Donald Trump gegen die Schweiz: Ihm hat der Ton nicht gefallen - deshalb erhöht er die Zölle

Ein Telefonat mit der "Schweizer Premierministerin" verlief für Donald Trump so unerfreulich, dass er die Zölle kurzerhand von 30 auf 39 Prozent anhob. Nur ein Detail störte: Das Amt, über das er sprach, gibt es gar nicht.

Von news.de Redakteurin - Uhr

Donald Trump lästert wieder über die Schweiz. (Foto) Suche
Donald Trump lästert wieder über die Schweiz. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci
  • Trump behauptet in Fox-Business-Interview, mit "Schweizer Premierministerin" telefoniert zu haben. Diese Position gibt es nicht.
  • US-Präsident macht Telefonat für Zollerhöhung verantwortlich.
  • Trump rudert zurück und nimmt Erhöhung von Zöllen zurück.

Donald Trumps Zollpolitik traf die Schweiz. In einem Interview mit Fox Business rechtfertigte er seine gegen das europäische Land erhobenen Zölle. Darüber hat er mit der damaligen Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter gesprochen.

Trump macht "aggressive Premierministerin" für Zölle gegen die Schweiz verantwortlich

Trump erzählte, dass er glaube "mit der Premierministerin der Schweiz" gesprochen zu haben. Doch der Gesprächsverlauf gefiel dem US-Präsidenten offenbar gar nicht. "Ich mochte nicht, wie sie mit uns sprach. Also habe ich stattdessen auf 39 Prozent erhöht", erklärte der Präsident. Ursprünglich hatte er Zölle von 30 Prozent für das Alpenland vorgesehen. Wie "Focus Online" berichtet, führte Trump das besagte Telefonat im Sommer 2025 tatsächlich mit Karin Keller-Sutter, der Vorsteherin des Eidgenössischen Finanzdepartements.

Das Problem: Ein solches Amt existiert in der Schweiz schlichtweg nicht. Die Eidgenossenschaft kennt laut ihrer Bundesverfassung weder ein klassisches Staatsoberhaupt noch einen Regierungschef.

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Trump macht eine Kehrtwende im Zollstreit

Trotz Trumps impulsiver Erhöhung auf 39 Prozent sieht die Realität mittlerweile anders aus. Nach intensiven Verhandlungen zwischen Washington und Bern einigten sich beide Seiten auf eine deutlich moderatere Lösung, berichtet SWI swissinfo.ch, die öffentlich-rechtliche Nachrichten- und Informationsplattform der Schweiz. Seit November 2025 gelten die US-Zusatzzölle für Schweizer Waren rückwirkend nur noch in Höhe von 15 Prozent.

Trumps zwiespältiges Verhältnis zur Schweiz

Der US-Präsident pflegt eine ambivalente Beziehung zum Alpenstaat. Einerseits bezeichnete er im Interview die Schweiz als "wunderschönes Land", andererseits attackierte er wiederholt die Währungspolitik der Eidgenossen. Trump warf der Schweiz vor, den Franken künstlich niedrig zu halten, um die eigene Exportwirtschaft zu begünstigen.

Zudem behauptete er, die USA hätten ein "Handelsdefizit"von 42 Milliarden mit der Schweiz. Diese Darstellung entspricht allerdings nicht den Tatsachen: Laut US-Handelsministerium verzeichneten die Vereinigten Staaten 2023 einen Überschuss von rund 18 Milliarden Dollar im Handel mit der Schweiz. Die Schweizerische Nationalbank weist die Manipulationsvorwürfe zurück.

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