Hilfe gegen Brände: Experte: Löschflugzeuge sind nicht die Antwort
Helfer kämpfen gegen die Flammen in Frankreich und Spanien. Ein EU-Zentrum koordiniert internationale Hilfe. Was erschwert die Einsätze? Und warum wirbt eine Expertin für Ziegen?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Um großen Bränden wie in Frankreich und Spanien beizukommen, muss laut Experten der Europäischen Union früh angesetzt werden. "Es geht nicht darum, dass wir mehr Flugzeuge in dieses oder jenes Land schicken müssen", sagte Waldbrand-Experte Moises Galan Santano in Brüssel.
Der Katalane arbeitet im Zentrum für die Koordinierung von Notfallmaßnahmen (Emergency Response Coordination Centre, ERCC) der EU. "Manchmal sind die Flugzeuge bereits vor Ort und können trotzdem nichts tun, weil der Rauch so tief über dem Boden liegt, dass sie nicht eingesetzt werden können."
Brandbekämpfung sei wichtig - aber es müsse auch mehr zur Vorbeugung solcher Feuer getan werden, betonte er. Das brauche Zeit, sagte der Experte. "Wir müssen uns jetzt darauf konzentrieren."
Ziegen und Frühwarnsysteme
Maria Zuber, Leiterin der Einheit für Einsätze zur Notfallreaktion, nannte als vorbeugende Maßnahmen die Investition in Frühwarnsysteme, Kapazitäten aufzubauen, die Bevölkerung aufzuklären, Evakuierungspläne vorzubereiten sowie die Bewirtschaftung von Wäldern und landwirtschaftlichen Flächen zu verändern. Es könne sogar darum gehen, Ziegen einzusetzen, die das trockene Pflanzenmaterial fressen, das als Brennstoff für Feuer dient.
"Die größte Herausforderung bei der Prävention besteht darin, die Denkweise der Menschen zu verändern. Oft sind es gerade die kleinen, unscheinbaren Maßnahmen, die langfristig den größten Unterschied machen", sagte Zuber. Es werde dauern, bis man Ergebnisse sehen werde. "Aber wir müssen heute investieren, damit wir in fünf Jahren - wenn sich der Klimawandel weiter verschärft hat - deutlich besser vorbereitet sind."
Das macht die EU
Die EU koordiniert aus dem Zentrum heraus ihre gemeinsame Reaktion auf Krisen. Mitarbeiter bewerten fortlaufend die Lage. Jedes Land weltweit, das von einer Katastrophe betroffen ist, kann sich an das Zentrum wenden und um Hilfe bitten, wie das ERCC erklärt. Andere Staaten können ihre Unterstützung anbieten, etwa spezialisierte Ausrüstung, Hilfsgüter oder Fachwissen.
Die EU übernimmt bis zu 75 Prozent der operativen Kosten und kann außerdem auf eine eigene Reserve an Ressourcen (rescEU) zurückgreifen. Insgesamt stehen über diese an verschiedenen Standorten in Europa 22 Löschflugzeuge und 5 Hubschrauber zur Verfügung. Ein Teil davon sei derzeit nicht im Einsatz, damit man jederzeit auch auf neue Brände reagieren könne, sagte eine Vertreterin. Unabhängig davon können EU-Staaten auch spontane Hilfsangebote machen.
Experte: Flugzeuge sind nicht die Antwort
Zur Situation in Frankreich sagte Brandexperte Galan Santano zudem, dass Einsatzkräfte erschöpft seien, da sie mit mehreren Bränden im Land zu kämpfen hatten. Nach zwei ruhigeren Tagen Anfang der Woche sei das Brandgebiet auf rund 42.000 Hektar angewachsen. Dort alles zu löschen, brauche Zeit.
Die Lage in Spanien und Portugal werde sich voraussichtlich noch mindestens sechs Tage halten. Dass die großen Feuer auch Ballungsräume bedrohen, erschwere die Lage. "Das stellt die Einsatzkräfte vor ein Problem: Sie müssen die Bevölkerung schützen und können sich deshalb nicht vollständig auf die Brandbekämpfung konzentrieren."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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