Donald Trump: Erschöpft und kraftlos - US-Präsident widersetzt sich seinem eigenen Zerfall

Bei seiner Siegesansprache nach der Venezuela-Operation murmelte sich Donald Trump kraftlos durch seinen größten Triumph. Für einen Kolumnisten das Zeichen eines Mannes, der gegen die seinen eigenen Zerfall kämpft.

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US-Präsident Trump wirkte auf einen Analysten erschöpft. (Foto) Suche
US-Präsident Trump wirkte auf einen Analysten erschöpft. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon
  • Donald Trump wirkt nach Venzuela-Angriff in Mar-a-Lago erschöpft und kraftlos.
  • Kolumnist sieht hinter Trumps Schwäche nicht nur bloße Müdigkeit.
  • US-Präsident zwischen körperlichem Niedergang und Machtverlust.

Donald Trumps Vorgehen in Venezuela kann wohl nicht über Donald Trumps gesundheitlichen und politischen Zerfall hinwegtäuschen. Das glaubt zumindest Kolumnist Frank Bruni, nachdem der US-Präsident vor die Kameras in Mar-a-Lago trat, um über die Militäroperation zu sprechen. In der "New York Times" analysiert er den kraftlos wirkenden Republikaner. Für ihn ist klar: Trumps altersbedingter Verfall werde immer deutlicher.

Von wegen Müdigkeit: US-Präsident und sein kraftloser Auftritt

Der US-Einsatz am 3. Januar in Venezuela sei kein Vergleich zu Trumps Rede vor Pressevertretern. Statt eines triumphalen Siegeszugs vor Kameras zu feiern, wirkte der 79-Jährige auf den Kolumnisten eher wie ein wankender Sieger. Trump sprach murmelnd und schweifend. Zwar hatte Trump in der Nacht der Operation kaum geschlafen und nahm sogar um 4.30 Uhr morgens noch einen Anruf entgegen. 

Bruni zieht einen deutlichen Vergleich: Trump war nicht Präsident George W. Bush, der 2003 im Fliegeranzug auf einem Flugzeugträger landete, um – verfrüht – den Erfolg im Irak zu verkünden. Stattdessen stand da "der gleiche alte Trump in den gleichen alten Klamotten", der monoton vor sich hinredete, nur eben älter klang. "Seine Haltung und sein Rhythmus deuteten auf mehr als nur Schlafdefizit hin", schreibt der Kolumnist. Bei einem solchen Moment würde man erwarten, dass genug Adrenalin für einen energiegeladenen Auftritt durch seine Adern pumpt. Stattdessen lieferte Trump eine kraftlose Vorstellung ab – unfähig, bei seinem eigenen Triumph triumphierend zu klingen.

Trumps verräterischer Tick: US-Präsident zwischen körperlichem Verfall und Machtverlust

Während seiner Pressekonferenz kehrte Trump immer wieder zu einem Wort zurück: "Dominanz". Bruni deutet diese Wiederholung als entlarvenden Tick – das Zeichen eines Mannes, dessen Stimme schwächer wird, während er versucht, seine Überlegenheit hinauszubrüllen. "Ich beobachte und höre ihm zu und bekomme den Eindruck eines Mannes, der sich am Buffet vollstopft, bevor es abgeräumt wird", schreibt der Analyst. Trump befinde sich auf Kollisionskurs zwischen seinem eigenen körperlichen Verfall und dem drohenden Machtverlust nach den Zwischenwahlen, schreibt er weiter. Der Präsident scheine in einem verzweifelten Sprint zu sein, bevor einer dieser Verluste eintritt.

Donald Trump unterdrückt seine Angst

Besonders aufschlussreich ist für Bruni Trumps eigene Warnung an republikanische Abgeordnete: Eine Niederlage bei den Zwischenwahlen würde zu seiner Amtsenthebung führen. Für Bruni ist das die Aussage eines Mannes, der sich der Sterblichkeit seiner Macht schmerzlich bewusst ist. Während Trump das Land nach seinen vergoldeten Vorstellungen umgestaltet, Orte und Gebäude nach sich selbst benennt und eine Expansion amerikanischer Territorien nach Kanada, Grönland und anderswohin anstrebt, sieht der Analyst dahinter eine Strategie: "Er bekämpft und unterdrückt seine Angst, indem er einen immer extravaganteren Machttrip unternimmt."

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