Donald Trump: Experte schlägt Alarm - dieser Plan könnte katastrophal enden

Während Donald Trump die amerikanischen Verteidigungsausgaben auf astronomische 1,5 Billionen Dollar jährlich hochschrauben will und gleichzeitig einen gefügigen Zentralbankchef sucht, sind die Aussichten für deutsche Sparer schlecht.

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Für Sparer stellt die Politik von Donald Trump ein enormes Risiko dar. (Foto) Suche
Für Sparer stellt die Politik von Donald Trump ein enormes Risiko dar. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump sucht Notenbank-Chef mit seinem Segen
  • Trumps Rüstungspläne könnten zur Inflationsbombe werden
  • Kapitalflucht nach Europa verstärkt Dollar-Schwäche
  • Doppelschlag gegen deutsche Industrie
  • Schnabel als Hoffnung gegen Inflations-Aufweichung

Der Ökonom Hans-Werner Sinn schlägt in einem Interview mit "The Pioneer" Alarm: Die Personalpolitik des US-Präsidenten Donald Trump bei der amerikanischen Notenbank Federal Reserve birgt erhebliche Gefahren für die Geldwertstabilität. Trump ist auf der Suche nach einem neuen Fed-Vorsitzenden, der seinen wirtschaftspolitischen Vorstellungen entspricht.

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Donald Trump sucht Notenbank-Chef mit seinem Segen

Der künftige Notenbank-Chef soll nach Trumps Wunsch die Zinsen deutlich senken. Damit verfolgt der Präsident ein doppeltes Ziel: Die Wirtschaft ankurbeln und gleichzeitig die immense Staatsverschuldung der USA verringern. Durch höhere Inflation würde das Bruttoinlandsprodukt nominal aufgebläht, wodurch die Schuldenquote im Verhältnis sinkt.

Sinn warnt vor diesem Kurs. Der amtierende Fed-Chef Jerome Powell vertritt noch eine konservative Linie mit vergleichsweise hohen Zinsen. Dessen Nachfolger werde jedoch voraussichtlich niedrige Zinsen versprechen müssen, um von Trump nominiert zu werden. Auch JP-Morgan-Chef Jamie Dimon befürchtet, dass Trumps Attacken auf die Fed die Inflationserwartungen in die Höhe treiben könnten.

Trumps Rüstungspläne könnten zur Inflationsbombe werden

Zusätzlich zu seiner Geldpolitik plant Trump eine drastische Erhöhung der Militärausgaben. Der Präsident fordert vom Kongress jährlich 1,5 Billionen US-Dollar für Rüstung - ein massiver Sprung gegenüber den aktuell 980 Milliarden Dollar. Sinn bezeichnet eine solche Aufrüstung als "gewaltigen" Inflationstreiber.

Wenn sich Staaten massiv verschulden und das Geld in Umlauf bringen, entstehe eine Übernachfrage. Diese übersteigerte Nachfrage entlade sich früher oder später inflationär. Das Phänomen sei sowohl in den USA als auch in Europa bereits zu beobachten gewesen. Die Kombination aus niedrigen Zinsen und explodierenden Staatsausgaben schaffe eine gefährliche Mischung für die Preisstabilität.

Kapitalflucht nach Europa verstärkt Dollar-Schwäche

Die amerikanische Geldpolitik bleibt nicht ohne Auswirkungen auf Europa, obwohl flexible Wechselkurse eigentlich eine Entkopplung ermöglichen. Doch die Zinsentwicklung schafft paradoxerweise neue Verbindungen zwischen den Wirtschaftsräumen. Sobald die USA ihre Zinsen reduzieren, wandert kurzfristiges Finanzkapital nach Europa ab. Die Anleger suchen dort nach besseren Verzinsungsmöglichkeiten. Diese Kapitalbewegung führt zu einer Aufwertung des Euro bei gleichzeitiger Schwächung des Dollars.

