Krieg im Nahen Osten: Israels Botschafter: Iran will Europa in den Krieg ziehen

Eine Drohne soll einen britischen Luftwaffenstützpunkt auf Zypern getroffen haben. Nach Ansicht des israelischen Botschafters in Deutschland sollte das für die EU Anlass sein zu reagieren.

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Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, wirft dem Iran vor, Europa in den Krieg im Nahen Osten hineinziehen zu wollen. Der mutmaßliche Drohneneinschlag auf einem britischen Luftwaffenstützpunkt im EU-Staat Zypern sei für ihn ein Anzeichen dafür, dass der Iran versuche, die Europäer in Kampfhandlungen zu verwickeln, sagte Prosor der Deutschen Presse-Agentur. "Hoffentlich wird Europa das mal sehen und darauf auch reagieren - in welcher Art und Weise, das ist eine Entscheidung, die in Europa getroffen wird."

Der Botschafter verwies in diesem Zusammenhang auf die in Artikel 42 des EU-Vertrags festgeschriebene Beistandsklausel, die die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, angegriffene EU-Partnerstaaten zu unterstützen. "Es gibt eine Beistandsklausel, die eigentlich sagt, weil Zypern Teil von Europa ist, ist es die Verantwortung, Zypern zu verteidigen."

Prosor: Iran hat Europa "an der Nase herumgeführt"

Prosor kritisierte, dass Europa zu lange auf Verhandlungen mit dem Iran gesetzt habe. "47 Jahre hat dieses Mullah-Regime eigentlich mit Europa verhandelt, Geschichten aus Tausendundeiner Nacht erzählt, hat eigentlich Europa an der Nase herumgeführt." All das habe aber zu nichts geführt.

Der britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri in Zypern war in der Nacht zum Montag mutmaßlich von einer Drohne getroffen worden. Es habe sich um ein unbemanntes Fluggerät vom Typ "Shahed" gehandelt, teilte im zyprischen Fernsehen Präsident Nikos Christodoulidis mit. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte den Vorfall. Verletzt wurde nach Angaben des Präsidenten niemand. Unklar war zunächst, wer die Drohne abgefeuert hat.

Das Vereinigte Königreich beteiligt sich nach eigenen Angaben im Nahen Osten an einem defensiven Militäreinsatz gegen den Iran. Auch Deutschland hat sich "militärische Defensivmaßnahmen" vorbehalten. Außenminister Johann Wadephul versteht darunter, dass "Bundeswehrsoldaten, wenn sie angegriffen werden würden, sich defensiv verteidigen würden", wie er im Deutschlandfunk sagte.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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