Donald Trump: Tödliche Schüsse auf Krankenpfleger lassen Trump-Hass explodieren

Die Wut auf Donald Trump wächst: Etwa zehn Schüsse auf einen am Boden liegenden Mann - Videoaufnahmen des tödlichen ICE-Einsatzes in Minneapolis widersprechen massiv der Notwehr-Darstellung der Behörden.

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Ein als Donald Trump verkleideter Demonstrant nimmt an einem Protest gegen die tödlichen Schüsse auf Alex Pretti in Minneapolis in Los Angeles teil. (Foto) Suche
Ein als Donald Trump verkleideter Demonstrant nimmt an einem Protest gegen die tödlichen Schüsse auf Alex Pretti in Minneapolis in Los Angeles teil. Bild: picture alliance/dpa/AP | Caroline Brehman
  • Donald Trump: Die Wut auf ihn wächst
  • Heimatschutzministerium und Familie mit völlig gegensätzlichen Versionen
  • Videos dokumentieren Schüsse auf am Boden liegenden Mann
  • Krankenpfleger ging aus Empörung über "Kindesentführungen" auf die Straße
  • Zweiter Todesfall binnen Wochen heizt Kritik an

Bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE ist in Minneapolis ein 37-jähriger Demonstrant erschossen worden. Alex Pretti, von Beruf Krankenpfleger, starb bei Protesten gegen die umstrittenen Razzien der Behörde. Mindestens zwei Beamte gaben nach Angaben des Polizeichefs Schüsse ab.

Donald Trump: Die Wut auf ihn wächst

Der Vorfall heizt die ohnehin angespannte Stimmung in der 430.000-Einwohner-Stadt weiter an. Seit Wochen kommt es dort zu Spannungen wegen der ICE-Operationen. Die Wut auf die Trump-Regierung wächst nun deutlich.

Prettis Eltern erheben schwere Vorwürfe gegen die Bundesbehörden. Sie werfen der Regierung vor, über den Tod ihres Sohnes zu lügen. Die Familie betont, Alex sei zur Demonstration gegangen, weil ihm das Schicksal anderer Menschen wichtig gewesen sei. Er habe gegen das Vorgehen der Einwanderungsbehörde protestieren wollen.

Heimatschutzministerium und Familie mit völlig gegensätzlichen Versionen

Die Bundesbehörde rechtfertigt den tödlichen Schusswaffengebrauch als Notwehrhandlung.

  • Laut Heimatschutzministerium besaß Pretti eine Halbautomatikpistole des Kalibers 9 Millimeter und leistete massiven Widerstand, als die Beamten versuchten, ihn zu entwaffnen. Präsident Donald Trump positionierte sich demonstrativ hinter den Einsatzkräften.
  • Minnesotas Gouverneur Tim Walz kontert mit scharfer Kritik. Er brandmarkte die offizielle Darstellung als "Unsinn" und "Lügen". Der Gouverneur kritisiert, die Bundesregierung habe die Geschehnisse bereits bewertet, bevor überhaupt eine angemessene Untersuchung stattfinden konnte.
  • Die Angehörigen widersprechen der Bewaffnungsthese vehement. "Die widerlichen Lügen, die die Regierung über unseren Sohn verbreitet, sind verwerflich und abscheulich", heißt es in ihrer Stellungnahme.
  • Sie betonen: "Alex hielt eindeutig keine Waffe in der Hand, als er von Trumps mörderischen und feigen ICE-Schlägern angegriffen wurde." Der Polizeichef bestätigte allerdings, dass Pretti eine legale Waffenbesitzkarte und Trageerlaubnis hatte.

Videos dokumentieren Schüsse auf am Boden liegenden Mann

In sozialen Medien verbreitete Augenzeugenaufnahmen zeigen den Ablauf der tödlichen Eskalation aus mehreren Blickwinkeln. Die Videoaufnahmen dokumentieren, wie vermummte Beamte in Einsatzkleidung den Krankenpfleger gewaltsam niederringen. Acht Einsatzkräfte umringen Pretti schließlich am Boden.

Anschließend sind circa zehn Schussgeräusche zu hören. Ob mehrere Personen feuerten, lässt sich aus dem Material nicht zweifelsfrei feststellen. Besonders verstörend: Selbst, nachdem der Mann reglos daliegt, gibt mindestens ein Beamter weitere Schüsse auf ihn ab.

Die zentrale Frage nach einer möglichen Bewaffnung bleibt anhand der Videos ungeklärt. Ein im Netz kursierendes Video legt nahe, dass die Einsatzkräfte Pretti möglicherweise bereits eine Pistole abgenommen hatten - und zwar bevor die ersten Schüsse fielen. Dies würde die Notwehr-Begründung der Behörde massiv infrage stellen.

Krankenpfleger ging aus Empörung über "Kindesentführungen" auf die Straße

Sein Vater Michael Pretti schildert Alex gegenüber der Nachrichtenagentur "Associated Press" als Menschen, dem das Wohlergehen anderer zutiefst wichtig war. Der 37-Jährige sei äußerst empört gewesen über das Vorgehen der Einwanderungsbehörde in Minneapolis und im ganzen Land. Besonders entsetzt habe ihn, dass "Kinder entführt" und "einfach Leute von der Straße weggezerrt" wurden, weshalb er an den Demonstrationen teilnahm.

Seine Mutter Susan ergänzt, ihrem Sohn sei die Entwicklung der USA sehr am Herzen gelegen. Die Rücknahme von Umweltschutzvorschriften durch die Trump-Administration habe ihm ebenfalls missfallen. "Er war ein Naturmensch", erklärt sie. Alex habe sein Land geliebt, aber gehasst, wie Menschen damit umgingen.

Die Eltern hatten ihren Sohn dem Bericht zufolge etwa zwei Wochen vor seinem Tod zur Vorsicht ermahnt. Er solle friedlich demonstrieren und sich auf nichts einlassen. Alex habe versichert, dies zu wissen.

Zweiter Todesfall binnen Wochen heizt Kritik an

Der Fall Pretti ist nicht der erste tödliche ICE-Einsatz in Minneapolis mit umstrittener Notwehr-Begründung.

  • Bereits Anfang Januar starb die 37-jährige US-Bürgerin Renee Good bei einer Operation der Einwanderungsbehörde. Sie wurde in ihrem Fahrzeug erschossen.
  • Auch damals beriefen sich die Behörden auf einen Beamten in akuter Lebensgefahr. Doch Videoaufnahmen widersprachen dieser Version. Landesweit entwickelte sich massive Empörung über die Geschehnisse.

Demonstranten und oppositionelle Demokraten prangern nun erneut exzessive Gewaltanwendung an. Besonders kritisiert wird das aggressive Vorgehen gegen protestierende Bürger. Die fehlende Transparenz bei der Aufklärung solcher Vorfälle verstärkt die Vorwürfe gegen die Trump-Administration.

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/news.de/dpa

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