Die Währungsverschiebungen entfalten gegensätzliche Effekte auf beiden Seiten des Atlantiks. Der schwächere Dollar verteuert Importprodukte in den USA und heizt damit die Inflation weiter an. Europa hingegen profitiert zunächst von einer dämpfenden Wirkung auf die Preisentwicklung durch die Euro-Stärkung. Diese Wechselkursreaktionen fallen laut Sinn jedoch überproportional stark aus. Die amerikanische Wirtschaft gewinnt dadurch an Wettbewerbsfähigkeit und kann ihre Exporte leichter absetzen.

Doppelschlag gegen deutsche Industrie

Für die deutsche Exportwirtschaft entsteht durch diese Entwicklungen eine doppelte Belastung. Die Aufwertung der europäischen Gemeinschaftswährung erschwert den Absatz deutscher Produkte auf dem amerikanischen Markt erheblich. Die deutschen Waren werden für US-Käufer teurer und verlieren an Wettbewerbsfähigkeit.

Verschärft wird die Situation durch Trumps Zollpolitik. Die ohnehin bereits bestehenden hohen Einfuhrabgaben kommen als zusätzliches Handicap hinzu. Deutsche Unternehmen stehen damit vor einer doppelten Hürde beim Amerikageschäft.

Die Vereinigten Staaten profitieren dagegen von dieser Konstellation. Ihre Exportindustrie kann dank des geschwächten Dollars ihre Waren günstiger auf internationalen Märkten anbieten. Die wirtschaftliche Belebung verschafft amerikanischen Herstellern einen deutlichen Vorteil.

Bei den Zöllen rechnet Sinn mit verzögerten Inflationseffekten. Die komplette Lieferkette der Vorprodukte führe zu zeitlichen Verschiebungen. Bis sich die Preissteigerungen vollständig durchgeschlagen haben, könnten mehrere Monate vergehen.

Sparer verlieren wegen Donald Trump schleichend an Kaufkraft

Die Sorgen der Bürger um ihre Ersparnisse sind nach Einschätzung Sinns berechtigt. In Europa liegt die Teuerungsrate bei etwa zwei Prozent, was eigentlich die maximale Grenze darstellen sollte. Diese Inflationsrate mag auf den ersten Blick moderat erscheinen, doch ihre Wirkung ist real.

Die Kaufkraft des angesparten Vermögens nimmt kontinuierlich um diesen Prozentsatz ab. "Letztlich wird man von ganz allein ärmer", konstatiert der Ökonom. Jahr für Jahr schmilzt der tatsächliche Wert der Rücklagen, ohne dass die Sparer aktiv etwas tun müssen.

Die niedrigen Zinsen verschärfen das Problem zusätzlich. Während Aktienkurse durch sinkende Zinsen steigen, weil Wertpapiere im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen attraktiver werden, profitieren klassische Sparer nicht. Sie tragen die Last der Geldentwertung ohne entsprechende Kompensation durch Zinserträge. Die reale Vermögenseinbuße ist damit vorprogrammiert.

Schnabel als Hoffnung gegen Inflations-Aufweichung

In der Europäischen Zentralbank steht die Ablösung von Christine Lagarde zur Debatte. Isabel Schnabel aus dem EZB-Direktorium hat Ambitionen auf die Spitzenposition signalisiert. Ökonom Sinn würde ihre Kandidatur befürworten. Schnabel gilt als kompromisslose Gegnerin lockerer Geldpolitik. Sie setzte als erste im EZB-Rat Zinserhöhungen gegen die damals aufkommende Inflation durch. Zu diesem Zeitpunkt bestritt der Rest der Notenbank sogar die Existenz inflationärer Tendenzen. Sinn würdigt dies als schwer erkämpften Erfolg.

Die Geschichte der EZB zeigt eine kontinuierliche Verwässerung ihrer Stabilitätsziele. Ursprünglich versprach der Maastricht-Vertrag echte Preisstabilität mit null Prozent Inflation. Später wurden zwei Prozent als akzeptabel definiert. Mittlerweile toleriert die Notenbank temporär sogar drei Prozent. Bei Schnabel befürchtet Sinn keine weitere Erosion der Standards. Er bezeichnet sie als "Hardlinerin", die einer Fortführung solcher Aufweichungstendenzen entgegenstehen würde. Die Personalentscheidung könnte für die künftige Inflationsentwicklung entscheidend werden.

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