Donald Trump eskaliert im Grönland-Streit: Russland freue sich über Zwietracht – Expertin warnt vor Spaltungsstrategie
Donald Trump zieht die Zoll-Keule und verknüpft sie offen mit seinem Griff nach Grönland. Ab Februar sollen europäische Waren in den USA massiv teurer werden. Die EU reagiert geschlossen und warnt vor einer gefährlichen Eskalation.
Erstellt von Anika Bube - Uhr
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- Donald Trump verhängt Strafzölle gegen Deutschland und weitere Nato-Staaten
- Die Zölle sind direkt an Trumps Forderung nach einem Grönland-Kauf geknüpft
- EU-Spitzen warnen vor Eskalation – Handelsdeal mit den USA steht vor dem Aus
Der Konflikt um Grönland erreicht eine neue Eskalationsstufe: US-Präsident Donald Trump hat am Samstagabend Strafzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Nato-Staaten verkündet. Die Abgaben sollen ab dem 1. Februar zunächst zehn Prozent betragen und zum 1. Juni auf 25 Prozent steigen. Sämtliche Warenlieferungen in die Vereinigten Staaten wären davon betroffen. Trump veröffentlichte die Ankündigung auf seiner Plattform Truth Social und verknüpfte sie direkt mit seinen Ambitionen auf die Arktisinsel. Die Zölle sollen erst enden, wenn ein Kaufabkommen für Grönland zustande kommt. Als Auslöser gilt auch die Entsendung europäischer Soldaten für eine Erkundungsmission auf die weitgehend autonome Insel, die zum dänischen Staatsgebiet gehört. Die europäischen Nato-Partner lehnen Trumps Übernahmepläne entschieden ab.
Donald Trump verhängt Strafzölle gegen Deutschland und Co.: EU-Spitzen warnen vor gefährlicher Abwärtsspirale
Die Europäische Union reagiert geschlossen auf Trumps Vorstoß. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa meldeten sich gemeinsam zu Wort: "Zölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und eine gefährliche Abwärtsspirale riskieren." Europa werde weiterhin geeint handeln und seine Souveränität verteidigen. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas übte scharfe Kritik an der Spaltungsstrategie. China und Russland würden sich über die Zwietracht unter Verbündeten freuen, erklärte die estnische Politikerin. Sicherheitsbedenken bezüglich Grönland ließen sich innerhalb der Nato klären.
Parlamentspräsidentin Roberta Metsola stellte unmissverständlich klar: Die Arktisinsel stehe nicht zum Verkauf. Trumps Maßnahmen würden lediglich gemeinsame Gegner ermutigen. Die EU-Spitzen betonten zudem, die europäische Militärübung diene ausschließlich der arktischen Sicherheit und bedrohe niemanden.
Zoll-Deal mit USA praktisch gescheitert
Die Eskalation hat unmittelbare Folgen für die Handelspolitik. Erst im vergangenen Jahr hatten sich EU und USA auf ein Zollabkommen geeinigt, das noch der Zustimmung des Europaparlaments bedarf. Der Kompromiss sah 15 Prozent US-Zölle auf europäische Waren vor, während Abgaben auf amerikanische Industriegüter komplett entfallen sollten. EVP-Fraktionschef Manfred Weber erteilte dem Deal nun eine Absage: "Die Null-Prozent-Zölle auf US-Produkte müssen ausgesetzt werden." Seine Fraktion unterstütze das Abkommen grundsätzlich, doch angesichts der Drohungen sei eine Zustimmung derzeit unmöglich. Auch Sozialdemokraten und Liberale im EU-Parlament lehnen die Vereinbarung mittlerweile ab. Da die drei Fraktionen zusammen eine Mehrheit bilden, gilt die Abstimmung in der kommenden Woche als gescheitert.
Expertin warnt: Trump will europäische Einheit zerstören
Laura von Daniels, Forschungsgruppenleiterin Amerika bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, sieht hinter den Zöllen ein klares Kalkül. "Trump macht das, weil er es kann und weil Grönland für ihn eine wichtige Trophäe ist", erklärte sie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der US-Präsident nutze die Abgaben gezielt, um maximalen Druck aufzubauen und die bisher geschlossene europäische Front zu durchbrechen.
Sicherheitspolitisch oder wirtschaftlich gebe es keine nachvollziehbaren Gründe für das Vorgehen. "Trump setzt auf Einschüchterung und Demütigung der eigenen Verbündeten, vor allem Dänemarks und Grönlands", so von Daniels. Der Zeitpunkt kurz vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos könnte eine bewusste Machtdemonstration sein. Ziel sei es offenbar, der Koalition, die Grönlands Interessen und völkerrechtliche Normen verteidigt, ein Ende zu bereiten.
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bua/news.de/dpa/stg
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