Wladimir Putin: "Menschliches Emoji!" Kremlchef inszeniert sich in Moskau
Großevent in Moskau, Folklore auf der Bühne und Wladimir Putin im Mittelpunkt. Beim "Jahr der Einheit der Völker Russlands" inszeniert sich der Kremlchef als Garant nationaler Geschlossenheit. Doch seine Gestik sorgt international für Spott.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Wladimir Putin beschwört "unbesiegbare Einheit" Russlands
- Britisches Blatt nennt ihn ein "menschliches Emoji"
- Veranstaltung wirkt wie Mischung aus Propaganda, Folklore und Pathos
Wladimir Putin hat bei einer Großveranstaltung in Moskau erneut für Aufsehen gesorgt. Im Nationalen Zentrum der russischen Hauptstadt versammelten sich Vertreter von mehr als 190 ethnischen Gruppen zum "Jahr der Einheit der Völker Russlands" und der Kremlchef lieferte einen denkwürdigen Auftritt. Als Putin ans Mikrofon trat, griff er dieses auf eine Weise, die laut "Daily Star" wirkte, als wolle er gleich "I Will Always Love You" zum Besten geben. Das britische Boulevardblatt beschrieb den russischen Präsidenten als "menschliches Emoji" – eine Anspielung auf seine übertrieben theatralische Gestik vor dem Publikum.
Großveranstaltung in Moskau: Putin beschwört "unbesiegbare Einheit"
In seiner Ansprache beschwor der Kremlchef die "unbesiegbare Einheit" als fundamentale Stärke seines Landes. Dabei zog er historische Parallelen zu früheren Invasoren: "Armeen verschiedener Nationen zogen gegen uns – unter Napoleon und Hitler", erklärte Putin. Auch diese hätten eine Art Zusammenhalt gekannt, jedoch aus anderen Motiven: "Sie kamen zusammen, um sich ein Stück vom Kuchen zu holen." Russland hingegen sei stets durch den Willen geeint gewesen, alles zu bewahren und zu verteidigen. Diese Brüderlichkeit sehe man heute erneut bei den Soldaten in der "Spezialoperation", die sich ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft oder Religion als Brüder bezeichneten.
Die Veranstaltung selbst bot ein ebenso merkwürdiges Bild. Singende ältere Damen in traditioneller Tracht wechselten sich mit Kindern ab, die ebenfalls als Babuschkas verkleidet waren. Ein namentlich nicht genannter Soldat, der am Einmarsch in die Ukraine teilgenommen hatte, durfte dem russischen Präsidenten auf der Bühne die Hand schütteln.
Während seiner Rede sorgte die Gestik von Putin für zusätzliches Kopfschütteln: Auf einem Foto droht er mit erhobenem Zeigefinger, auf einem anderen wirkt er laut "Daily Star", als würde er einen Plan zur Weltherrschaft aushecken – beobachtet von einem Mann mit Fellmütze und einem als Babuschka verkleideten Mädchen.
Den Abschluss der Veranstaltung bestritt die russische Folk-Pop-Sängerin Tatjana Kurtukowa mit einem Auftritt vor dem Publikum. Die Künstlerin hatte zuletzt mit ihrem Song "S Dobrom" Platz 94 der russischen Charts erreicht – ein deutlicher Abstieg im Vergleich zu 2022, als ihr Lied "Matushka" noch auf Rang zwei landete. Die gesamte Inszenierung im Nationalen Zentrum hinterließ einen durchweg skurrilen Eindruck: eine Mischung aus Propaganda, Folklore und theatralischen Gesten des Kremlchefs, der offenbar keine Gelegenheit auslässt, Russlands vermeintliche Geschlossenheit zu demonstrieren.
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bua/sfx/news.de
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