Donald Trump: Epstein-Files außer Kontrolle – US-Justizministerium stellt Opfer bloß

Neue Epstein-Dokumente sollten Transparenz schaffen, doch stattdessen geraten Opfer in Gefahr. Unzureichende Schwärzungen legen Namen, Fotos und Kontaktdaten offen. Das US-Justizministerium steht massiv in der Kritik.

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Donald Trump: Massive Kritik an nachlässiger Schwärzung der Epstein-Files. (Foto) Suche
Donald Trump: Massive Kritik an nachlässiger Schwärzung der Epstein-Files. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jose Luis Magana
  • Sensible Opferdaten trotz Anonymisierung öffentlich einsehbar
  • Massive Kritik an nachlässiger Schwärzung durch Behörden
  • Justizministerium kündigt Korrekturen an

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Mit der Veröffentlichung weiterer Akten zum Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein wollte das US-Justizministerium sowie Donald Trump Transparenz schaffen. Stattdessen geraten nun die Behörden selbst in die Kritik. In den neu zugänglichen Dokumenten finden sich zahlreiche sensible Informationen von mutmaßlichen Opfern, die nur unzureichend oder fehlerhaft anonymisiert wurden.

Klarnamen, Fotos und Kontaktdaten in Epstein-Files sichtbar

In den Akten tauchen laut "ZDF heute" vollständige Namen von Frauen auf, die bislang nicht öffentlich mit dem Fall in Verbindung gebracht wurden. Auch private Fotos, teils in freizügigen Posen, sind einsehbar. Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Wohnanschriften wurden an vielen Stellen nicht oder nur teilweise geschwärzt. Dadurch lassen sich Betroffene teilweise ohne großen Aufwand identifizieren. Besonders problematisch sind Screenshots aus sozialen Netzwerken. Zwar wurden Gesichter häufig unkenntlich gemacht, andere Hinweise blieben jedoch sichtbar. Namen von Modelagenturen, Kommentare unter Fotos oder biografische Angaben reichten aus, um Rückschlüsse auf die Identität der Frauen zu ziehen.

Schwärzungen mit gravierenden Lücken

Die Qualität der Schwärzungen wirft Fragen auf. In einigen Dokumenten sind schwarze Balken so schmal, dass dahinterliegende Telefonnummern weiterhin lesbar bleiben. In anderen Fällen wurde eine E-Mail-Adresse entfernt, der vollständige Name der betroffenen Person jedoch direkt daneben stehen gelassen. An anderer Stelle tauchen sogar private Adressen in Polizeiberichten auf.

Brisante Inhalte mehrfach veröffentlicht

Zusätzlich sorgten doppelt hochgeladene Dateien für Verwirrung. Identische Inhalte erschienen teils einmal anonymisiert, ein anderes Mal völlig ungeschwärzt. Einheitliche Standards bei der Bearbeitung scheinen nicht eingehalten worden zu sein. Die Nachrichtenagentur AP berichtete zudem über Fotos von Frauen mit unbekanntem Alter, teilweise oben ohne und ohne verdeckte Gesichter.

Während Opferdaten offen zugänglich blieben, wurden an anderer Stelle harmlose Inhalte geschwärzt. In einer E-Mail verschwand offenbar der Name eines Haustiers hinter einem schwarzen Balken. Kritiker sprechen von einem chaotischen und widersprüchlichen Vorgehen. Erneut steht die Frage im Raum, ob der US-Präsident Donald Trump geschützt werden soll.

Justizministerium kündigt Nachbesserungen an

Das US-Justizministerium räumte Fehler ein und verwies auf technisches sowie menschliches Versagen. Problematische Inhalte seien teilweise entfernt worden, überarbeitete Versionen sollten folgen. Recherchen zeigen jedoch, dass viele sensiblen Daten weiterhin abrufbar sind. Die Debatte über den Umgang mit den Epstein-Files dürfte damit längst nicht beendet sein.

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