Donald Trump: "Du hättest diesen Job nicht!" US-Präsident rastet in Interview aus

In einem CBS-Interview verliert Donald Trump die Geduld, greift Moderator Tony Dokoupil persönlich an und deutet an, dieser hätte ohne ihn keinen Job.

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Donald Trump giftete in einem Interview den Moderator an. (Foto) Suche
Donald Trump giftete in einem Interview den Moderator an. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci
  • Wut-Interview: Trump reagiert gereizt auf Fragen zu hohen Lebensmittelpreisen
  • Persönlicher Angriff: Der Präsident deutet an, der Moderator verdanke ihm seinen Job
  • Medienkonflikt: Das Gespräch zeigt die wachsende Spannung zwischen Weißem Haus und Journalisten

Donald Trump kann Kritik nicht ausstehen – schon gar nicht zur besten Sendezeit. In einem Interview mit CBS gerät der US-Präsident sichtbar in Rage, als Moderator Tony Dokoupil ihn auf die weiterhin hohen Lebensmittelpreise anspricht. Aus einem Wirtschaftsgespräch wird schnell ein persönlicher Schlagabtausch.

Donald Trump eskaliert in CBS-Interview bei Fragen zu Lebensmittelpreisen

Auslöser der Eskalation war eine Nachfrage zu den Preisen im Supermarkt. Dokoupil verwies darauf, dass die Inflationszahlen insgesamt akzeptabel seien, viele Amerikaner aber weiterhin unter hohen Lebensmittelpreisen litten. Trump reagierte gereizt und erklärte, er habe die Inflation auf ein Niveau gesenkt, "das man seit neun Jahren nicht mehr gesehen hat". Als der Moderator einwandte, dass viele Menschen diese Verbesserung im Alltag nicht spürten, schlug Trump einen defensiven Ton an: "Ich bin erst seit elf Monaten hier, okay?" Er habe ein "Chaos geerbt" – bei der Kriminalität, bei der Inflation und bei der Wirtschaft insgesamt.

"Du hättest diesen Job nicht!" Trump greift Journalisten persönlich an

Dann wurde Trump deutlich persönlicher. Mit Blick auf die unterlegene Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris sagte er zu Dokoupil: "Wenn sie gewonnen hätte, hättest du wahrscheinlich jetzt keinen Job." Eine Aussage, die mehr als nur ein Seitenhieb war. Trumps Bemerkung lässt sich unterschiedlich deuten. Einerseits könnte er auf eine aus seiner Sicht schlechtere Wirtschaftslage unter einer demokratischen Regierung anspielen. Andererseits fällt der Satz in eine politisch brisante Zeit. Die Trump-Administration hatte die Fusion des CBS-Mutterkonzerns Paramount mit Skydance persönlich begleitet. In der Folge übernahm die konservative Kommentatorin Bari Weiss die Leitung von CBS und holte Tony Dokoupil auf seinen jetzigen Posten.

Die Neuausrichtung des Senders kommt beim Publikum offenbar schlecht an. Laut "Raw Story" sind die Einschaltquoten von CBS im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Viele Zuschauer zeigen sich unzufrieden mit dem Kurs unter der neuen Führung.

Beziehung zwischen Weißem Haus und Journalisten angespannt

Ob Trumps Aussage als Drohgebärde oder bloße Prahlerei gemeint war, bleibt offen. Klar ist jedoch: Das Interview zeigt, wie angespannt das Verhältnis zwischen dem Weißen Haus und kritischen Journalisten inzwischen ist – selbst bei einem Sender, dessen Führung der Regierung nahestehen soll.

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/gom/news.de/stg

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