Donald Trump: Gaza-"Friedensrat" löst Streit mit Vatikan aus

Zum Start der Fastenzeit eskaliert ein Streit zwischen Weißem Haus und Vatikan. Karoline Leavitt attackiert Rom wegen der Absage an Donald Trumps "Friedensrat" und sorgt international für Kritik.

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Donald Trump: Pressesprecherin schießt gegen Vatikan – Zweifel an umstrittenem "Friedensrat" wachsen (Foto) Suche
Donald Trump: Pressesprecherin schießt gegen Vatikan – Zweifel an umstrittenem "Friedensrat" wachsen Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Vatikan lehnt Teilnahme an Trumps Gaza-Initiative ab
  • Leavitt spricht von "bedauerlicher" Entscheidung
  • Internationale Zweifel an Struktur und Mitgliedern

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Am ersten Tag der christlichen Fastenzeit sorgt eine politische Kontroverse für Aufsehen: Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, hat den Vatikan ungewöhnlich scharf kritisiert. Hintergrund ist die Entscheidung des Kirchenstaates, sich nicht an einer neuen internationalen Initiative von Donald Trump zu beteiligen. Leavitt bezeichnete die Haltung aus Rom "The Daily Beast" zufolge als enttäuschend. Frieden dürfe aus ihrer Sicht nicht parteipolitisch betrachtet werden. Ihre Worte fielen ausgerechnet zum Auftakt der Fastenzeit, also einem für Katholiken besonders bedeutsamen Zeitraum.

Vatikan setzt auf die UN und nicht auf Donald Trump

Zuvor hatte Kardinal Pietro Parolin, Chefdiplomat des Heiligen Stuhls, erklärt, internationale Krisen sollten vorrangig im Rahmen der Vereinte Nationen gelöst werden. Damit reagierte er auf eine Einladung Donald Trumps, Papst Leo in ein neu geschaffenes Gremium einzubinden. Der Papst, Papst Leo XIV, hatte sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch zu Teilen der US-Außenpolitik geäußert. Besonders Fragen rund um Migration und internationale Militäreinsätze sorgten für Differenzen.

Donald Trumps "Friedensrat" unter Beobachtung

Im Zentrum des Streits steht Trumps sogenannter "Friedensrat". Das Gremium soll nach Angaben des Weißen Hauses den Wiederaufbau des Gazastreifens koordinieren. Trump selbst will den Vorsitz übernehmen. Die Regierung spricht von milliardenschweren Zusagen aus zahlreichen Staaten. Insgesamt sollen fünf Milliarden US-Dollar für Infrastruktur und Stabilisierung bereitstehen. Zudem sei geplant, Sicherheitskräfte zur Absicherung des Wiederaufbaus zu entsenden. Konkrete Länderlisten wurden bislang nicht veröffentlicht.

Kritik aus dem Ausland

Internationale Partner reagieren zurückhaltend. Mehrere westliche Staaten äußerten Bedenken gegen die Struktur des Gremiums. Kritisiert wird unter anderem, dass kein palästinensischer Vertreter vorgesehen sei. Auch die Einladung an Wladimir Putin stößt angesichts des Ukraine-Krieges auf Unverständnis. Eine erste Sitzung des "Friedensrats" ist in Washington geplant. Dort will die US-Regierung Details zu Finanzierung und Mitgliedsstaaten bekannt geben. Der diplomatische Zwist mit dem Vatikan zeigt jedoch bereits jetzt, wie politisch aufgeladen das Projekt ist, selbst zu Beginn einer eigentlich besinnlichen Zeit im Kirchenjahr.

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