Super-El-Niño befürchtet: Droht der heißeste Sommer aller Zeiten? Forscher sehen gefährliche Entwicklung

Die nächsten Jahre könnten historisch heiß werden: Klima-Experten und die Weltorganisation für Meteorologie warnen vor einem möglichen Super-El-Niño ab 2026. Die Folgen könnten weltweit spürbar sein – mit Rekordhitze, Dürre, Überschwemmungen und extremen Waldbränden.

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Drohen uns zwei extreme Hitzesommer? (Foto) Suche
Drohen uns zwei extreme Hitzesommer? Bild: AdobeStock / Bonsales
  • Die WMO warnt vor einem möglichen Super-El-Niño ab 2026
  • Wissenschaftler rechnen mit neuen globalen Temperaturrekorden bis 2027
  • Extreme Hitze, Dürren und Waldbrände könnten massiv zunehmen

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) schlägt Alarm: Ab Mitte 2026 könnte sich ein El-Niño-Phänomen entwickeln, das weltweite Auswirkungen auf Temperaturen und Niederschläge haben wird. Wissenschaftler rechnen mit neuen Hitzerekorden in den kommenden beiden Jahren.

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Daniel Swain vom California Institute for Water Resources erwartet zwischen 2026 und 2027 globale Temperaturrekorde. Klimawissenschaftler Carlo Buontempo hält bereits 2026 für ein potenzielles Rekordjahr. Meteorologe Jeff Berardelli warnte gegenüber dem US-Sender WFLA-TV: "Ich glaube, wir werden Wetterereignisse erleben, wie wir sie in der modernen Geschichte noch nie gesehen haben."

Pazifik-Erwärmung bringt globales Wetter aus dem Gleichgewicht

Bei einem Super-El-Niño handelt es sich um eine besonders intensive Variante des bekannten Klimaphänomens. Der Pazifik erwärmt sich dabei außergewöhnlich stark, was das Wettergeschehen auf der gesamten Erde durcheinanderbringt. Die Konsequenzen sind vielfältig und gravierend: Extreme Hitzewellen, langanhaltende Trockenperioden, heftige Regenfälle und Überschwemmungen können die Folge sein. Bereits jetzt sind die Böden in Deutschland stark ausgetrocknet. Der letzte El Niño ereignete sich laut WMO in den Jahren 2023 und 2024. Wie "ZDF heute" berichtet, trug dieses Phänomen maßgeblich dazu bei, dass 2024 als wärmstes Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte einging.

Warum 2027 noch extremer werden könnte

Der irische Klimatologe Tido Semmler erklärt, weshalb die Auswirkungen des Klimaphänomens im Jahr 2027 voraussichtlich noch heftiger ausfallen werden. "Die Erdatmosphäre braucht Zeit, um auf El Niño zu reagieren", so der Experte vom irischen Wetterdienst.

Entwickelt sich der El Niño wie prognostiziert in der zweiten Jahreshälfte 2026, bestehe für 2027 "ein erhöhtes Risiko, ein Jahr mit Rekordhitze zu werden", warnt Semmler. Doch auch die Entstehungsphase des Phänomens kann bereits spürbare Auswirkungen haben. Schon der kommende Sommer könnte uns ordentlich ins Schwitzen bringen.

Waldbrandgefahr erreicht historisches Ausmaß

Theodore Keeping, Waldbrand-Experte am Imperial College London, warnt vor dramatisch steigenden Risiken. Ein El Niño erhöhe die Wahrscheinlichkeit für extreme Hitze und Dürreperioden in besonders gefährdeten Regionen erheblich.

Betroffen wären vor allem Australien, Kanada, die USA sowie der Amazonas-Regenwald. Sollte sich tatsächlich ein starker El Niño entwickeln, könnte die Gefahr verheerender Brände den höchsten Stand der jüngeren Geschichte erreichen. Die Kombination aus ausgetrockneten Böden und extremen Temperaturen schafft ideale Bedingungen für unkontrollierbare Feuer in diesen Regionen.

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