Tödlicher Zahnarztbesuch in der Türkei: Mädchen (7) erleidet Herzstillstand unter Vollnarkose

In der Türkei kam ein siebenjähriges Mädchen auf tragische Weise ums Leben. Das Kind erlitt während einer Zahnarztbehandlung einen Herzstillstand. Der Fall löste eine hitzige Debatte über Vollnarkosen bei Kindern aus.

Erstellt von - Uhr

In der Türkei ist ein siebenjähriges Mädchen während einer Zahnarztbehandlung gestorben (Symbolfoto). (Foto) Suche
In der Türkei ist ein siebenjähriges Mädchen während einer Zahnarztbehandlung gestorben (Symbolfoto). Bild: Adobe Stock/ ronstik
  • Mädchen stirbt auf Zahnarztstuhl
  • Siebenjährige erlitt unter Vollnarkose einen Herzstillstand
  • Eltern erstatteten Anzeige
  • Die genaue Todesursache ist bislang unklar

Ein Zahnarztbesuch endete für eine Siebenjährige aus der Türkei tödlich. Das Mädchen aus Burdur im Südwesten des Landes erlitt am 3. Juli während einer Behandlung unter Vollnarkose einen Herzstillstand. Trotz sofortiger Wiederbelebungsmaßnahmen durch das medizinische Personal konnte das Leben des Kindes nicht gerettet werden.

Mädchen (7) stirbt auf Zahnarztstuhl in der Türkei - Familie erstattet Anzeige

Die behandelnden Ärzte hatten sich dafür entschieden, sämtliche Füllungen in einem einzigen Eingriff durchzuführen, berichtet "The Sun". Grund dafür waren das Alter des Mädchens sowie ihre Angst vor zahnärztlichen Behandlungen. Mehrere separate Termine sollten ihr so erspart bleiben.

Nach dem Tod ihrer Tochter erstattete die Familie Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, woraufhin eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet wurde. Die Angehörigen stellen nun kritische Fragen: Wurden alle notwendigen Voruntersuchungen durchgeführt, bevor das Kind in Narkose versetzt wurde? Der Anwalt der Familie äußerte zudem Bedenken, ob Allergietests und Blutuntersuchungen vor Behandlungsbeginn erfolgt waren. Weitere offene Punkte betreffen die verwendete Narkosemenge sowie die Frage, ob während des gesamten Eingriffs ein qualifizierter Anästhesist anwesend war – wie es türkische Vorschriften verlangen.

Todesursache nach tragischer Zahnarztbehandlung unklar

Die Privatklinik, in der der Eingriff stattfand, wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass sämtliche medizinischen Protokolle eingehalten worden seien. Den Herzstillstand bezeichnete das Krankenhaus als nicht vorhersehbare Komplikation.

Naim Senyurt, Präsident der Zahnärztekammer Isparta, erklärte: "Wir haben mit tiefer Trauer erfahren, dass die Siebenjährige die aus Burdur zur Zahnbehandlung nach Isparta gebracht wurde, ihr Leben verlor, nachdem ihr Herz während eines Eingriffs unter Vollnarkose in einem privaten Krankenhaus stehen blieb." Die genaue Todesursache könne erst nach Abschluss der Autopsie und forensischen Untersuchung festgestellt werden. Senyurt fügte hinzu, dass Justizbehörden und zuständige Institutionen Ermittlungen aufgenommen hätten. Bei festgestellter Fahrlässigkeit würden entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Debatte über Kindernarkosen entbrannt

Der tragische Vorfall hat in der Türkei eine breite Diskussion über die Sicherheit umfangreicher Zahnbehandlungen bei Kindern unter Vollnarkose ausgelöst. Kritiker fordern, dass komplexe Eingriffe an jungen Patienten künftig nur noch in spezialisierten Einrichtungen durchgeführt werden sollten – mit eigenen pädiatrischen Notfallteams vor Ort.

Behördenvertreter mahnten die Öffentlichkeit zur Zurückhaltung. Voreilige Schlüsse sollten vermieden werden, bis die forensische Untersuchung abgeschlossen und die offizielle Todesursache bestätigt sei.

Weitere News aus dem Panorama-Ressort auf einen Blick:

/loc/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.