Donald Trump: "Es waren nur zwei!" Trump schockt mit Interview-Aussagen
Zwei tote US-Bürger, massive Proteste und ein Teilrückzug der Bundesbehörden: Nach tödlichen ICE-Schüssen in Minneapolis schlägt Donald Trump ungewohnt leise Töne an, nur um sie Sekunden später wieder zu kassieren. Ein Interview sorgt nun für Entsetzen.
Von news.de Redakteurin Anika Bube - Uhr
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- Trump räumt nach tödlichen Schüssen mögliche Fehler ein
- Gleichzeitig betont der Präsident weiter notwendige Härte
- 700 Bundesagenten ziehen sich aus Minnesota zurück
Nach tödlichen Schüssen durch Bundesagenten in Minneapolis schlägt Donald Trump plötzlich leisere Töne an. Der sonst für knallharte Rhetorik bekannte US-Präsident räumt erstmals ein, dass seine Regierung bei der Durchsetzung der Einwanderungsgesetze womöglich anders hätte vorgehen sollen. Ein echter Kurswechsel? Den relativiert Trump nur Sekunden später.
"Vielleicht einen sanfteren Ansatz!" Donald Trump erzürnt mit Interview nach tödlichen ICE-Schüssen
"Ich habe gelernt, dass wir vielleicht einen etwas sanfteren Ansatz gebrauchen könnten", erklärte Donald Trump am Mittwoch in einem Interview mit "NBC News". Gleichzeitig machte der 79-Jährige deutlich, dass er an seiner grundsätzlichen Linie festhält. "Aber man muss trotzdem hart bleiben", sagte Trump zu Moderator Tom Llamas. "Wir haben es mit wirklich harten Kriminellen zu tun."
Hintergrund der Aussagen sind zwei tödliche Vorfälle im Januar in Minneapolis. Bei separaten Einsätzen erschossen ICE-Bundesagenten Renee Good und Alex Pretti, beide 37 Jahre alt. Die Todesfälle lösten landesweite Proteste aus und führten zu einem wochenlangen politischen Streit zwischen Trump und den demokratischen Spitzenpolitikern Minnesotas – Gouverneur Tim Walz und Bürgermeister Jacob Frey. Trump und andere Regierungsvertreter hatten die Opfer zunächst ohne Belege als inländische Terroristen bezeichnet. Videoaufnahmen der Einsätze widersprachen später mehreren Darstellungen der Regierung.
"Es hätte nicht passieren sollen!" Trump distanziert sich von ICE-Einsätzen
Im NBC-Interview sprach Trump nun von "traurigen Vorfällen". "Ich bin mit den beiden Vorfällen nicht zufrieden. Es geht nicht nur um einen von beiden. Er war kein Engel und sie auch nicht", sagte Trump. "Es hätte nicht passieren sollen." Auf die Frage, ob die Vergangenheit der beiden Opfer die tödlichen Schüsse rechtfertige, antwortete Trump klar: "Nein, das tue ich nicht."
Parallel zu Trumps Äußerungen kündigte die Regierung einen teilweisen Rückzug ihrer Einsatzkräfte an. Grenzbeauftragter Tom Homan erklärte, dass 700 Einwanderungsbeamte Minnesota mit sofortiger Wirkung verlassen werden. Betroffen sind Mitarbeiter der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE sowie der Grenzschutzbehörde. Trump bestätigte, dass die Entscheidung von ihm ausgegangen sei. Er warte darauf, dass der Bundesstaat Gefangene und Kriminelle an die Bundesbehörden übergebe. Rund 2.000 Agenten bleiben weiterhin im Bundesstaat. Ziel sei es laut Homan, die Präsenz auf das Niveau vor Beginn der "Operation Metro Surge" im Dezember zu senken.
Trump stellt sich weiter klar hinter ICE
Trotz aller Kritik verteidigte Trump die Strafverfolgungsbehörden vehement. "Ich werde immer zu unseren großartigen Leuten bei der Strafverfolgung stehen", sagte er. "ICE, Polizei – wir müssen sie unterstützen. Wenn wir sie nicht unterstützen, haben wir kein Land." Gleichzeitig räumte Trump ein, dass die Vorfälle auch die Beamten selbst belasten würden: "Wissen Sie, wer sich schlechter fühlt als alle anderen? Die Leute von ICE."
