Wolfsattacke in Wildpark: Nach Angriff auf Kind warnt Experte vor Kontakt mit Wölfen
Ein Wolf hat in einem Wildpark ein Kind schwer verletzt. Ein Experte spricht von einer möglichen Übersprungshandlung des Tieres. Was der Fachmann grundsätzlich von Besucher-Kontakten mit Wölfen hält.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Hektik, Schreie, Hinfallen
Solche Übersprungshandlungen bei Wölfen können dem Fachmann zufolge etwa durch Fehlverhalten wie falsche Bewegungen, Hektik und Schreie ausgelöst werden oder sogar durch einfaches Hinfallen. Wenn es nur Neugier gewesen wäre, würde der Wolf schnuppern, aus dem Spiel heraus eine Scheinattacke machen und nicht gleich beißen, sagte Wiesenthal.
"Fremde Menschen haben in Wolfsgehegen nichts zu suchen", betonte Wiesenthal, der auch niedersächsischer Wolfsberater ist. In einigen Einrichtungen seien aber dennoch Kontakte von Besuchern mit Wölfen möglich. "Über den Sinn und die Notwendigkeit dieser Kontakte sind die Meinungen unter Fachleuten durchaus zweigeteilt. Ich persönlich halte den direkten Kontakt zwischen Besuchenden und Wölfen aus verschiedenen Gründen für nicht zielführend."
Durch den Kontakt zum Wolf könne ein falsches Bild von diesem Raubtier vermittelt werden, so der Vorsitzende des Verbands im niedersächsischen Gleichen. "Es bleibt ein Raubtier und sollte stets mit Respekt betrachtet werden." Da Besucher das Verhalten von Wölfen nicht kennen, könne es zu "Fehlinterpretationen und Fehlverhalten kommen, was auch eine ungewünschte Übersprungshandlung beim Wolf auslösen kann".
80 Einrichtungen in Deutschland mit Wölfen
Derzeit gibt es laut Verband rund 80 Einrichtungen in Deutschland, in denen Wölfe gehalten werden. Am häufigsten seien dabei Grauwölfe - mit rund 300 Tieren. Polar- und Timberwölfe seien mit insgesamt 130 Individuen in Deutschland vertreten.
In der Regel komme es durch nicht ausreichende Kenntnis des Verhaltens der Wölfe zu Übergriffen, die allerdings nie tödlich verliefen, sagte Wiesenthal. Der Experte schätzt, dass es in den vergangenen zehn Jahren bislang zu weniger als zehn Übergriffen gekommen ist - ausschließlich auf Mitarbeiter der Einrichtungen. Es sei ihm bislang nicht bekannt, dass Besuchende angegriffen worden seien.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de