Megyn Kelly: War Epstein nicht pädophil? MAGA-Moderatorin verteidigt Trump-Kumpel

In der Anhängerschaft der "Make America Great Again"-Bewegung genießt Megyn Kelly hohes Ansehen - nun verwirrte die frühere Fox-News-Moderatorin jedoch mit Aussagen zu Jeffrey Epstein. Donald Trumps Kumpel sei alles andere als ein Pädophiler gewesen, so Kelly.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Donald Trump und Jeffrey Epstein verband eine langjährige Freundschaft - auch wenn der US-Präsident seine Verbindung zu dem 2019 verstorbenen Sexualverbrecher nur zu gern aus dem kollektiven Gedächtnis löschen würde. (Foto) Suche
Donald Trump und Jeffrey Epstein verband eine langjährige Freundschaft - auch wenn der US-Präsident seine Verbindung zu dem 2019 verstorbenen Sexualverbrecher nur zu gern aus dem kollektiven Gedächtnis löschen würde. Bild: picture alliance/dpa/PA Wire | Jane Barlow
  • Megyn Kelly verstört mit Pädophilie-Behauptung zu Jeffrey Epstein
  • MAGA-Moderatorin behauptet: Jeffrey Epstein war kein Pädophiler
  • Plötzlicher Sinneswandel? Ex-Fox-News-Journalistin nach Schimpftirade gegen Kinderschänder auf einmal versöhnlich

In den Vereinigten Staaten von Amerika hat sich Megyn Kelly den Status einer inoffiziellen Gallionsfigur der MAGA-Bewegung hart erarbeitet: Die frühere Rechtsanwältin entschied sich nach einigen Jahren als Juristin für eine Karriere in den Medien und fand beim Donald Trump treu ergebenen Sender "Fox News" ein Betätigungsfeld. Nach einigen kontroversen Bemerkungen vor laufender Kamera, die selbst "Fox News" zu heikel waren, wurde Megyn Kelly gefeuert - heute äußert sie sich vornehmlich in ihrer eigenen Sendung "The Megyn Kelly Show".

Megyn Kelly: Einst Trump-Kritikerin, heute MAGA-Gallionsfigur

Von der einst scharfzüngigen Trump-Kritikerin ist heute nicht mehr viel übrig: Als Donald Trump 2024 seinen Wahlkampf um den Wiedereinzug ins Weiße Haus forcierte, sprang ihm Meghan Kelly als prominente Stimme zur Seite und feierte den Republikaner gar als "Beschützer der Frauen". Im Rausch ihrer Begeisterung für den US-Präsidenten scheint die TV-Journalistin nicht einmal davor zurückzuschrecken, wie Gräueltaten aktenkundiger Sexualverbrecher wie Jeffrey Epstein in aller Öffentlichkeit zu relativieren.

Hintergrund: Der Fall Jeffrey Epstein

  • Jahrelang hatte der Multimillionär Jeffrey Epstein aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen.
  • Über mehrere Jahre hinweg soll er Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben.
  • 2019 starb Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung hätte kommen können.
  • Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was zahlreiche Spekulationen über die Tragweite des Skandals mit sich brachte.
  • Immer wieder kam die Frage auf, welche prominenten Persönlichkeiten in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten.

"Jeffrey Epstein war kein Pädophiler": MAGA-Ikone nimmt Donald Trumps Kumpel überraschend in Schutz

Der Beweis dafür wurde bereits im November 2025 in den sozialen Netzwerken, genauer gesagt bei "Republican Accountability" bei X (vormals Twitter), als Videoausschnitt verbreitet. Darin sagte Megyn Kelly vor laufender Kamera, sie sei mit "jemandem, der mit dem Fall Jeffrey Epstein sehr vertraut ist und der fast alles über den Fall wusste" befreundet. Jene Person sei von Anfang an davon überzeugt gewesen, dass "Jeffrey Epstein kein Pädophiler war", sondern lediglich an jungen Frauen kurz vor der Volljährigkeit interessiert gewesen sei. Wörtlich sagte Megyn Kelly: "Er mochte 15-jährige Mädchen, keine Achtjährigen... Er mochte die sehr jungen Teenie-Mädchen, die man für jünger halten könnte, als sie wirklich waren, die aber flüchtig betrachtet volljährig aussahen. Es gibt Unterschiede zwischen einer 15-Jährigen und einer Fünfjährigen."

Plötzlicher Sinneswandel? MAGA-Ikone platzte wegen Missbrauch von Minderjährigen zuletzt der Kragen

Was Megyn Kelly bei ihren Ausführungen und trotz ihrer juristischen Ausbildung vergessen zu haben schien: In keinem der 50 US-Bundesstaaten liegt das Mindestalter für einvernehmliche Intimkontakte unter 16 Jahren. Wer noch weiter zurückblättert und sich Megyn Kellys Äußerungen zu Pädophilen aus dem Jahr 2023 zu Gemüte führt, sieht sich vollends der Verwirrung preisgegeben. Damals wetterte die Blondine im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen den britischen Comedian Russell Brand drauflos, dem mehrere Frauen sexualisierte Gewalt vorwarfen, die jüngste von ihnen war zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt erst 16 Jahre alt. Wörtlich sagte Kelly damals:

  • "Hey, sie war doch 16! Oh mein Gott, halt einfach die Klappe! Wenn das dein Argument ist, will ich nicht mit dir reden."
  • "Sie war minderjährig! Sie war ein Kind!"
  • "Wer so argumentiert, hat wahrscheinlich ein paar Leichen im Keller, von denen niemand etwas wissen soll."

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/news.de/dpa

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