Donald Trump: US-Präsident "über eine Million Mal" in Epstein-Akten erwähnt

Donald Trump taucht in den ungeschwärzten Epstein-Akten angeblich "über eine Million Mal" auf. Ein ehemaliger Polizeichef berichtet zudem von einem brisanten Telefonat, das Trumps bisherigen Darstellungen widerspricht.

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Donald Trump: US-Präsident wird mehrfach namentlich in den Epstein-Akten erwähnt. (Foto) Suche
Donald Trump: US-Präsident wird mehrfach namentlich in den Epstein-Akten erwähnt. Bild: picture alliance/dpa/AP | Susan Walsh
  • FBI-Dokument: Trump rief 2006 Polizeichef Reiter an
  • Trump lobte Einsatz gegen Epstein und kritisierte Maxwell
  • Unschärfen zwischen Trumps Aussagen und Akten werden erneut deutlich

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Die veröffentlichten Akten zu Jeffrey Epstein werfen erneut Fragen über die Rolle von Donald Trump auf. Laut US-Abgeordneten taucht der Name des ehemaligen Präsidenten in den Dokumenten angeblich mehr als eine Million Mal auf. Ein ehemaliger Polizeichef berichtete dem FBI außerdem von einem brisanten Gespräch zwischen Trump und ihm.

Telefonat mit Polizeichef Michael Reiter

Ein FBI-Dokument fasst die Aussage von Michael Reiter zusammen, der 2005 die Ermittlungen gegen Epstein in Palm Beach leitete. Demnach habe Trump im Juli 2006 angerufen und gesagt:
"Gott sei Dank stoppen Sie ihn, jeder wusste doch, dass er das tut." Trump habe Reiter zudem erklärt, die Leute in New York wüssten, dass Epstein "widerlich" sei und auf Ghislaine Maxwell als Epsteins "Agentin" hingewiesen: "Sie ist böse und man solle sich auf sie konzentrieren."
Laut Reiter habe Trump zudem berichtet, einmal in Epsteins Nähe gewesen zu sein, als Teenager anwesend waren und "sofort verschwunden" zu sein.

Donald Trump widerspricht FBI-Bericht

Offiziell betont Trump seit Jahren, er habe die Kontakte zu Epstein vor mehr als 20 Jahren abgebrochen und ihn aus Mar-a-Lago ausgeschlossen. Die ungeschwärzten Akten, so behauptet der Demokrat Jamie Raskin nach Durchsicht, widersprechen dieser Darstellung jedoch. Raskin sagt "Mirror" zufolge: "Die Vorstellung, wir könnten auch nur einen Bruchteil davon durcharbeiten, ist einfach absurd... [Trumps] Name taucht mehr als eine Million Mal auf. Er ist also überall zu finden." Eine der E-Mails, die Raskin untersucht habe, zeige, dass Epsteins Anwälte festhielten, Epstein sei zwar ein Gast in Mar-a-Lago gewesen, aber nie aufgefordert worden, den Club zu verlassen.

Reaktionen aus dem Weißen Haus

Das Weiße Haus gibt sich zurückhaltend. Pressesprecherin Karoline Leavitt erklärte:
"Sehen Sie, dieses Telefonat, das möglicherweise 2006 stattgefunden hat oder auch nicht... Präsident Trump hat immer gesagt, er habe Jeffrey Epstein aus seinem Club Mar-a-Lago geworfen, weil Jeffrey Epstein ein widerlicher Kerl war. Und das stimmt nach wie vor."
Ein Beamter des Justizministeriums fügte hinzu, der Behörde seien "keine Beweise bekannt, die belegen, dass der Präsident vor 20 Jahren Kontakt zu den Strafverfolgungsbehörden aufgenommen hat."

Hintergrund: Epstein und die Ermittlungen

Michael Reiter hatte sich 2006 öffentlich über den Umgang der Staatsanwaltschaft mit Epsteins Fall geäußert. Später entschuldigte er sich bei den Opfern und arbeitete in einer separaten Bundesuntersuchung mit, die zu Epsteins umstrittener Vereinbarung von 2008 führte.
Jeffrey Epstein starb 2019 in Untersuchungshaft durch Suizid, während er auf seinen Prozess wegen Menschenhandels und sexueller Ausbeutung wartete. Die neuen Akten zeigen einmal mehr, wie eng der Fall Epstein und prominente Persönlichkeiten wie Trump miteinander verflochten sind.

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