Im Interview beschwert sich Trump zudem darüber, dass die Presse nur über den Tod von Renee Good und Alex Pretti berichten und nicht über die Ergebnisse seiner Politik. "Man nimmt Tausende von Leuten fest. Man verhaftet Tausende von Vergewaltigern. Man verhaftet Tausende der schlimmsten Verbrecher. Man verhaftet die Drogendealer. Ich meine, wir hatten Drogenbosse. Wir hatten Mörder. Tausende, ohne Zwischenfälle. Wir bringen sie zurück in ihr Land. Bei zwei Leuten ist es schlimm", poltert der 79-Jährige. "Ich hasse es sogar, darüber zu reden. Zwei Leute von Zehntausenden, okay? Und das führt zu schlechter Presse. Niemand spricht über all die Mörder, die wir aus unserem Land entfernen." Llamas hakt nach: "Aber es waren zwei Amerikaner, die starben." Trump lässt sich jedoch nicht abbringen. "Sie sprechen nicht darüber, dass wir die wenigsten Drogendelikte haben – zum Beispiel sind wir sehr streng in Bezug auf die Gewässer vorgegangen", sagt der US-Präsident und sorgt für Verwirrung. "Die Gewässer?", fragt Llamas nach. "Aber wenn Sie sich die Gewässer ansehen, in denen wir Boote ausschalten. Jedes Boot, das wir ausschalten, rettet 25.000 amerikanische Leben. Wir leisten Arbeit, wie sie noch niemand zuvor gesehen hat."
Netz reagiert entsetzt auf Trump-Aussagen
Im Netz sorgt diese Passage für reichlich Entsetzen:
- "'Du bringst zwei Menschen um und alle sind sauer.' Dieser verdammte Typ denkt, dass Leben nichts wert sind. Er denkt, dass ALLE unter ihm stehen", schreibt ein X-Nutzer.
- "Unglaublich. Zwei Amerikaner sind tot, und er betrachtet 'schlechte Publicity' als Marketingproblem. Wenn die Realität blutig wird, trauert er nicht. Er wechselt das Thema. Er plappert von 'kleinen Lastwagen' und 'den Gewässern' wie jemand, der sich aus einer Tatortlage herausreden will", heißt es in einem Tweet.
- "Und da ist es – 'schlechte Publicity' – darum geht es hier – es geht nicht um das Leben zweier Menschen – es geht nur um die Publicity", meint ein anderer X-Nutzer.
- "So sehr schätzt er das Leben seiner Mitbürger", ist in einem weiteren Tweet zu lesen.
- "Wie immer dreht sich alles um dich, Donald", schreibt ein X-Nutzer.
- "Oh mein Gott. Er ist hinüber. Sie halten ihn nur noch am Leben, um sich selbst die Taschen zu füllen", heißt es in einem Tweet.
- "Wenn Menschenleben auf Zahlen reduziert werden und Erklärungen zu unverständlichem Geschwätz über Lastwagen und Wasser werden, dann ist das keine Führungsstärke, sondern Ausflüchte. Verantwortlichkeit kümmert sich nicht um Schönfärberei oder Talking Points. Jedes verlorene Leben verdient Klarheit, keine Ablenkung", meint ein anderer X-Nutzer.
- "Der Typ ist schon längst abgelaufen", ist in einem weiteren Tweet zu lesen.
Bodycams sollen Vertrauen schaffen
Als Reaktion auf die tödlichen Einsätze kündigte die Regierung weitere Maßnahmen an. Alle Beamten in Minneapolis sollen künftig mit Körperkameras ausgestattet werden. Diese Regelung soll später landesweit ausgeweitet werden. Trotz laufender Gerichtsverfahren bezeichnete Grenzbeauftragter Homan die Operation in Minneapolis als Erfolg. Die Abläufe seien inzwischen "optimiert" worden, es gebe nun eine "einheitliche Befehlskette". Als Beleg nannte er zahlreiche Festnahmen, darunter mutmaßliche Mörder, Sexualstraftäter und Bandenmitglieder. Die genannten Zahlen konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden.
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