Robert F .Kennedy Jr.: Keto-Diät gegen Schizophrenie? Experten rügen irreführende Behauptung
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. behauptet, die Keto-Diät könne Schizophrenie heilen. Psychiater melden sich zu Wort. Sie halten die Aussagen von Trumps Minister für "schlichtweg irreführend".
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- Robert F. Kennedy Jr. behauptet, die Keto-Diät hilft gegen Schizophrenie und bipolare Störungen.
- Fakten-Check: Ärzte widersprechen Aussagen von Donald Trumps Gesundheitsminister.
- Keine wissenschaftlichen Beweise für Heilaussagen.
Der US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. sorgt mit einer umstrittenen Behauptung über die Keto-Diät für Aufsehen. Bei einem Auftritt in Tennessee im Rahmen seiner landesweiten Tour für gesündere Ernährung erklärte Kennedy, Wissenschaftler der Harvard University hätten Schizophrenie bei einem Patienten mithilfe der ketogenen Diät geheilt. Er habe vor zwei Tagen eine Studie dazu gesehen. Darüber hinaus behauptete der Minister, die Ernährung der Amerikaner sei verantwortlich für psychische Erkrankungen im Land. Dies berichtete die "New York Times".
Ärzte widersprechen Robert F. Kennedy Jr.: Keine Beweise für hilfreiche Keto-Diät bei Schizophrenie
Die Behauptungen des Gesundheitsministers stießen bei Fachleuten auf deutlichen Widerspruch. Dr. Paul S. Appelbaum, Psychiatrie-Professor an der Columbia University und ehemaliger Präsident der American Psychiatric Association, widersprach Kennedys Aussagen. Zwar existierten einige kleinere Kurzzeitstudien, darunter eine an der Stanford University, die "sehr vorläufige Hinweise" lieferten, dass die Diät bei Schizophrenie-Patienten "möglicherweise hilfreich" sein könnte. Doch es sei "schlicht irreführend zu behaupten, dass wir wissen, dass ketogene Diäten Schizophrenie-Symptome verbessern können, geschweige denn die Erkrankung heilen", so Appelbaum gegenüber der "New York Times".
Ein weiterer Psychiatrie-Professor der Columbia University äußerte sich noch deutlicher zu den Behauptungen des Ministers. Dr. Mark Olfson stellte gegenüber der "New York Times" unmissverständlich klar: "Es gibt derzeit keine glaubwürdigen Belege dafür, dass Diäten Schizophrenie heilen." Mit dieser Aussage widersprach der Experte der Darstellung Kennedys grundlegend.
Scharfe Kritik: Aussagen von Trumps Gesundheitsminister sind gefährlich
In der Vergangenheit gab Kennedy weitere nicht evidenzbasierte Gesundheitstipps. So behauptete er, dass Paracetamol Autismus fördert. Diese und weitere Aussagen sind gefährlich, wie viele Nutzer und ein Psychiater nach seiner jüngsten Rede kritisieren:
- "Nein. Eine Keto-Diät heilt weder Schizophrenie noch bipolare Störungen. Es gibt keine konkreten Beweise, die diese Behauptung stützen. Die Verbreitung von 'Heilmitteln durch Ernährung" ist Fehlinformation und gefährlich. Schizophrenie ist eine der schwersten und beeinträchtigendsten psychischen Erkrankungen", schreibt Dr. Ahmad Rehan Khan auf X.
- "Es ist traurig, wie leicht ein Moment der Aufmerksamkeit jemanden davon überzeugen kann, dass er durch Nähe Fachwissen erworben hat. Für Menschen, die mit Schizophrenie oder bipolaren Störungen leben, ist dies kein abstrakter Diskurs. Es ist falsche Hoffnung, fehlgeleitetes Vertrauen und vermeidbarer Schaden, der sich auf ein Leben legt, das ohnehin schon schwer genug ist", erklärt ein Arzt.
- "Das ist mehr als gefährlich. Unbehandelte Schizophrene sind eine Gefahr für sich selbst und andere. Er ist ein Monster", meint eine Userin.
Robert F. Kennedy Jr. is now claiming a keto diet can “cure” schizophrenia and erase bipolar disorder.
— Brian Allen (@allenanalysis) February 5, 2026
His evidence: “I saw a study two days ago.”
This isn’t harmless wellness talk. People with serious mental illness are listening. pic.twitter.com/tKP6QQ8C9Z
Hintergrund zu Schizophrenie und ketogener Ernährung
Bei einer Schizophrenie handelt es sich um eine ernstzunehmende psychische Erkrankung. Sie gehört zu den "endogenen Psychosen". Wie es der Name schon sagt, durchleben Patienten wiederkehrende Psychosen, die sich unter anderem durch Wahnvorstellungen oder Sprach- sowie Denkstörungen zeigen. Die Erkrankung wird durch verschiedene innere Faktoren begünstigt, ohne das Auftreten körperlicher Ursachen oder von Erlebnissen. Schizophrenie hat nichts mit einer gespaltenen Persönlichkeit zu tun, wie Fachkreise berichten. Es ist wichtig, die Erkrankung ernstzunehmen und frühzeitig zu behandeln.
Die Keto-Diät setzt auf eine eingeschränkte Kohlenhydratzufuhr und viel Fett. Hier sollen sogenannte Ketonkörper für Energie sorgen. Bevor diese Fettsäuren in der Leber gebildet werden, sorgt diese Diät dafür, dass Glykogen zuerst in Muskeln und Leber, dann in Fettdepots, abgebaut wird. Wenn die Kohlenhydratspeicher leer sind, kommt es zur Ketose.
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