Neue Hitzewelle: Die Kehrseiten des Sommers: Brände und Niedrigwasser
Schon wieder stöhnen Teile Europas, weil es zu heiß ist. Feuerwehren müssen wegen der Trockenheit Brände löschen. Wann kommt die Abkühlung?
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Eine neue Hitzewelle liegt über Teilen Europas. Am Wochenende kämpften vor allem die Menschen in Frankreich und Belgien sowie im Westen und Südwesten Deutschlands mit hohen Temperaturen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) werden zumindest in Deutschland keine neuen Rekorde erwartet. Am Dienstag soll es im Südwesten allerdings wieder bis zu 36 Grad heiß werden. Indes toben in mehreren Ländern Waldbrände. Die Gefahr dafür dürfte in Deutschland in den nächsten Tagen noch größer werden.
Warum Waldbrände Feuerwehren aktuell beschäftigen
Grund für die große Brandgefahr ist die anhaltende Trockenheit. Wie in den Karten des DWD zu sehen ist, dürfte am Mittwoch fast im ganzen Land die Warnstufe 4 herrschen, teilweise sogar die höchste Stufe 5. Feuerwehren dringen deshalb auf mehr Investitionen in die Technik. "Wir laufen noch immer hinterher. Insbesondere Spezialfahrzeuge könnten wir mehr gebrauchen", sagte der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, Karl-Heinz Banse. "In den letzten Jahren hat sich allerdings schon einiges getan, es ist sehr viel beschafft worden."
Dunkle Rauchschwaden zogen in der Nacht zum Samstag über den Süden von Bayerns zweitgrößter Stadt Nürnberg. "Eine sehr beeindruckende Feuerwand", beschrieb der Einsatzleiter der Feuerwehr, Peter Saul, die Szene. Hunderte Einsatzkräfte kämpften nahe dem Messegelände stundenlang gegen die Flammen, die eine hölzerne Westernstadt erfasst hatten. Zwei Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden leicht verletzt. Die Ursache für das Feuer blieb zunächst unklar. Ein Campingplatz wurde geräumt, ein Konzert endete früher.
Die Lage im Ausland: Spanien
Viel größere Ausmaße erreichte ein Waldbrand im spanischen Andalusien. Mindestens zwölf Menschen starben dabei. Am Sonntag wurden noch immer Menschen vermisst. Immerhin: Die Lage rund um das Feuer sei stabilisiert worden, teilte der Regierungschef der betroffenen Region Andalusien, Juanma Moreno, mit. Die Löscharbeiten würden durch deutlich schwächere Winde und eine höhere Luftfeuchtigkeit begünstigt.
Im betroffenen Gebiet um die Gemeinden Los Gallardos und Bédar rund 70 Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Almería waren weiterhin rund 500 Feuerwehrleute, Soldaten und andere Helfer im Einsatz. Insgesamt wurden nach amtlichen Angaben 7.000 Hektar Wald- und Buschfläche zerstört.
Einsätze auch in Italien
Auch aus mehreren italienischen Regionen wurden Waldbrände gemeldet. Am schlimmsten betroffen war das Piemont im Norden, wo nach Angaben der Behörden etwa 700.000 Bäume binnen weniger Tage vernichtet wurden. Verletzt wurde niemand. Brände gab es auch anderswo, insbesondere auf den beiden großen Inseln Sizilien und Sardinien. Die Hitzewelle wird Italien nach den Vorhersagen der Wetterdienste noch mindestens zehn Tage im Griff haben. Auch die Hauptstadt Rom stöhnte über Temperaturen von mehr als 35 Grad. Auf Sardinien werden sogar bis zu 43 Grad erwartet.
Löscharbeiten in Frankreich
Vor allem im Süden Frankreichs gab es vereinzelte Waldbrände. Am Samstag mussten rund 30 Brände bekämpft werden, wie der französische Innenminister Laurent Nuñez im Sender BFMTV sagte. Die Waldbrandsaison habe einen Monat früher begonnen als in den Vorjahren, erklärte er. Grund sei die Trockenheit und die zuvor üppig gewachsene Vegetation. Man gehe davon aus, dass insgesamt 25.000 Hektar verbrannt sein werden, sobald die derzeitigen Brände unter Kontrolle seien und eine gesicherte Bilanz vorliege, so Nuñez.
Dieser vorläufige Stand entspreche etwa dem Doppelten der verbrannten Fläche im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Météo France gab zuvor in einer Mitteilung ein außergewöhnlich hohes Risiko für Feuer an.
Die Hitzewelle hat Frankreich weiterhin fest im Griff mit Höchstwerten bis zu 41 Grad. Berühmte Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm in Paris oder Museen verkürzten ihre Öffnungszeiten; Veranstaltungen wurden abgesagt. In der Nacht von Sonntag auf Montag könnten die Temperaturen laut französischem Wetterdienst Météo France mancherorts nicht unter 25 Grad fallen.
Ist in Deutschland Abkühlung in Sicht?
In Deutschland werden am Montag verbreitet 30 bis 36 Grad erwartet, nur an der Küste wird es mit 19 bis 24 Grad weniger warm. Der Dienstag setzt den Trend zunächst fort. "Mit bis zu 36 Grad wird es im Südwesten erneut sehr heiß", sagte Markus Eifried von der Wettervorhersagezentrale des DWD. Auch der Mittwoch lässt die Menschen im Südwesten besonders schwitzen.
"Während es am Donnerstag voraussichtlich nochmals viel Sonnenschein geben wird, wird es zum Ende der Woche deutlich wechselhafter werden", sagte der DWD-Experte. "Schauer und auch Gewitter werden zahlreicher, und die Höchstwerte werden wohl zum Sonntag überall in Deutschland die 30-Grad-Marke nicht mehr überschreiten."
Wegen der Trockenheit gibt es in Deutschland vielerorts in Flüssen wie auch beim Grundwasser niedrige Stände. In zahlreichen Bereichen sei die Lage angespannt, sagte ein Sprecher des Thüringen Landesumweltamts. Der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) forderte indes strengere Regeln zur Wasserentnahme. "Genehmigungsfreie Nutzungen müssen so weit wie möglich eingeschränkt werden", sagte VKU-Vizepräsident Karsten Specht der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dazu gehöre auch die private Nutzung. Der Druck auf die Grundwasserressourcen wachse mit dem Klimawandel, begründete der Verband seine Forderung.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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