Massenproteste: Iranische Staatsmacht mobilisiert Anhänger

Nachts eskalieren die Proteste, tagsüber schickt der iranische Staat eigene Anhänger auf die Straßen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit Härte gegen regierungskritische Demonstrationen.

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Der iranische Staat hat als Reaktion auf die systemkritischen Massenproteste seine eigenen Anhänger mobilisiert. Der staatliche Rundfunk veröffentlichte auf Telegram Ausschnitte aus dem TV-Programm, die Demonstrationen in mehreren iranischen Städten zeigen sollen. Teilnehmer schwenkten Flaggen und zeigten Bilder einiger der bei den Unruhen getöteten Sicherheitskräfte.

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die ursprünglich durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte. Hunderte Demonstranten sind nach Angaben von Aktivisten bereits getötet worden. Es sind die schwersten Proteste im Iran seit Jahren.

Außenminister Abbas Araghtschi verurteilte die regierungsfeindlichen Demonstrationen. Zunächst seien Händler auf die Straße gegangen, sagte er vor Diplomaten. "Ab einem bestimmten Punkt hatten wir es mit terroristischen Operationen zu tun." Deshalb gebe es weiterhin einige "Einschränkungen", die bestehen blieben, "bis wir sicher sind, dass keinerlei Bedrohung mehr existiert", sagte er. Das Internet ist seit Donnerstag vollständig gesperrt.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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