als 1.200 Menschen kamen offiziellen Zahlen nach bei den Angriffen bereits ums Leben. Laut der Regierung waren unter den Toten rund 30 Prozent Kinder.

Landesweit wurden bei den Angriffen laut der Regierung mehr als 3.000 Wohneinheiten getroffen.

Die iranische Marine im Süden am Persischen Golf wurde geschwächt. Die US-Streitkräfte haben laut dem für die Region zuständigen Regionalkommando mehr als 20 iranische Schiffe angegriffen oder versenkt.

Israel fühlt sich durch das iranische Raketen- und Atomprogramm in seiner Existenz bedroht. Auch die USA verweisen auf die Bedrohung durch die iranische Führung.

Experten sehen in den Angriffen auf den Iran einen Bruch des Völkerrechts.

Iran greift Israel an

Mehr als 20 Wellen ballistischer Raketen haben Irans Revolutionsgarden, die mächtige Elitestreitmacht des Landes, eigenen Angaben zufolge als Reaktion bereits auf Israel gefeuert.

Auch Kampfdrohnen sind im Einsatz, um die moderne israelische Raketenabwehr zu schwächen.

Mindestens elf Menschen kamen in Israel seit Kriegsbeginn ums Leben.

Mehrere Wohnhäuser sowie eine Synagoge wurden zerstört.

Schäden an militärischen Anlagen und sensiblen Einrichtungen sind wegen der Militärzensur im Land kaum überprüfbar.

Ständig gibt es im Land Raketenalarm, Millionen Menschen müssen sich wegen der Angriffe immer wieder in Schutzräume begeben.

Iran greift Golfregion an

Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA attackiert der Iran unter anderem Ziele in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Katar, Bahrain und Kuwait.

Hunderte Raketen und Drohnen wurden gezählt, die Flugabwehr der Länder hat den Großteil der Angriffe abgefangen.

Ziele sind vor allem US-Militärstützpunkte.

In den betroffenen Ländern gibt es Todesopfer, Schäden und Brände.

In Kuwait stürzten mehrere US-Militärflugzeuge ab, nach US-Militärangaben durch "friendly fire", also vermutlich bei der Abwehr iranischer Angriffe. Die Besatzungen haben laut kuwaitischem Verteidigungsministerium überlebt.

In Städten wie Dubai (VAE), Doha (Katar) und Manama (Bahrain) wurden teils Hotels, Wohngebäude und Flughäfen getroffen.

Die Angriffe treffen den Ruf der Golfstaaten als stabile und sichere Standorte für Investoren und Touristen.

Die Golfstaaten stehen unter Druck, militärisch zu reagieren, wollen aber nicht in einen größeren Krieg hineingezogen werden.

Sorge besteht auch um Ölanlagen als zentrale Einnahmequelle, etwa in Saudi-Arabien, wo es im Osten nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff zu einem Brand an einer Ölanlage kam.

Hisbollah-Miliz greift Israel an

Die vom Iran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz feuerte immer wieder Raketen auf Israel ab.

Die Begründung: Vergeltung für die Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei.

Der Eingriff der Miliz in den Krieg war der erste Raketenangriff seit Beginn der Waffenruhe mit Israel im November 2024.

Israel greift Ziele im Libanon an

Im Gegenzug startete Israel Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut und andere Gebiete des Landes.

Große Teile der Vororte Beiruts, des Südens und des Ostens des Landes wurden als mögliche Angriffsziele markiert und sorgten für Panik unter den Bewohnern.

Hunderttausende Menschen wurden zur Flucht aufgerufen.

Die Menschen haben Angst vor einem neuen Krieg: erst im Herbst 2024 standen die Hisbollah und Israel in einem offenen Krieg, bei dem im Libanon Tausende Menschen getötet wurden.

Ziele der aktuellen Angriffe sind nach israelischen Militärangaben Waffenlager und Infrastruktur der Hisbollah sowie ranghohe Mitglieder der Miliz, explizit auch Anführer Naim Kassim.

Mehr als 120 Menschen wurden nach libanesischen Angaben seit der jüngsten Eskalation getötet und knapp 700 verletzt.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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