Donald Trump: Die Stimmung kippt - warum immer mehr Amerikaner Trump ablehnen
Ein Jahr nach dem Start seiner zweiten Amtszeit erlebt Donald Trump ein böses Erwachen. Die Euphorie ist verflogen, die Kritik wächst – und die Umfragewerte stürzen ab. Proteste, umstrittene Abschiebungen und wirtschaftliche Sorgen setzen dem US-Präsidenten massiv zu.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Umfrage-Tief für Trump: Nur noch 42,2 Prozent Zustimmung ein Jahr nach Amtsantritt.
- Proteste, Grönland-Streit, Wirtschaftssorgen: Mehrere Krisen drücken die Stimmung.
- Selbst Republikaner werden nervös: Viele Wähler verlieren das Vertrauen in den Präsidenten.
Exakt ein Jahr nach seinem Amtsantritt erlebt Donald Trump einen deutlichen Dämpfer in der Wählergunst. Der US-Präsident erreicht laut dem Politikportal "RealClearPolitics" nur noch 42,2 Prozent Zustimmung – sein bisheriger Tiefstwert in der zweiten Amtszeit. Mehr als die Hälfte der Amerikaner zeigt sich unzufrieden mit Trumps Regierungsarbeit. Die Ablehnungsquote liegt bei 55,2 Prozent. Während der Präsident selbst seine bisherige Bilanz als Erfolg wertet, hat die anfängliche Begeisterung in der Bevölkerung spürbar nachgelassen. Die Gründe für den Absturz sind vielfältig: eskalierende Proteste nach einem tödlichen Polizeieinsatz, umstrittene Abschiebungsaktionen, die Grönland-Kontroverse sowie anhaltende wirtschaftliche Sorgen belasten seine Popularität.
Tödlicher ICE-Einsatz entfacht Massenproteste gegen Donald Trump
Die Abschiebepolitik der Trump-Regierung steht massiv in der Kritik. In Minneapolis eskaliert die Lage seit dem Tod von Renee Good, einer 37-jährigen dreifachen Mutter, die bei einem Einsatz der Einwanderungsbehörde ICE durch einen Beamten ums Leben kam. Rund 3.000 Bundesagenten führen derzeit landesweit Razzien gegen Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere durch. Videos dieser Aktionen verbreiten sich rasant in sozialen Netzwerken. Eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent der Amerikaner hält das Vorgehen für überzogen hart – zumal auch Personen ohne Vorstrafen und vereinzelt sogar US-Staatsbürger festgenommen werden. Unter republikanischen Wählern herrscht hingegen eine andere Sichtweise: 82 Prozent von ihnen kritisieren die Demonstranten als zu radikal.
Grönland-Fantasien von Donald Trump ohne Rückhalt
Auch außenpolitisch manövriert sich Trump ins Abseits. Seine Annexionspläne für das dänische Territorium Grönland stoßen auf massive Ablehnung in der eigenen Bevölkerung. Laut einer Erhebung der "Quinnipiac University" sprechen sich 86 Prozent der US-Wähler gegen eine militärische Übernahme der Arktisinsel aus. Selbst die moderatere Variante eines Kaufs findet keine Mehrheit. 55 Prozent der Befragten lehnen auch diese Option ab. Die Grönland-Drohungen des Präsidenten sorgen damit für zusätzliche Unruhe und tragen zum Vertrauensverlust bei.
Börsenrekorde können Frust nicht überdecken
Trotz der Dauerbeschallung über einen angeblichen Wirtschaftsboom aus dem Weißen Haus bleibt die Stimmung gedrückt. Die Teuerungsrate verharrt mit 2,7 Prozent oberhalb des Zielwerts, Wohnkosten belasten die Haushalte, und der Jobmarkt zeigt Schwächen. Laut "Wall Street Journal" bewerten 50 Prozent der Befragten die ökonomische Lage als schwach. Lediglich 35 Prozent äußern sich zufrieden. Besonders bitter: Trumps Zollpolitik kostete zuletzt etwa 72.000 Arbeitsplätze in der Industrie – ausgerechnet jenem Sektor, den er eigentlich stärken wollte. Immerhin notiert der Dow Jones nahe der 50.000-Punkte-Marke, und die Benzinpreise bleiben niedrig. Ein schwacher Trost für den Präsidenten.
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