Erfurt: Wie eine Pflanze den Bergwiesen gefährlich werden kann
Staudenlupinen zieren mit ihrer knalligen Blütenfarbe längst nicht mehr nur Vorgärten – das Gewächs ist auch auf Bergwiesen zu finden. Warum das zum Problem werden kann und wie man helfen kann.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Mit ihren violetten Blüten ist sie ein echter Hingucker: Nicht ohne Grund wird die Vielblättrige Staudenlupine auch gerne als Zierpflanze genutzt. Doch was optisch im Garten etwas hermacht, kann andernorts Existenzen gefährden – auf den Bergwiesen im Thüringer Wald etwa. Dort kann sie typische Arten wie die Arnika verdrängen, wie die Naturstiftung David jüngst mitteilte.
Ursprünglich stammt "Lupinus polyphyllus" aus Nordamerika, wird laut Umweltministerium aber seit etwa 150 Jahren auch in Deutschland angebaut und breitet sich auch in der Natur aus. An ihren langen Wurzeln hat die Pflanze Knöllchen, in denen sie Stickstoff bilden und an die Umgebung abgeben kann. So düngt sie quasi den Boden.
Dünger, wo es karg sein sollte
Dabei sind viele auf den Bergwiesen heimische Arten auf die dort meist mageren Wiesen angepasst. Die Folge: Arnika und Co. können verdrängt werden. "Besonders auf den Bergwiesen der Hohen Rhön und des Thüringer Waldes hat die invasive Ausbreitung der Lupine inzwischen problematische Ausmaße angenommen", heißt es aus dem Umweltministerium.
Laut Biosphärenreservat Rhön, wo die Lupine auch vorkommt, überwuchert die Pflanze bisweilen sogar Nester bodenbrütender Vögel. Ist sie in einer bestimmten Menge etwa in der Heumahd vorhanden, fressen viele Tiere diese nicht mehr. Verzehrt in größeren Mengen ist sie für Mensch und Tier giftig.
"Lupinendetektive" gesucht
Um sich ein besseres Bild davon machen zu können, wie stark genau die Staudenlupine sich im Thüringer Wald bereits ausgebreitet hat, ruft die Naturstiftung David daher zur Mithilfe auf: Quasi als "Lupinendetektiv" kann jeder, der im Thüringer Wald unterwegs mit Hilfe der kostenlosen App "Flora Incognita" zwischen Juni und September Sichtungen der Pflanze Staudenlupine erfassen und dokumentieren. Die Daten können laut Stiftung helfen, Maßnahmen zum Schutz der Bergwiesen zu planen.
Die Aktion ist Teil des Naturschutzgroßprojekts "Bäche, Moore und Bergwiesen im Thüringer Wald", das vom Bundesamt für Naturschutz und vom Thüringer Umweltministerium gefördert wird.
Geplant ist zudem eine systematische Dokumentation per App der Entwicklung von Lupinenbeständen auf ausgewählten Flächen durch Ehrenamtliche, sogenannte "Wiesenwächter". Damit soll früh genug erkannt werden, ob auf einem Gebiet Handlungsbedarf besteht. Bei Aktionstagen sollen bestimmte Flächen zusätzlich manuell von den Lupinen befreit werden.
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