06.12.2019, 12.49 Uhr

Dunja Hayali: Todesliste veröffentlicht! Nazis bedrohen Moderatorin

Als öffentliche Person hat man es nicht immer leicht, ein Zeichen gegen Fremdenhass zu setzen. Auch Morddrohungen sind keine Ausnahme. So auch bei ZDF-Moderatorin Dunja Hayali - doch die weiß sich zu wehren.

Dunja Hayali bekommt Todesdrohungen - und zeigt sich dennoch kämpferisch. Bild: dpa

Schockierenden Neuigkeiten von Moderatorin Dunja Hayali (45). Die deutsche Journalistin wird von einer rassistischen Gruppe im Netz mit dem Tod bedroht. Doch davon will sich Hayali nicht unterkriegen lassen. Auf Twitter veröffentlichte sie jetzt das entsetzliche Schreiben der rechten Gruppe, das erklärt, dass außer Dunja Hayali noch weitere bekannte Gesichter aus der Politik auf der Todesliste stehen.

Dunja Hayli erhält Morddrohungen! Rechtsextreme beschreiben ihre Hinrichtung

In dem Schreiben, das eindeutig rechtsextremen Inhalt enthält, erklären die Verfasser zudem, dass die Liste stetig länger werden würde. Die bislang Unbekannten drohen Hayali damit, in den nächsten Tagen einen Anschlag auf sie zu verüben. Vor allemHayalis Herkunft,geboren in Datteln als Tochter irakischer Eltern, scheint dabei der Auslöser für den Hass zu sein. Doch Hayali will sich von derartigen Hass-Botschaften nicht unterkriegen lassen.

Journalistin sagt Nazis auf Twitter den Kampf an

"Ihr kleinen Neonazis, (...) glaubt ihr ernsthaft, das ihr damit etwas erreicht? Ich werde deshalb jedenfalls nicht schweigen und weiterhin berichten, Gesicht und Haltung zeigen!", schießt die TV-Moderatorin zurück. Dazu veröffentlicht sie denHashtag #jetzterstrecht. Für ihren Mut bekommt Dunja Hayali im Netz reichlich Zuspruch.

"Solidarität Schwester! #JetztErstRecht", "Sie wollen Angst verbreiten.Wir haben keine Angst. Volle Solidarität mit Ihnen!" und "Liebe Frau Hayali, ich wünsche Ihnen Kraft für den Umgang mit dem Abschaum.", heißt es in einigen unterstützenden Kommentaren. Ein anderer User fügt hinzu: "Hallo Frau Hayali, es gibt mehr Menschen, die zu Ihnen stehen und Sie unterstützen. Lassen Sie sich von solchen Verbrechern nicht unterkriegen. Danke für Ihren engagierten Kampf für ein buntes und liberales Deutschland."

Morddrohung auch gegen Sawsan Chebli

Erst am Montag hatte die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli bekannt gemacht, von mutmaßlichen Rechtsextremisten mit dem Tode bedroht zu werden.Die SPD-Politikerin veröffentlichte am Montag auf Twitter ein Schreiben Unbekannter mit einer Morddrohung. Chebli habe es auf "unsere Todesliste geschafft", heißt es in dem Text, in dem die 41-Jährige übel beschimpft und rassistisch beleidigt wird.Chebli erstattete Anzeige. Auf Twitter schrieb sie: "Ich lasse mich von Euch Nazis nicht einschüchtern, werde weiter meine Stimme erheben, mich für Vielfalt einsetzen, werde weiter für eine offene Gesellschaft, für Migranten, Flüchtlinge, Schwarze, Juden, Muslime und alle kämpfen, die Eure Feinde sind. Jetzt erst recht."

Chebli ist in der Berliner Senatskanzlei Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales. Sie hat palästinensische Wurzeln und erhebt immer wieder ihre Stimme gegen Rassismus und Intoleranz.

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sba/news.de/dpa

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