Donald Trump: Analyst warnt Republikaner - "The Dons" Schwärmerei könnte zur Gefahr werden

Über die Hälfte der Amerikaner hat finanzielle Schwierigkeiten. Donald Trump erkennt das nicht an und feiert lieber die "beste Wirtschaft aller Zeiten". Ein Berater spricht nun eine eindringliche Warnung aus: Trumps Schwärmerei könnte den Republikanern bei den Zwischenwahlen schaden.

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Donald Trump schwärmt von der US-Wirtschaft. Das könnte die Republikaner bei den Zwischenwahlen in eine schwierige Lage bringen. (Foto) Suche
Donald Trump schwärmt von der US-Wirtschaft. Das könnte die Republikaner bei den Zwischenwahlen in eine schwierige Lage bringen. Bild: picture alliance/dpa/dpa Pool | Michael Kappeler
  • Donald Trump schwärmt von der US-Wirtschaft, dabei haben US-Amerikaner finanzielle Sorgen.
  • Der US-Präsident bezeichnet die Bezahlkrise als "Schwindel" der Demokraten.
  • Trumps Gerede von der großartigen Wirtschaft könnte laut einem Analysten zur Gefahr für die Republikaner bei den Zwischenwahlen werden.

Donald Trump hat im Interview mit Fox Business die US-Wirtschaft als die "beste aller Zeiten" angepriesen. Doch ein erfahrener Stratege seiner eigenen Partei schlägt Alarm. Der republikanische Berater Whit Ayres, der auf mehr als vier Jahrzehnte politische Erfahrung zurückblickt, sieht die Kongressabgeordneten seiner Partei vor den anstehenden Zwischenwahlen in einer prekären Lage.

Donald Trumps Wirtschaftsschwärmerei: Republikaner vor schwieriger Lage bei Zwischenwahlen

"Die Republikaner im Repräsentantenhaus treten in eine wirklich gefährliche Phase ein", warnte Ayres gegenüber der "Washington Post". Die Partei müsse historische Muster durchbrechen und benötige dafür einen Präsidenten mit dem "lautesten Megafon in der Geschichte des Landes". Gleichzeitig lebt die überwältigende Mehrheit der Amerikaner weiterhin von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck. 67 Prozent der Amerikaner kämpfen mit ihren Finanzen, wie aus einem Bericht hervorgeht.

Börsenkurse steigen: Millionen Amerikaner haben keine Altersvorsorge

Die Aktienmärkte verzeichneten zuletzt positive Entwicklungen, doch für einen Großteil der Bevölkerung bleibt dieses Wachstum bedeutungslos. Rund 40 Prozent der US-Bürger besitzen keine private Altersvorsorge in Form eines 401(k)-Kontos und können daher von steigenden Kursen nicht profitieren.

Noch dramatischer zeigt sich die finanzielle Realität bei unerwarteten Ausgaben: Mehr als die Hälfte aller Amerikaner wäre nicht in der Lage, eine einmalige Notausgabe von 500 Dollar zu bewältigen. Trotz dieser Zahlen behauptete Trump vergangene Woche gegenüber Fox Business: "Ich denke, wir haben tatsächlich die beste Wirtschaft aller Zeiten."

Trump spricht von "Schwindel" und ignoriert Warnungen seiner Partei

Anstatt die finanziellen Schwierigkeiten anzuerkennen, mit denen Millionen Amerikaner täglich kämpfen, hat der Präsident die Bezahlbarkeitskrise als von Demokraten erfundenen "Schwindel" abgetan, berichtete NPR. Laut "Washington Post" ignoriert Trump damit Warnungen aus seinem eigenen Umfeld, die wirtschaftlichen Hürden der Bevölkerung ernst zu nehmen.

Ex-Präsidenten meisterten Wirtschaftsbelastung besser

Diese Rhetorik steht nach Einschätzung von Ayres in deutlichem Gegensatz zu früheren Präsidenten, denen es gelungen war, Phasen wirtschaftlicher Belastungen erfolgreich zu meistern. Jene hätten die Sorgen der Menschen anerkannt, statt sie als politische Erfindung abzutun."Präsidenten, die die Stimmung der amerikanischen Bevölkerung gut eingefangen haben, sind jene, die eine Botschaft formulierten, die mit dem übereinstimmt, was die meisten Menschen empfinden", erklärte Ayres.

Als Paradebeispiel nannte er den früheren demokratischen Präsidenten Bill Clinton, der dies besser als jeder andere beherrscht habe. Doch Ayres betonte auch die Grenzen politischer Überzeugungsarbeit: "Es ist sehr schwierig, Amerikaner von etwas zu überzeugen, das sie in ihrem täglichen Leben nicht spüren."

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/mlk/news.de/dpa

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