Gedenken an Katastrophe: Fünf Jahre nach Ahrtal-Flut: Regierungschef bittet um Entschuldigung

Die einen warten seit Jahren darauf, für andere kommt sie zu spät: eine Entschuldigung für staatliches Versagen bei der Flutkatastrophe mit 135 Toten an der Ahr. Was der neue Ministerpräsident sagt.

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Am fünften Jahrestag der Flutkatastrophe im Ahrtal hat der neue rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder die Betroffenen um Entschuldigung gebeten. Der Staat habe damals sein Versprechen nicht eingehalten, seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen, sagte der CDU-Politiker am Abend auf dem Marktplatz in Bad Neuenahr-Ahrweiler. "Der Staat hat in dieser Frage und in dieser Nacht versagt." Dafür bitte er als Ministerpräsident um Entschuldigung. Es folgte Beifall im Publikum.

Zuvor war in einer Schweigeminute an die Katastrophe erinnert worden, bei der mindestens 135 Menschen ums Leben kamen und Hunderte verletzt wurden.

"Menschen sind fehlbar. Organisationen und Institutionen sind fehlbar. Es war Fehlbarkeit, die dazu führte, dass das Ahrtal nicht auf diese Katastrophe vorbereitet war", sagte Schnieder bei der Gedenkveranstaltung mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Fehlbarkeit habe dazu geführt, dass so viele Menschen gestorben seien.

Schmerzhafter Blick zurück

"Auch fünf Jahre danach bleibt die Flutnacht einfach nur schrecklich", betonte Schnieder. "Der Blick zurück schmerzt." Für ihn sei Gedenken kein einmaliger Termin. "Es ist eine Verpflichtung den Menschen im Ahrtal gegenüber - und allen gegenüber, die die Flut in unserem Land traf." Er habe versprochen, das Tal nicht zu vergessen. Die Region sei und bleibe Schwerpunkt seiner Regierung. "Wir schauen genau hin und bleiben dran. Das gilt für das Unsichtbare - die psychosozialen Hilfen - genauso wie für das Sichtbare - den Wiederaufbau."

Der 51-Jährige aus der Eifel war zum Zeitpunkt der tödlichen Flut an der Ahr CDU-Landtagsabgeordneter. Als Oppositionsführer und Landesparteichef hatte Schnieder vor gut einem Jahr angekündigt, sich im Falle eines Wahlsiegs bei den Menschen im Ahrtal zu entschuldigen. Das löste er nun rund zwei Monate nach seiner Vereidigung als Regierungschef ein.

Dreyer hat sich nicht entschuldigt, Schweitzer hat Fehler eingeräumt

Dass sich seine Vorgänger Malu Dreyer und Alexander Schweitzer (beide SPD) nicht entschuldigt hätten, bedauere er, hatte Schnieder noch als Oppositionsführer gesagt. "Es ist ja kein persönliches Schuldeingeständnis, das habe ich auch nie erwartet von jemandem, der persönlich keine Schuld auf sich geladen hat."

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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