Gazastreifen: Mehr als 55 Millionen Tonnen Schutt im Gazastreifen
Zwischen Trümmern und explosiven Munitionsresten: Warum der Wiederaufbau im Gazastreifen mehr kostet als je zuvor – und für Helfer lebensgefährlich bleibt.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Das UN-Entwicklungsprogramm drängt nach der Waffenruhe im Gazastreifen auf einen schnellen Start des Wiederaufbaus. In dem Küstengebiet müssten nach Schätzungen mehr als 55 Millionen Tonnen Schutt von zerstörten Gebäuden und Infrastruktur weggeschafft werden, sagt der Vertreter für die palästinensischen Gebiete, Jaco Cilliers. Er sprach von Jerusalem aus mit Reportern in Genf. Allein in den kommenden drei Jahren seien 20 Milliarden Dollar (17,3 Mrd. Euro) dafür nötig.
Weltbank, UN und die Europäische Union schätzen den Gesamtbedarf über Jahre nach Angaben von Cilliers auf 70 Milliarden Dollar. Sie hatten bei einer Analyse im Februar 53 Milliarden Dollar angenommen, den nötigen Betrag aber im Anschluss erhöht.
Unter Schutt auch Leichen
Das UNDP rechnet damit, auch Leichen zu finden. Schon bei eingeschränkten Einsätzen in diesem Jahr, um Straßen oder Zugänge zu Krankenhäusern freizuräumen, seien die sterblichen Überreste dreier Menschen gefunden worden. "Leider gehen wir davon aus, dass noch viele weitere Leichen geborgen werden müssen", sagte Cilliers. Eine weitere Herausforderung seien Munitionsrückstände, die explodieren können, wenn sie bewegt werden.
Bislang stünden die Genehmigungen, umfangreiches Gerät und Material für die Räumung in das Gebiet zu bringen, noch aus, sagte Cilliers. Das UNDP sei wie alle anderen UN-Organisationen in ständigen Verhandlungen mit den israelischen Behörden über Zugangsberechtigungen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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