Kämpfe in Syrien: USA wollen bis zu 7.000 IS-Gefangene von Syrien in den Irak verlegen

Nach den Kämpfen in Syrien bleibt die Sorge um die Gefängnisse für IS-Kämpfer groß. Die USA wollen Tausende von ihnen ins Nachbarland Irak bringen.

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Die USA haben nach eigenen Angaben eine "Mission zur Verlegung" von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus Nordostsyrien in den Irak gestartet. Ziel sei es, die sichere Inhaftierung der Extremisten dauerhaft zu gewährleisten, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom mit.

Im Rahmen der Operation hätten US-Streitkräfte zunächst 150 IS-Kämpfer aus einem Gefangenenlager in Hasaka im Nordosten Syriens an einen gesicherten Ort im Irak gebracht. Insgesamt könnten nach Angaben von Centcom bis zu 7.000 IS-Häftlinge aus Syrien in irakisch kontrollierte Einrichtungen verlegt werden.

Es wurde nicht weiter ausgeführt, ob es sich dabei um irakische Staatsbürger oder auch Gefangene mit anderen Staatsbürgerschaften handelt.

Das US-Militär arbeite eng mit regionalen Partnern wie der irakischen Regierung zusammen, hieß es. Die geordnete und sichere Verlegung der IS-Gefangenen sei entscheidend. So könnten Ausbrüche verhindert werden, die eine direkte Bedrohung für die USA und die regionale Sicherheit darstellen würden. Im Jahr 2025 nahmen die USA und ihre Partnerstreitkräfte in Syrien demnach mehr als 300 IS-Kämpfer fest und töteten über 20 von ihnen.

SDF haben IS-Lager verlassen

Die Übergangsregierung ist in den vergangenen Tagen in einer Offensive immer weiter in die bisher kurdisch kontrollierten Gebiete im Nordosten Syriens vorgerückt. Dort liegen auch mehrere Lager und Gefängnisse für IS-Kämpfer und deren Angehörige. Bisher waren die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) für deren Bewachung und Verwaltung zuständig. Im Zuge der Offensive sahen sie sich gezwungen unter anderem vom al-Hol-Lager abzuziehen. Es ist das größte Lager für Angehörige von IS-Kämpfern in Syrien.

Einige Insassen konnten gestern auch aus einem Gefängnis für IS-Kämpfer entkommen, sagte Obaida Ghadban, Analyst für strategische Fragen im syrischen Außenministerium, der Deutschen Presse-Agentur. Die SDF hätten ihre Verantwortung aufgegeben und damit die nationale Sicherheit und regionale Stabilität gefährdet. Die meisten Gefangenen seien jedoch wieder eingefangen worden.

USA: Damaskus statt SDF als Anti-IS-Truppe vor Ort

Diese Maßnahmen spiegelten Syriens anhaltendes Engagement im Kampf gegen den Terrorismus wider, so Ghadban. Die syrische Übergangsregierung sei ein "aktiver und verantwortungsvoller" Partner in der von den USA angeführten Koalition gegen den IS.

Ursprünglich waren die SDF der wichtigste Partner der USA im Kampf gegen den IS. Mittlerweile gehört aber auch die Übergangsregierung der internationalen Koalition an. Der US-Gesandte Tom Barrack sagte dazu gestern: Der ursprüngliche Zweck der SDF, als primäre Anti-IS-Truppe vor Ort zu fungieren, habe ausgedient. Damaskus sei nun sowohl bereit als auch in der Lage, die Sicherheitsverantwortung zu übernehmen – einschließlich der Kontrolle über IS-Haftanstalten und -Lager.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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