Donald Trump: US-Notenbank-Chef im Visier - US-Präsident entsetzt mit "widerlichem" Verhalten

Donald Trump sorgt mit einem augenscheinlichen Rache-Feldzug gegen Jerome Powell für Empörung. Die US-Staatsanwaltschaft ermittelt strafrechtlich gegen den Chef der US-Notenbank. Doch Powell wehrte sich öffentlich und schlug mit einer Videobotschaft, in der er schonungslos gegen den US-Präsidenten austeilt, zurück.

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Donald Trump und Jerome Powell. (Foto) Suche
Donald Trump und Jerome Powell. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon (Archivfoto)
  • Donald Trump sorgt mit Rache-Feldzug gegen US-Notenbank-Chef für Empörung
  • US-Staatsanwaltschaft ermittelt strafrechtlich gegen Fed-Chef Jerome Powell
  • Notenbank-Chef teilt in Videobotschaft öffentlich gegen Donald Trump aus
  • Entsetzen über "widerliches" Vorgehen von US-Präsident Trump

Die Auseinandersetzung zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, hat eine neue Dimension erreicht. Wie die "New York Times" berichtet, hat die Staatsanwaltschaft in Washington strafrechtliche Ermittlungen gegen den Fed-Chef eingeleitet. Im Fokus steht die Renovierung des Hauptsitzes der US-Zentralbank.

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Donald Trump sorgt mit augenscheinlichem Rache-Feldzug gegen US-Notenbank-Chef für Empörung

Die Untersuchung reiht sich ein in eine Serie juristischer Schritte gegen Kritiker des US-Präsidenten. Powell reagierte am Sonntag mit einer ungewöhnlichen Videobotschaft, in der er die Ermittlungen als "beispiellos" bezeichnete und sie mit dem anhaltenden Druck der Trump-Regierung, den Leitzins zu senken, in Verbindung brachte.

Donald Trump kritisiert "übertriebene" Renovierung der US-Notenbank-Zentrale

Der Konflikt zwischen Donald Trump und Jerome Powell schwelt bereits seit längerem. Im vergangenen Jahr nahmen der US-Präsident und sein Budgetdirektor Russell Vought die Sanierung des Hauptquartiers der US-Notenbank in Washington ins Visier. Sie warfen der Zentralbank vor, das Bauprojekt sei übertrieben aufwendig und verstoße gegen staatliche Aufsichtsvorschriften. Doch die nun eingeleiteten Ermittlungen gehen über die reinen Baukosten hinaus. Die Staatsanwaltschaft prüft sowohl die Ausgabenunterlagen als auch öffentliche Äußerungen Powells zu dem Projekt.

Notenbank-Chef Powell wehrt sich mit Videobotschaft gegen Donald Trumps Rache-Feldzug

Jerome Powell meldete sich am Sonntag (11. Januar) in einer für ihn ungewöhnlichen Form zu Wort. In einer Videobotschaft, die bei X veröffentlicht wurde, betonte der US-Notenbank-Chef seinen tiefen Respekt für Rechtsstaatlichkeit und demokratische Rechenschaftspflicht. "Niemand – schon gar nicht der Vorsitzende der Federal Reserve – steht über dem Gesetz", erklärte er. Gleichzeitig ordnete Powell die Ermittlungen in einen größeren Zusammenhang ein. "Diese beispiellose Maßnahme sollte vor dem Hintergrund der Drohungen und des anhaltenden Drucks der Regierung gesehen werden", sagte der Notenbankchef.

Donald Trump bestreitet Kenntnis von Ermittlungen gegen Powell

Während etliche Beobachter überzeugt sind, dass Donald Trump die Ermittlungen initiiert hat, bestritt der US-Präsident selbst jegliche Beteiligung oder Einflussnahme. In einem Interview mit "NBC News" am Sonntagabend wies Trump jede Kenntnis der Ermittlungen zurück. "Ich weiß nichts davon, aber er ist sicherlich nicht sehr gut bei der Fed, und er ist nicht sehr gut im Bauen von Gebäuden", so der Republikaner über Notenbank-Chef Jerome Powell.

Vorgehen der Trump-Regierung sorgt für Entsetzen

In den sozialen Medien sorgten die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den US-Notenbank-Chef für reichlich Kritik. Etliche Beobachter zeigten sich entsetzt und brachten ihre Empörung zum Ausdruck. So schrieb der der Rechtsanwalt Tom Ryan auf X: "Der Oberste Richter hat all dieses Verhalten von Trump gebilligt! Widerlich!" Der Senator Thom Tillis, ein Republikaner aus North Carolina, zeigte sich auf X ebenfalls erschüttert: "Wenn es noch Zweifel daran gab, dass Berater innerhalb der Trump-Regierung aktiv darauf hinarbeiten, die Unabhängigkeit der Federal Reserve zu beenden, sollten diese nun ausgeräumt sein."

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/ife/news.de/stg

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