Diplomatie: Wadephul warnt vor Rückzug aus internationaler Ordnung

In Davos gründet Trump seinen "Friedensrat", den Kritiker als Kampfansage an die UN sehen. Bei der Afrikanischen Union sendet der deutsche Außenminister auch ein Signal in Richtung USA.

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Außenminister Johann Wadephul hat sich angesichts der umstrittenen Gründung eines "Friedensrates" durch US-Präsident Donald Trump hinter die Vereinten Nationen (UN) als zentrales Instrument zur weltweiten Konfliktlösung gestellt. "In einer Zeit geopolitischer Krisen kann die Antwort nicht sein, sich aus der internationalen Ordnung zurückzuziehen und ihre zentralen Organe ersetzen zu wollen", sagte der CDU-Politiker nach einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union (AU), Mahmoud Ali Youssouf, in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba.

Der Bundesaußenminister fügte hinzu: "Deshalb bauen wir unsere globalen Partnerschaften aus, mit dem klaren Ziel, die regelbasierte Weltordnung zu verteidigen." Den "Friedensrat" von Trump sprach Wadephul nicht direkt an - es wurde aber klar, dass sich seine Äußerungen auf den entsprechenden Vorstoß des US-Präsidenten beziehen. Im Anschluss wollte der Außenminister mit seinem äthiopischen Kollegen Gedion Timothewos zusammenkommen.

AU: Hoffen auf Vernunft und Weisheit

Youssouf würdigte die Rolle Deutschlands bei Friedensprozessen auf dem Kontinent und sagte: "Wir alle wissen, dass die internationale Ordnung erschüttert wird, was ein Gefühl der Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit für die Zukunft schafft." Unter diesen Umständen seien Frieden und Entwicklung nicht angemessen planbar. "Hoffen wir, dass Vernunft und Weisheit über leichtsinnige und destabilisierende Entscheidungen mit globalen Auswirkungen siegen werden", ergänzte er.

Trump unterzeichnet in Davos Charta für "Friedensrat"

Trump hatte zuvor am Rande des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Alpenort Davos ein Gründungsdokument für den auf ihn selbst zugeschnittenen "Friedensrat" unterzeichnet. Kritiker sehen in der Charta des Rats einen Angriff auf die Vereinten Nationen.

AU Partner für regelbasierte internationale Zusammenarbeit

Wadephul sagte, es sei ihm ein wichtiges Anliegen, die Verbindungen zur AU zu stärken. "Denn in einer Zeit, in der die Grundprinzipien der Weltordnung offen infrage gestellt werden, brauchen wir Partnerschaften, um eben diese Prinzipien zu verteidigen", sagte er vor dem Hintergrund der isolationistischen Politik Trumps. "Uns eint die Überzeugung, dass Integration und regelbasierte Zusammenarbeit uns stark machen." Prinzipien wie territoriale Integrität und politische Souveränität dürften nicht zur Debatte stehen.

Deutschland und die AU wollen einen strategischen Dialog als Format starten, um gemeinsam Lösungen für die großen globalen Herausforderungen zu erarbeiten. Wadephul nannte die Bereiche Frieden und Sicherheit, Energie und Klima sowie Migration und Mobilität.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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