Mutmaßlicher Justizskandal: Anschlag auf Security-Mitarbeiter: Schütze gesteht Schüsse
Ein Security-Mitarbeiter überlebt einen Anschlag nur knapp. Was verbindet den Fall mit einem Korruptionsskandal? Und geht es wirklich um einen Konkurrenzkampf? Das bleibt vor Gericht offen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Nach einem Anschlag auf einen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes in Tamm nahe Stuttgart hat der mutmaßliche Schütze die Schüsse eingeräumt. Er habe aber nicht vorgehabt, den damals 23 Jahre alten Security-Bediensteten zu töten, ließ er zum Prozessauftakt vor dem Heilbronner Landgericht durch seinen Anwalt verlesen. "Er wollte lediglich den Geschädigten einschüchtern und in die Beine schießen", heißt es in der Einlassung. Sein ebenfalls angeklagter mutmaßlicher Komplize habe Tamm bereits vor den Schüssen verlassen.
Der 28-Jährige und sein ein Jahr jüngerer mutmaßlicher Komplize aus den Niederlanden sind wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes angeklagt.
Waren es Auftragsmörder?
Nach Darstellung der Anklage wurden die beiden Männer Mitte Mai beauftragt, den Sicherheitsmitarbeiter zu erschießen. Nach einem misslungenen ersten Anschlagsversuch soll der 28-Jährige einen Tag später erneut geschossen und den 23-Jährigen viermal getroffen haben. Das Opfer überlebte nur knapp und verfolgte die Gerichtsverhandlung angespannt.
Mögliche Verbindung zu Korruptionsverdacht in der Justiz
Die Sonderkommission "Frost" untersucht auch weitere Vorfälle in der Region – darunter einen Autobrand und Schüsse in Ludwigsburg. Im Zuge dieser Ermittlungen war zudem ein Korruptionskomplex aufgedeckt worden: Gegen zwei Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Stuttgart - einen Wachtmeister und eine weitere Bedienstete - sowie drei andere Verdächtige wurde bereits Anklage erhoben. Die mutmaßlichen Auftraggeber sollen nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft sowohl für die Bestechung als auch für die Schüsse verantwortlich sein.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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