Donald Trump: "Echter Loser!" US-Olympioniken kritisieren Trump-Politik

US-Athleten rechnen in Mailand offen mit Trumps Politik ab und lösen daheim eine wütende MAGA-Hetzjagd aus. Mittlerweile hat sogar der US-Präsident höchstpersönlich auf die Kritik reagiert.

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US-Athleten kritisieren bei Olympia die Politik von Donald Trump. (Foto) Suche
US-Athleten kritisieren bei Olympia die Politik von Donald Trump. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Politischer Eklat bei Olympia: US-Athleten kritisieren Trumps Einwanderungspolitik öffentlich
  • MAGA-Gegenangriff: Forderungen nach Ausbürgerung und Rauswurf aus dem Team USA
  • Hass und Drohungen: Winterspiele werden für die Amerikaner zum politischen Pulverfass

Die Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo werden für die amerikanische Delegation zunehmend zur politischen Zerreißprobe. Mehrere US-Athleten haben sich öffentlich gegen die Trump-Regierung positioniert und deren Einwanderungspolitik scharf kritisiert. Die Reaktionen aus der Heimat fielen entsprechend heftig aus. Bereits im Vorfeld hatte der Einsatz von ICE-Beamten in Italien für Aufruhr gesorgt und Proteste in Mailand ausgelöst. Bei der Eröffnungszeremonie wurde US-Vizepräsident J.D. Vance vom Publikum ausgebuht. Nun geraten auch die eigenen Sportler ins Kreuzfeuer – sowohl von MAGA-Anhängern als auch von republikanischen Politikern, die teils drastische Konsequenzen fordern.

Mittlerweile hat der US-Präsident auf die Äußerungen der Sportler reagiert. Trump hat den US-Freestyler Hunter Hess nach dessen Äußerungen über die aktuelle Lage in den Vereinigten Staaten beleidigt. Hess - "ein echter Loser" - sage, er würde die USA bei den Olympischen Spielen nicht vertreten, behauptete Trump auf seiner Plattform Truth Social. Wenn das der Fall sei, hätte sich Hess nicht darum bemühen sollen, Teil des US-Teams zu werden. Es sei schade, dass Hess dabei sei, schrieb Trump. "Es ist sehr schwer, jemanden wie ihn anzufeuern."

Freestyle-Skifahrer rechnen bei Olympia mit Trump-Politik ab

Der amerikanische Freestyle-Skifahrer Chris Lillis machte bei einer Pressekonferenz seinem Unmut Luft. Er sei "todunglücklich" angesichts der Entwicklungen in seinem Heimatland, erklärte der Athlet. Die Einwanderungspolitik und das Vorgehen der ICE-Behörde kritisierte er deutlich: "Als eine Nation müssen wir uns darauf konzentrieren, die Rechte von allen zu wahren und alle Bürger mit Liebe und Respekt zu behandeln." Sein Teamkollege Hunter Hess ging noch weiter. Der 27-jährige Erstolympionike sprach von "gemischten Gefühlen", sein Land zu repräsentieren. "Nur, weil ich die US-Flagge trage, bedeutet das nicht, dass ich für alles stehe, was gerade in den USA passiert", betonte er. Auch Eiskunstläuferin Amber Glenn und Ski-Legende Lindsey Vonn äußerten sich kritisch zur politischen Lage.

MAGA-Anhänger fordern Aberkennung der Staatsbürgerschaft

Die Reaktionen aus dem Trump-Lager ließen nicht lange auf sich warten. Der MAGA-Aktivist WJ Huber, der auf X rund 30.000 Follower hat, attackierte die Sportler scharf: "Diese Personen sind nicht qualifiziert, die Vereinigten Staaten, das Team USA oder das amerikanische Volk bei Olympischen Spielen oder Wettkämpfen zu vertreten!" Er forderte die sofortige Aberkennung ihrer Staatsbürgerschaft. Auch republikanische Politiker schalteten sich ein. Bryan Donalds schrieb: "DU hast dich dafür entschieden, unser Land zu vertreten. Wenn dir das zu schwerfällt, dann GEH NACH HAUSE." Katie Miller, Ehefrau von Trump-Berater Stephen Miller, erklärte auf X, wer Amerika nicht lieben könne, habe bei Olympia nichts verloren.

Hasswelle überrollt kritische Olympioniken

In den sozialen Netzwerken brach nach den Äußerungen der Athleten ein regelrechter Sturm los. Die Sportler, die sich kritisch positioniert hatten, wurden mit Hasskommentaren, Beleidigungen und Drohungen überschüttet. Tausende US-Bürger machten ihrem Ärger Luft und bezeichneten die Olympioniken als "Schande" für ihr Land. Ob die aufgeheizte politische Atmosphäre Auswirkungen auf die sportlichen Leistungen der amerikanischen Teilnehmer haben wird, bleibt offen. Fest steht: Die Winterspiele 2026 haben sich für Team USA längst zu einem politischen Minenfeld entwickelt, das weit über den Sport hinausreicht.

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