Kappeln: Neuer Heringszaun in Kappeln ist fertig
Er ist der Letzte seiner Art: Der neue Heringszaun in Kappeln trotzt jetzt der Schiffsbohrmuschel – mit Eukalyptusholz aus Südafrika. Warum das Wahrzeichen für die Stadt so besonders ist.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
Suche
Der neue Heringszaun in Kappeln ist fertig gestellt und damit auch eines der Wahrzeichen der Stadt an der Schlei. Dem alten Zaun hat unter anderem die Schiffsbohrmuschel zugesetzt, viele Jahre lang ragten nur Stummel aus dem Wasser.
Seit 2020 wurde der Zaun, der aus zwei Trichtern besteht, in zwei Abschnitten neu gebaut. Ende der Woche folgte die Abnahme des zweiten Trichters. In den gut 600 Jahren seines Bestehens ist der Heringszaun immer wieder erneuert worden.
Kappelns Bürgermeister Joachim Stoll ist froh, dass der Zaun wieder steht: "Der Hering ist Bestandteil des Kappelner Wappens, im Stadtbild vielfältig sichtbar und verdeutlicht damit die historische Bedeutung der Fischerei als identitätsstiftend für Kappeln", sagte er der dpa.
Der Kappelner Heringszaun sei der letzte erhaltene von allein 40 Stück in der Schlei - damit wurden früher Heringe gefangen. Es sei daher eine Herzensangelegenheit für den Kappelner Verschönerungsverein und die Stadt Kappeln gewesen, den Heringszaun zu erhalten und in die Zukunft zu tragen.
Letzter seiner Art
Der historische Heringszaun in Kappeln gilt als letzter seiner Art in Europa. Der Ursprung des Bauwerks geht bereits auf das 15. Jahrhundert zurück. Damals standen diese Flechtzäune dicht an dicht mitten in der Schlei.
Der Zaun läuft trichterförmig zu - am Ende befindet sich ein Netz, aus dem die Fische nicht mehr entkommen können. Seit dem 18. Jahrhundert ging die Zahl der Heringszäune rapide zurück, da sich der Aufwand für die Instandhaltung nicht mehr rechnete.
1977 erklärte sich Herzog Peter zu Schleswig-Holstein nach Angaben der Stadt Kappeln bereit, auf seine Rechte als Eigentümer des Heringszaunes zugunsten der Stadt Kappeln zu verzichten. Die Kappelner Stadtvertretung beschloss einstimmig, den historischen Heringszaun in die Trägerschaft der Stadt zu übernehmen und zu rekonstruieren. Eine Restaurierung der ursprünglichen Fanganlage war nicht möglich. Hunderte Pfähle aus Eschenholz wurden benötigt.
Eukalyptus statt Eschenholz
Für den jetzt fertig gestellten neuen Zaun wurden für die Stützpfosten keine heimischen Hölzer verbaut, sondern Eukalyptusholz aus Südafrika verwendet. Denn den einheimischen Hölzern setzt die Bohrmuschel zu stark zu. Im Unterwasserbereich wurde mit Geo-Gitter gearbeitet.
Für den ersten, etwa 315 Meter langen Trichter wurden nach Angaben des Bürgermeisters rund 350 Pfähle verbaut. Die Kosten beliefen sich auf rund 460.000 Euro. Rund 390.000 Euro davon wurden durch den Europäischen Meeres- und Fischereifonds finanziert.
Im zweiten Bauabschnitt wurden den Angaben zufolge gut 180 Pfähle verbaut. Dieser Trichter ist etwa 150 Meter lang. Die Kosten belaufen sich auf rund 330.000 Euro und damit etwas weniger als zuvor einkalkuliert. Dieser Trichter wurde zum Großteil durch den Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds finanziert.
Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Ressort "Panorama":
- Mainz: Störche auf Expansionskurs
- Berlin: Neue Studie zeigt Ausmaß der Gewalt an Berliner Schulen
- Göttingen: 23-Jähriger in Göttingen lebensgefährlich verletzt
- Stralsund: Indie-Rockband Kettcar gibt Konzert auf der Fähre "Vitte"
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
kns/roj/news.de
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.