Tragischer Hitze-Tod: Autistisches Mädchen (6) bei Gluthitze in Schulbus vergessen – tot

36 Grad Hitze und ein Mädchen, welches sich wegen einer Autismus-Erkrankung nicht bemerkbar machen konnte. Im US-Bundesstaat Tennessee kam es zu einem tragischen Vorfall, der betroffen macht. Die Hintergründe.

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Ein Mädchen (6) wurde im Schulbus vergessen bei Temperaturen im Schatten bis zu 36 Grad. Sie wurde wenig später tot aufgefunden (Symbolbild). (Foto) Suche
Ein Mädchen (6) wurde im Schulbus vergessen bei Temperaturen im Schatten bis zu 36 Grad. Sie wurde wenig später tot aufgefunden (Symbolbild). Bild: Adobe Stock/Stuart Monk
  • Sechsjährige Autistin stundenlang in heißem Schulbus eingesperrt
  • Niemand bemerkte, dass das Mädchen nie aus dem Fahrzeug ausgestiegen war
  • Kind bei 42,8 Grad Körpertemperatur leblos aufgefunden
  • Polizei ermittelt wegen Hitze-Tod– bislang wurde niemand angeklagt

Immer wieder kommt es im Sommer zu tragischen Hitze-Vorfällen, die hätten vermieden werden können. Ein Fall im US-Bundesstaat Tennessee macht besonders betroffen. Was genau war passiert?

In Cordova, einem Vorort von Memphis im US-Bundesstaat Tennessee, ist ein sechsjähriges Mädchen nach stundenlangem Eingeschlossensein in einem Schulbus ums Leben gekommen. Bei Außentemperaturen von bis zu 36 Grad wurde das Kind am vergangenen Donnerstag offenbar schlicht übersehen – niemand bemerkte, dass es den Bus nicht verlassen hatte, berichtet die "Bild"-Zeitung.

Autistisches Mädchen (6) stirbt Hitze-Tod, weil sie sich nicht bemerkbar machen konnte

Der Fall ist besonders erschütternd, weil die kleine Winter aufgrund ihrer Autismus-Erkrankung nicht in der Lage war zu sprechen. Sie konnte sich weder bemerkbar machen noch Hilfe herbeirufen. "Sie konnte niemandem mitteilen, dass sie noch im Bus war", erklärte ihr Onkel zutiefst erschüttert gegenüber dem lokalen Fernsehsender "News Channel 3". Erst nach fast acht Stunden wurde das Mädchen leblos aufgefunden.

Zehn Minuten Fahrt – doch niemand vermisste das Kind

Am Morgen des Unglückstags übergab Winters Vater seine Tochter an einem Sammelpunkt in der Kindertagesstätte "Kid University". Von dort aus sollte ein Bus die Kinder zur nahegelegenen Grundschule bringen – eine Strecke von gerade einmal zehn Minuten.

Doch als der Bus an der Schule ankam, verließ die Sechsjährige das Fahrzeug nicht. Weder der Fahrer noch das Personal an der Schule registrierten offenbar, dass Winter fehlte und nie in ihrem Klassenzimmer erschien. Der Bus fuhr anschließend zurück zum Parkplatz der Kita-Einrichtung – mit dem Mädchen an Bord.

Bei Temperaturen von 36 Grad im Schatten verwandelt sich ein geschlossenes Fahrzeug innerhalb kürzester Zeit in eine lebensgefährliche Hitzefalle.

Kinder finden lebloses Mädchen beim Einsteigen

Erst am Nachmittag, als der Schulbus erneut für die Rückfahrt geöffnet wurde,wurde das Mädchen gefunden. Schüler, die nach Unterrichtsschluss in das Fahrzeug stiegen, entdeckten Winter leblos auf ihrem Platz. Laut Polizeiangaben erreichte der Notruf die Einsatzkräfte um 15.23 Uhr – das Mädchen hatte demnach knapp acht Stunden eingesperrt in dem aufgeheizten Bus verbracht.

Sanitäter transportierten die Sechsjährige umgehend in ein Krankenhaus, wo Ärzte jedoch nur noch ihren Tod feststellen konnten. "Sie starb mit einer Körpertemperatur von 42,8 Grad", berichtete Vater Bryan im Gespräch mit dem Sender "News Channel 3". Er trat dort gemeinsam mit seinem Bruder, dem Onkel des Mädchens, vor die Kamera.

Polizei ermittelt – doch bislang keine Anklage

Die Polizei von Memphis hat Untersuchungen eingeleitet, um die genauen Umstände des tödlichen Vorfalls aufzuklären. Wie die Behörden mitteilten, wurde bisher gegen niemanden Anklage erhoben. Offen bleibt, wer die Verantwortung für die Kontrolle der Kinder beim Ein- und Aussteigen trug und warum sämtliche Sicherheitsmechanismen versagten.

Die Einrichtung "Kid University", die den Bustransfer zur Grundschule organisierte, hat sich bis dato nicht öffentlich zu dem Todesfall geäußert. Wie "Bild" berichtet, ist die Internetseite der Kita seit dem Vorfall nicht mehr erreichbar.

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